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Vorwort

 

 

 

 

 

                     

                                Kiskerland

 

                      Das Volk der Kiskeraner         

 

                                       

 

 

Die den meisten Menschen völlig unbekannte, großartige Geschichte der damals im nördlichen Westfalen und südlichen Niedersachsen wohnhaften ersten Siedler im Westlichen Europa nach der großen Flut vor 12.000 Jahren.

Eine einzigartige Reise in die Zeit der Hoch-Kultur unserer Vorfahren,

die seinesgleichen suchte und die man uns, aus immer welchen Gründen auch, bislang  verschwiegen hat.

 

 

Wir denken, dass dem Vertuschen endlich ein Ende gesetzt werden muss und dass die Nachkommen der Kiskeraner ein Recht darauf haben, die wahre und wirkliche Geschichte ihrer Vorfahren, die man ihnen bislang vorenthalten hat, zu erfahren. Viel zu lange hat man uns verarscht und die Hucke vollgelogen, so dass es „Verdammt noch mal!“ allerhöchste Zeit ist, dass damit Schluss ist.

 

 

Klötenkamps Ernst brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Gi hefft geo mehr oss twei Diusend Johre van de Pattjacken un Kutten för dumm veköpen lorten un wi hefft us gümman wier de Frage stellt, wann de Minsken endlich morl Vestand krieget un dor achter kurmt!“

 

Günter Brandt

 

                                           

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                             

 

                         

 

 

 

 

 

 

                    

 


Inhaltsverzeichnis

 

Inhaltsverzeichnis.. 3

Vorwort.. 5

Hypnose-Rückführungen.. 6

Rückgeführte Personen.. 7

Die Wiedergeburt.. 8

Die Kiskeraner.. 10

Ausweisung der Bayern aus dem Paradies.. 10

200.000 Jahre alte Geschichte. 11

Veredelung der verschiedenen Rassen.. 11

Der Asteroid.. 12

Die neue Heimat.. 13

Der Vulkan.. 14

Obstanbau im Kiskerland.. 14

Auswanderung in die neue Heimat.. 15

Der Umzug.. 16

Der Damm... 17

Verlauf des Damms.. 19

Die Milchkuh.. 20

Freunschaftliche Beziehungen.. 22

Die Pyramiden.. 23

Kiskeranische Grabanlagen unter dem Stemweder Berg.. 25

Sarcophag-Werke in Bückeburg.. 27

Hiesige Karawansereien.. 29

Krokodil-Plage in der Aue. 30

Italiener und Würmer.. 33

Die Sternwarte. 34

Der Dudelsack.. 34

Der Spargel.. 36

Griechen und Tabakanbau.. 37

Die Hiller Höchte. 39

Geschichts-Forschung.. 41

Bildung.. 42

Der Turmbau in Wehe. 44

Gastarbeiter im Kiskerland.. 49

Hollweder Schützenfest.. 51

Bürgermeister und Ortsvorsteher.. 53

Die Rahdener Burg.. 56

Das Wiehen-Gebirge. 61

Der Schäferhund.. 64

Frotheim... 65

Isenstedt.. 69

Der Mars.. 71

Wagenfeld.. 74

Apachen.. 77

Die Hermanns Schlacht.. 79

Klaus Störtebecker.. 83

Der Osterwald und die Osterheide. 87

Der Adel.. 91

Kiskeranisches Arbeits-Konzept.. 95

Kunst.. 97

Korn-Kreiszeichen.. 98


Vorwort

 

Haben Sie sich nicht auch schon einmal die Frage gestellt, wie der alte Kreis Lübbecke und das südliche Niedersachsen wohl vor ungefähr 12.000 Jahren bis ins frühe Mittelalter ausgesehen haben mag und was hier vor dem Wiehengebirge in dieser unglaublich langen Zeit alles passiert sein könnte?

