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Opa Karl


Anke, am Freitag ist Opa Karl bei uns zu Besuch gewesen, weil Mama nämlich Geburtstag hatte und Opa Karl ja der Papa von der Mama ist. Und dann kommt er auch immer. Der hat auch einen ganz weiten Weg, weil er in Kirchenheim mit Teck oder so wohnt. Und dann ist er auch noch mit dem Zug gekommen und war ganz lange unterwegs, weil das nach Teck ja so weit ist.

Der Opa fährt ja auch nicht mehr mit dem Auto, weil auf der Straße so viel Verkehr ist und er sich das auch nicht mehr traut. Dann macht das Bein, was er gar nicht mehr hat auch noch große Malessen, hat er gesagt.

Der hat nämlich eine Protöse aus Plastik wie das von unserer Mülltonne, nur eine andere Farbe. Das kann er sogar abschnallen, aber das macht er immer nur wenn er ins Bett geht, weil er ohne das Plastikbein überhaupt nicht laufen kann. Am anderen Tag schnallt er das Bein dann wieder dran.

Die Fahrkarte für den Opa hat der Papa gekauft, weil die alten Leute jetzt in den Arsch gekniffen sind und nur ganz wenig Rente kriegen, hat Papa gesagt und dann hat er auch noch gesagt, daß die Leute von der Politik für so wenig Geld gar keinen Schlips umbinden und nur Scheißdreck machen.

Meine Tante Lydia sagt das auch immer und die ist gar nicht so dumm, weil die ein Abitur gemacht hat, als sie noch nicht so dick war. Der Opa Karl hat bei uns auch geschlafen und als ich noch mal auf das Klo mußte, habe ich gehört, daß der Opa in dem Zimmer ganz leise geweint hat und da war er bestimmt ganz traurig, weil die Oma Lotte nicht mehr lebt.

Das war nämlich dem Opa seine Frau und meine Oma und sogar die Mutter von Mama. Papa hat aber gesagt, als der Opa wieder weg war, dass er sich schämen tut, weil er die Fahrkarte ja nicht kaufen konnte wegen dem Geld.

Und am Abend habe ich auch gehört, daß der Opa ganz lange im Krieg war und daß sie ihm in den Bauch geschossen haben.

Das haben die aber wieder repariert und der Opa konnte weiter im Krieg mitmachen. Als ein Feind aber sein Bein mit einer Granate weg gedonnert hatte, konnten sie aber auch nichts mehr machen und haben ihn nach Haus geschickt, weil man mit einem Bein gar nicht mehr laufen und nicht gut kämpfen kann.

Wenn der Opa am Morgen das Plastikbein anschnallen will, hat sonst immer die Oma geholfen, aber die ist jetzt ja schon 2 Jahre tot, weil sie eine ganz schlimme Krankheit hatte. Dann hat der Opa aber einen Trick gefunden, wie er das Bein auch allein anschnallen kann.

Dann setzt er sich nämlich auf einen Tisch, wo nichts drauf ist und stellt einen Stuhl dran und dann kann er das Plastikbein auf die Lehne von dem Stuhl legen und dann kann er das auch ganz allein anschnallen.

Als der Opa noch nicht so alt war, hat er ein automatisches Auto gehabt, aber das kann er jetzt sowieso nicht mehr fahren, weil er mit seine paar Kröten nichts in den Tank kriegt, hat Papa gesagt und weil das so teuer ist. Manchmal sagt die Mama, daß wir bestimmt bald im Lotto gewinnen und daß wir dann ein Haus bauen können und daß der Opa dann bei uns wohnen kann.

Eine Fahrkarte braucht er dann auch nicht mehr kaufen und eine Miete muß er bei uns auch nicht mehr so teuer bezahlen.

Einmal war ich mit Mama da, wo der Opa wohnt und habe gesehen, daß er eine ganz kleine Wohnung hat.

Mein Papa hat gesagt, daß das Loch viel zu teuer ist und wenn das mein Papa sagt, stimmt das auch.

Die Mama hat mir auch erzählt, daß die Omi, als der Krieg war, ganz lange allein war und daß der Opa und die Omi dann, als der Krieg zu ende war, nur mit dem Fahrrad gefahren sind, weil ein Auto nur die Pinkels gefahren haben.

Dann hat sie auch noch erzählt, daß sie ganz viel bei einem Bauernhof geholfen haben, weil sie dann Kartoffeln gekriegt haben und einmal sogar eine Leberwurst, weil sie ganz fleißig waren.

Einen Fernseher haben sie aber auch keinen gehabt und eine Eisdiele gar nicht. Einen MC Donalds schon lange nicht und zum Baden hatten sie nur einen Teich, wo die Schweine sich manchmal auch gebadet haben. Dann hat der Papa auch noch gesagt, daß das damals eine ganz schlimme Zeit war und die Verbrecher, die den Krieg machen, fast immer reiche Leute im Krieg werden und nach dem Krieg gleich wieder ganz wichtige Leute sind, weil sie dann wieder Politik machen und weil man das Gesocksel einfach nicht los wird.

Die machen dann eine Regierung und kriegen einen Orden, so einen wie der Onkel Willi für seinen Tünnes gekriegt hat, weil Tünnes nämlich auch einen großen Orden im Karnickelverein gekriegt hat. Der ist nämlich ein Bock.

Ein paar elende Verbrecher haben sie hinter dem Krieg auch tot geschossen, hat Papa gesagt, aber die meisten Verbrecher haben sie dann vergessen und die haben gar keine Strafe bekommen, weil die gewieft waren.

Ich weiß gar nicht, was gewieft ist, aber bestimmt ist das was ganz Böses. Dann hat Papa auch noch gesagt, daß man die Politiker alle in einen großen Sack stecken muß und die Leute mit Schmackes mit dem Knüppel drauf hauen sollen, weil man dann auch immer den Richtigen treffen tut.

Und dann hat der Opa Karl hat auch noch gesagt, daß es bald bestimmt wieder Krieg gibt, weil die Politiker ganz viel Langeweile haben und gar nichts tun als Blödsinn und weil sie das ganze Geld schon verballert haben, wo der Opa sich den Buckel für krumm gemacht hat.

Jetzt weißte das Alles!

Anke

Günter Brandt
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