Diese Frage haben wir uns auch oft gestellt. Also haben wir Nachforschungen angestellt. Und das Resultat war, dass der Kreis Lübbecke laut den Geschichtsforschern erst anfangs des 13. Jahrhunderts erwähnt wurde. Also, kurz befor man Amerika entdeckte. Und dann auch nur, weil sich hier zu der Zeit die ersten Kutten einfanden, um zu sehen, ob hier etwas zu holen wäre. Dass wir einfach nicht glauben konnten, dass hier nicht mehr passiert sein soll, können Sie sich bestimmt vorstellen.

Denn immerhin weisen Funde darauf hin, die von wenigen seriösen Geschichtseorschern auf ein Alter von vielen tausend Jahren geschätzt werden, dass es hier eine Kultur gegeben haben muss, die weitaus älter ist, als man uns Glauben machen will.

 

Aus diesem Grund stellten wir dann auch unsere eigenen Nachforschungen an, in denen wir letztendlich zu ganz anderen Ergebnissen kamen, als die Geschichtsschreiber.

Zudem ist uns durch die Ergebnisse auch ganz schnell klar geworden, dass sich alle bisherigen Forscher scheinbar nur für die  stattgefundenen Kriege interssierten und auch nur über diese heroischen Schlachtefeste alles aufschrieben und akribisch genau Buch darüber geführt haben.

Die Kultur scheint bei ihnen nur von geringem Interesse gewesen zu sein. Aber uns interessierte vor allen Dingen auch die Kultur der Menschen in unserer Heimat.

Wie sie lebten, wovon sie lebten und wie weit sie geistig entwickelt waren. Darüber fanden wir soviel wie Nichts. Also hat man scheinbar zu keiner Zeit ein ernsthaftes Interesse daran gehabt.

Warum das so ist, wussten wir auch nicht. Aber es war für uns Grund genug, all die vielen Geschichtsbücher, in denen wir nach Spuren unserer Heimat suchten, in die Papiertonne zu werfen, da für uns nichts Verwertbares, sondern im Prinzip eher nur Mist drin stand. Außerdem war uns auch bewusst geworden, dass da etwas nicht stimmte und dass diese Leute scheinbar von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten.

Oder sie hatten etwas zu verbergen. Wie auch immer.

Auf jeden Fall wussten wir, dass wir bei ihnen auf unsere fundamentalen Fragen ganz bestimmt keine Antworten finden würden.

Man muss sich das mal vorstellen, Hunderte Jahre haben diese Leute auf unsere Kosten, alle möglichen Schlachten erforscht und in den Geschichtsbüchern festgehalten, aber von den Kulturen steht in den Büchern nichts drin.

Von mittelalterlichen Ritterkämpfen, dem alten Fritz, Hindenburg, Blücher, Bismark, Kaiser Wilhelm, Hitler und all den anderen Pflaumen, die die Menschen zum Schlachten schickten, findet man Tausende von Seiten, aber nichts von den vielen Erungenschaften und Fähigkeiten der normalen Menschen.

Und da sie über die Kriege inzwischen alles in Erfahrung gebracht und aufgeschrieben haben, beschäftigen sie sich jetzt meist auch nur noch mit Moorleichen, Saurierspuren, Tonscherben von Pisspötten und abgesoffenen Weserkuttern, die sie dann auch noch bergeweise bunkern.

Und damit wir nicht dahinter kommen, dass sie uns eigentlich nur auf der Tasche liegen und sich mit Hilfe unserer Steuergelder ein feines Leben machen, sperren sie um ihre sogenannten Fundorte alles weiträumig ab, damit man sie bei ihrem meist blödsinnigen Treiben nicht beobachten kann.

Eigentlich ist das ja schon schlimm genug, dass sie mit ihrem Unwesen die Landschaft auch noch verunstalten, wenn sie überall herum graben.

Aber nein! Dann machen sie auch noch  ein Spektakel darum, wenn sie einen Knochen,  oder eine neue Moorleiche gefunden haben, als wenn sie den Krückstock von Mose, den heiligen Gral, oder die Slipeinlage von Cleopatra gefunden hätten.

Wir denken, dass sie sich die Knochen der monströsen Viecher, Moorleichen und verfaulten Weser-Kutter in den Arsch stecken sollen, denn von unserer wirklichen Geschichte erfahren wir durch diese Art des Forschens ganz sicher nichts Aufschlussreiches über die wirkliche Geschichte der Welt und vor Allem unserer Heimat, die uns natürlich schon besonders interessiert uns.

Außerdem hat man inzwischen soviel Knochen, Moorleichen und anderen Schrott in den Museums - Deponien herumliegen, so dass man dort alle naselang auf die Schnauze fällt, wenn man die Augen nicht ständig offen hat.

Und wir fragen uns, was wir mit Forschern wollen, die nichts von gestern wissen, aber in einer Zeit herum forschen, die Millionen Jahre alt ist. Wo ist da der Sinn? Inzwischen forschen sie ja sogar nach dem Urknall, obwohl die Meisten von ihnen nicht einmal den letzten Schuss gehört haben.

 

 

Hypnose-Rückführungen

 

Es gibt schon seit vielen Jahren die Möglichkeit, Menschen unter Teilhypnose in ihre vorherigen Leben zurück zu führen und man erhält mit dieser absolut sicheren Methode, quasi Live-Berichte aus längst vergangenen Zeiten.

Wir erfuhren mehr zufällig von dieser Methode, als wir mit einigen Chinesen in Varl am Schnakenpohl spazieren gingen, die wir in Hille bei der Hochzeit eines guten Freundes kennengelernt hatten.

Denn während wir so am Wasser entlang spazierten, sagte plötzlich Karl Poggemöller: „Hier an düssen Vulkan bin eck oll morl wesen!“ Wir haben natürlich zu allererst gedacht, dass er uns verarschen wollte, aber dann stellte sich heraus, dass er das sehr ernst meinte. „Hier wass de Vulkan!“ wiederholte er. „

Dor bin eck mi ganz sicher!“ Und dann zeigte er auf den Schnakenpol. „Jetzt esse wege!“

Wir waren natürlich irritiert. Und dann erzählte er, dass er in seinem Leben eigentlich noch nie am Schnakenpohl gewesen sei. Einmal wäre er zwar an Varl vorbei gefahren, Richtung Wehdem ja, aber in Varl wäre er noch nie gewesen. Fum-Tsen-Tong, einer unserer chinesischen Begleiter bekam das mit und meinte, dass man das doch ganz einfach mit einer geistigen Rückführung überprüfen könnte.

Er hätte das schon des öfteren erfolgreich gemacht. Und dass wir da nicht schlecht gestaunt haben, werden Sie sich bestimmt vorstellen können.

Wir hatten zwar schon etwas darüber gehört, oder gelesen, aber so richtig wussten wir nicht, wie so eine Rückführung eigentlich funktionierte. Aber Fum-Tsen-Tong ließ nicht locker, so dass wir Poggemöllers Karl dann letztlich davon überzeugen konnten, sich durch Fum-Tsen-Tong in seine vorherigen Leben zurückführen zu lassen. Ja, und neugierig waren wir natürlich auch.

Und glauben Sie uns, was wir durch die Rückführungen erfuhren, war mit nichts zu vergleichen, was wir in unserem bisherigen Leben erfahren hatten. Es sollte alles in den Schatten stellen.

Denn durch die Aussagen von Poggemöllers Karl und vielen anderen seriösen Personen, die sich später für eine Rückführung anboten, erfuhren wir von der Geschichte des Kiskerlandes, unserer Heimat soviel, so dass wir aus dem Staunen nicht heraus kamen.

Und dass diese Rückführungen unsere kühnsten Erwartungen noch weit übertroffen haben, ist sicherlich noch untertrieben.

Aber lesen sie Selbst das Ergebnis der unglaublichen Rückführungen, die von uns akribisch genau aufgezeichnet wurden und Sie werden garantiert aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Das können wir jetzt schon behaupten.

                                                                                                                                                             

 

Ganz besonders danken möchte ich den Personen, die viele Stunden während der Rückführungen in ihre vorherigen Leben auf unserer Couch verbracht haben und uns damit ermöglichten, die Geschichte des Kiskerlandes und somit auch die Geschichte unserer Vorfahren noch einmal aufleben zu lassen. Eine Zeit, von der wir bis gestern, bedingt durch das hirnrissige Geschreibsel der Geschichtsforscher kaum etwas wussten und erahnten und die alle bisher angenommenen Theorien in den Geschichtsbüchern auf den Kopf stellt, wie Sie sehen werden.

 

 

Rückgeführte Personen

 

Karl Poggemöller, Else Schnepel, Anton Schnöttger, Klötenkamps Ernst, Bax August, Anton Lusmöller, Heinfried Drövelmann, Kurt Pott, Sophie Büttemeier, Wilhelm Tiemann, Lisbeth Klötenkamp, Möhrings Heinrich, Bergsiekers Heinrich, Wortmanns Kurt, Willi Mülken, Heinrich Tüting, Willi Klampermann, August Rüter, Fritz Hempelmann, Luwiese Telgheder, Drögemeiers Fritz, Kurt Feldmann, Frida Wankelmann,  Friederich Natz, Kurt Mösemeier, Minna Schonhofen, Vulrieden Fritz, Kottenbrinks Minna,

Knötterkamps Karl, August Rohlfing, Fritz Lükermann, Sophie Ramöller, Schlömers Heinrich, Möhrings August, Meiers Minna, Feldmanns Karl, Elfriede Bohne, Grete Balgemeier, Ilsedore Musemeier, Mariechen Schütte, Pieps Fritz, Gustav Gräber, August Wassmann, Fritz Stuke ( genannt Strubbel ), Fritz Beerhorst, Anton Lusmöller, Hermann Krietemeier, Rövelkamps Anna, Alwine Beckschewe, Schlottmanns Wilhelm und Heinrich Pott.

 

Und ganz besonders danken möchten wir Fum-tsen-tong und Hang-Peng-wu, unseren chinesischen Freunden, die die vielen Rückführungen erst möglich machten und sehr viel  ihrer Freizeit dafür geopfert haben. Denn gerade die Personen zu finden, die während der kiskeranischen Hochblüte lebten, ergab sich als äußerst schwierig. Da einige Testpersonen aus unserer Region sich als absolut wertlos heraus stellten, denn oft faselten sie in einer Sprache, die man einfach nicht einordnen konnte und in manchen Fällen glich sie auch eher  Grunzlauten, oder dem Gebrüll eines Affen.

Und wenn man bedenkt, dass der Anteil der hier wohnenden Menschen, die tatsächlich noch kiskeranischer Abstammung sind, durch die Zuwanderung vieler Hottentotten ständig abnahm, kann man sich bestimmt auch vorstellen, dass es oft nur einem Zufall zu verdanken war, bis man auch geeignete Medien für die zeitaufwendigen Rückführungen gefunden hatte. Denn es war, weiß Gott nicht selten, dass es stundenlang dauerte, bis man dem jeweiligen Unterbewusstsein eines Befragten das gewünschte gespeicherte Wissen entlocken konnte.

Das war wirklich nicht einfach!

Zumal deren Unterbewußtsein, oder sagen wir Festplatte, die Speicherungen von 100 bis 300 Leben vor ihrem gegenwärtigen Leben vorgenommen hatte. Und so war es auch nicht selten, dass wir so ganz nebenbei das Eine oder andere über die zwischenzeitlichen Leben der Menschen während der vergangenen 12.000 Jahre in Erfahrung bringen konnten. 

Was natürlich auch sehr interessant war. Denn so konnten wir die Geschichte der Erde und insbesondere die der Kiskeraner lückenlos festhalten bis auf den heutigen Tag.

 

Nun, wir haben lange überlegt, in welcher Form wir unsere unglaublichen Erkenntnisse aufs Papier bringen sollten. Und nach vielen Beratungen langen Diskussionen, entschlossen wir uns, die eine oder andere Passage in der kiskeranischen Original-Sprache festzuhalten, um Ihnen so das Leben und die Kultur der Kiskeraner ganz einfach noch näher bringen zu können. Was natürlich nicht so einfach war, da die vielen Clans in den verschiedenen Wohngebieten im Laufe von vielen tausend Jahren, inzwischen ihre eigenen Dialekte entwickelt hatten.

Also entwickelten wir einen Sprachform, die wir aus den verschiedenen heimischen kiskeranischen Dialekten zusammen fügten.

Aber wir denken, dass es für die Leser, die kiskeranischen Ursprungs sind, kein Problem sein sollte, die Zeilen fließend lesen zu können. Denn wenn wir davon ausgehen, dass das Unterbewusstsein eines Kiskeraners, bedingt durch seine vielen Vorleben in vielen Jahrtausenden, über weitaus mehr Wissen verfügt, als ein Hochleistungscomputer der heutigen Zeit, kann man auch davon ausgehen, dass es ihm ein Leichtes sein wird, unsere Aufzeichnungen problemlos zu lesen.  

Sollte allerdings Jemand schon beim Lesen Probleme bekommen, raten wir ihm, unsere Aufzeichnungen zur Seite zu legen. Denn im Grunde wäre damit auch schon bewiesen, dass die Person nicht kiskeranischen Ursprungs ist. Außerdem würde sein Unterbewusstsein, durch Mangel an Wissen und Erfahrungen aus vorherigen Leben auch gar nicht in der Lage sein, den Inhalt unserer Aufzeichnungen zu begreifen. Aber bei den vielen Spezies, die erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen, ist dies auch wohl völlig normal, wie wir durch die vielen Erkenntnisse während der Rückführungen erfahren konnten.

 

 

Die Wiedergeburt

 

Zuerst waren wir natürlich brennend daran interessiert, zu erfahren, welche Bewandtnis es mit der Wiedergeburt überhaupt hat und wie sie eigentlich vonstatten geht. „Ja secht morl, hefft gi denn dor keine Ahnung van?“ sagte Poggemöllers Karl, als wir ihn danach befragten, während er uns entsetzt ansah. „Kiek!“ sagte er. „Wenn diu sterfs, ess nau nich olle Daage Abend. Denn wers diu irgendwo wier neu geborn.

Dat hefft de Gottheiten extra sau inricht un dat ess auk oll gümman sau wesen, van Anfang an! Denn oss de Gottheiten de Grundmodelle van de Minsken iut de Aapen maket hefft, de iuse Vorfahren ja wieterentwickelt un vebetert hefft, hefft de oll richtich nordacht.

Dat glöfft man!

De wüssten doch ganz genau, dat sei de Aapen nich glieks teo virl Vestand in den Wirsing packen kön´n, wall de Aapen dormit nich trechte kurm wörn. De hörre dor doch gornich mit ümmegorn könnt un wass dürdreiet. Kiek! un dorümme hefft de Gottheiten den Aapen auk sau plant, dat de sick nur langsam entwickelt. Im Grunne wörn de erst ein Grundmodell, van de sei ne ganze Riege maket hefft. Van Ollen watt.

Un dor keim´n denn iuse Vorfahren in`t Spierl, de oll virl wieter entwickelt wörn. Sei hefft denn de Aufgabe hat, de Aapen-Spezies gümman wier mit Zwischenbesamungen intelligenter teo maken, wat bestimmt nich gümman einfach wesen ess, wie gi geo bestimmt vörstellen künnt.  

Kiek, un dorümme werd de Minsken, de van de Aapen affstammt, auk gümman wier geborn, dormit sick dat Bewußtsien nor un nor vegröttern kann. Olles Annere wörd ja auk keinen Sinn maken. wat glöfft gi denn, worümme wi Kiskeraner un Mur uss sauwiet entwickelt hefft. Dat kamm nich van ungefähr?

Denn wi hefft auk ers dorteo lern mösst, ümme uss geistich teo entwickeln, bett wi den Sinn van den Lierb`m vestorn hefft, dat glöfft man. Wat wi bi iuse unglaubliche Intelligenz un Weisheit Vedage allerdings nich mehr nörich hefft. Un wenn gi geo ümmekieket, künnt gi den Ünnascheid tüsken uss un de anneren Minsken auk ganz schnell fastestelln.Denn Vedage gifft et sauvirl primitive Spezies, bi de praktisch gorkein Unterbewusstsien dor es. In de Räumlichkeiten, de in´n Koppe dorfür vörsein sind, es bi de ne Leere, dat man dor fast ein Echo inne maken kann.

Un wenn dor wat inne es, es dat sehr übersichtlich.

Wi hefft dat oll för 15.000 Johre vörhersein, oss wi secht hefft: „Junge, Junge, wenn de Halfprimaten ünnaeinanna bösset un nich regelmäßich zwischenbesamt werd, kann dor nix van wern. Denn es dat ne Zeitbombe.

Un wi gi seit, hefft wi auk Recht dormit hat. Bi virle van de nützt denn auk keine Wiedergeburt, denn wo diu nix inseies kanns, kann auk later nix wassen. Orbe dat kann eck geo auk glieks oll seggen! Wenn diu blaus achtern Schriefdiske lichs un an´n Computer rümmedamels, teo de Adeligen hörs, Hochschullehrer, hauger Beamter un Politiker biss un iut Langewiele up den Papier gewaltige Kringel makes, kannse di auk nich wieterentwickeln. Un mit technischen Fiesematenten oll lange nich.

Denn bliffs diu dösich un moss achterher ne extra Runde wie in de Scheole maken, wenn diu dor sitten blierb´m biss. Un diu moss dat selbe Lierbm sau oft naumorl lierbm, bett diu begriepm hess, wat diu olles vekehrt maket hess.

Süste! un dorümme mütt Ganoven, wecke van de Politiker, Offiziere, virle van de Adeligen un haugen Beamten auk gümman in de ersten Klasse bi de Imännken bliebm, wall de in öre Zeugnisse nix anners oss  Sechsen storn hefft. Dat wör för de charakterlosen un dösigen Lü´e ja ne schöne Sache, wenn sei sick gümman wier ein feinet Lierbm up Kosten van Annere maken kön´n, orbe dor es auk ein Haken anne. De Gottheiten kiekt sick dat nämlich nich lange an!

Denn wenn de fastestellt, dat dat kein Sinn mehr maket, werd de Sittenblieber oss Aapen wiergeborn, de se ja auk morl wesen sind. Un glöfft mi, an meisten sind de Götter de Stinker ein Dorn in´n Auge, de Kriege maket. Mit de maket de glieks kott´n Prozess un dor nützt de denn auk kein Besuch bie´n Pabst mehr wat. Kiekt geo de Asiaten an.

De hefft dat oll vör lange Tied begrierpm un dorümme süt man dor in de Tempel auk sau virle Aapen rümmebalgen, de olles vullschiet´t.

Normalerwiese wörden se de Aapen ja auk wechjagen, orbe de wir´t dor ganz genau, dat einige van de Aapen, de dor rümme lungert, hauge Beamte, Offiziere un Ganoven wesen sind, de wat iutfret´n hefft.

Kiek! un iut den Grunne jaget se de Aapen auk nich wech, wall de wiergebornen Aapen de annern Minsken oss affschreckendet Beispiel deinen schütt. Un gi glöfft et nich, wie virl Halunken un vörherige graute Persönlichkerten tüsken de Aapen sind.

Et kann also passiern, wenn gi in den Zoo gort un Aapen seit, dat dor Fürsten, Grafen, Adolf Hitler, mittelalterliche Kutten, Hindenburg, Jack the Ripper, Göbbels, Göring, de aule Fritz un annere blutrünstige Gestalten in de Käfige rümme springet un sick gegensietich de Lüse iut´n Fell seuket.

Oss wi för Kotten in´n Ströher Zoo wörn, hefft mi saugor einer van de vedammten Aapen den Hitlergruß zeiget. Eck dachte, mi drepp de Schlach. Un oss eck den denn mit „Braune Sau“ tituliert hebbe, heff de veliuste Aape sick in de Hand schiertn un mi de Ladung up mien besten Anzug schmiertn. Dornor heff de denn  auk nau salutiert. Ja Junge, dor heff eck doch dacht, dat mi de Drort iute Müssen flüch!“

 

 

Die Kiskeraner

 

Wie wir ja schon erwähnten, gibt es massenhaft Bücher auf der Welt, die sich mit der Geschichte der Erde befassen. Doch in allen Fällen werden nur die sonderbarsten und verrücktesten Theorien aufgestellt, die im Prinzip jeder Grundlage entbehren und man muss sich schon fragen, ob sich all die Geschichtsforscher ihre Versionen von der Geschichte eigentlich nur ausgedacht und ihr eigenes Puzzle zusammengeferkelt haben, um etwas zu vertuschen.

Das muss schon so sein, denn sonst müsste man in den vielen Büchern auch schon einmal etwas über die Kiskeraner gelesen haben. Denn die Kultur des Kiskerlandes ist allemal mit der Kultur Ägyptens vergleichbar, so dass man sie eigentlich nicht übersehen konnte.

Aber sonderbarerweise taucht sie nirgendwo auf.

Das ist eigentlich schon ungeheuerlich, denn laut unsereren gewonnenen Erkenntnissen befand sich im Norden und Westen des Kreises Minden-Lübbeckes und im südlichen Niedersachsen vor vielen tausend Jahren nachweislich eine der hochstehendsten Kulturen der Erde. Wofür es auch weit mehr als ausreichend Beweise gibt, wie Sie noch lesen werden.

Denn so wissen wir heute durch die verschiedenen Rückführungen, dass das Volk der Kiskeraner ursprünglich im heutigen Irak lebte.

Und dass das Volk nur nach einem anderen Lebensraum Ausschau hielt, da ihnen dank ihrer großartigen Technik und weitreichenden Kenntnisse in der Astronomie nicht entgangen war, dass sich ein unglaublich großer Asteorid der Erde näherte, der ihren damaligen Lebensraum im sogenannten Sumerland bedrohte, in dem sich laut den bekannten Bibelaufzeichnungen ja auch das Paradies befand.

„Kiek, dat wör dat berühmte un legendäre  Sumerland!“ sagte Klötenkamps Ernst, eine der ersten Personen, die wir zurückführten.

„Un dütt Sumerland wass daumorls ein wunnerschönet grautet Land, in den wi unglaublich virle Generationen lierbet hefft. Dat wör daumorls de Irak un de Iran, ober dat de Bibel ja schriff, dat dor dat Paradies wesen ess. In den meisten Fällen lich de Bibel ja dortiergen, orbe in düssen Fall hefft de Bibel Recht!“

Als wir Klötenkamps Ernst fragten, warum man das damalige Land denn Sumerland genannt hätte, antwortete er: „Ja dat kamm wall dorvan, wall wi Kiskeraner sau musikalisch wörn, un wi gümman för uss henn summt hefft. Dorümme hefft de primitive Spezies achter iuse Grenzen denn mit de Tied auk Summer-Land secht.

Richtich wör in Grunne „Kiskerland“ wesen, orbe dat wass uss daumorls schietegarl, wie de uss nennt hefft. Un van mi iut hön´n de auk Flötgepiepen teo uss seggen könnt. Hauptsache wör för us, dat wi dor achter olles ünna Kontrolle hön´n!“

 

 

Ausweisung der Bayern aus dem Paradies

 

Nun! sagten wir zu Klötenkamps Ernst. In der Bibel steht, dass die Menschen von den Göttern gemacht wurden, was durch ihn auch bestätigt wurde. Aber es stände ja auch darin, dass man die Menschen aus dem Paradies heraus geworfen hat. „Kiek!“ sagte er. „Ganz sau es dat nich wesen un blaus teon Deil richtig. Denn uss hefft man dor ganz bestimmt nich riutschmiert´n. Wi süms hefft wecke riutschmiert´n!

Dor wör ne gedrungene primitive Rasse bi uss iut de Türkei in´n Lanne teon Arbeiten, de aufmüpfich un fiul wör. Un de einzige Möglichkert, de wi sein hefft, wör, de Spezies achter de Alpen teo bugsiern, dormit se uss an Enne de annern Rassen nich mehr verückt un fissich maken kön´n

Waren das die Bayern? fragten wir. „Dat es geot möglich!“ sagte er. „De hefft up jeden Fall ganz gewaltige Bumsköppe un ne graute Schniut´n hat!“

 

 

200.000 Jahre alte Geschichte

 

Etwas später erfuhren wir dann, dass die Kiskeraner im Irak, ähnlich wie die Mur in Ägypten immerhin auf eine Vergangenheit von mehr als 200.000 Jahre zurückblicken konnten und über einen langen Zeitraum sogar von Halbgöttern regiert wurden, die teilweise über eine Dauer von 10.000 Jahre regierten, was durch sehr viele Aufzeichnungen der sogenannten Sumerer, die ja eigentlich Kiskeraner waren, sogar belegt ist. Wovon unsere Geschichtsschreiber natürlich wieder einmal nichts wissen wollen.  Allerdings war es auch äußerst schwierig, unsere sogenannten Medien in diese Zeit soweit zurück zu führen, da es unglaublich viel Zeit in Anspruch genommen hätte.

Aber das eine oder andere Mal gelang es uns mit Hilfe von Rüters August und Büttemeiers Sophie dann doch, nach tagelangen Befragungen während der Sitzungen mit ihnen, etwas mehr als nur Licht in die tiefste Vergangenheit der Kiskeraner zu bringen, da sie einige Male in diese Zeit hinein geboren worden waren. So dass sie uns einige unglaubliche Erkenntnisse zukommen lassen konnten.

Dabei kam uns allerdings aber auch zu Hilfe, dass die damalige Lebenserwartung der Kiskeraner bis zu 1000 Jahre betrug.

Und so gesehen ist das hohe Alter, einiger aufgeführten Personen in der Bibel auch nicht unbedingt ungewöhnlich. Nun, wir hätten sicher auch gerne noch tiefer in der Vergangenheit gegraben, um noch mehr Aufschlüsse über die Geschichte des kiskeranischen Volkes zu erhalten.

Aber dann hätten manche unserer Medien sicherlich wochenlang auf der Couch verbringen müssen, so dass wir uns entschlossen, Rückführungen in die noch tiefere Vergangenheit zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen, wenn wir die bisherigen Erfahrungen aufgearbeitet hatten. Und das war nicht gerade wenig, wie sie noch lesen werden.

 

 

Veredelung der verschiedenen Rassen

 

Nach einiger Zeit erfuhren wir auch, wie der größte Teil der heute bekannten menschlichen Rassen, die von den Göttern aus den Affen geschaffen wuren, von den Kiskeranern und den Mur, weiter veredelt wurden, indem sie ihr  Erbgut mit dem der anderen Rassen kreuzten. Und im Grunde hatten wir es Beckschewen Walter zu verdanken, als wir ihn fragten, wie viele verschiedene Menschen es zu jener Zeit denn gegeben hätte.

Und seine Antwort klingt uns heute noch in den Ohren, als er sagte; „Nen grauten Tropp! Orbe de Meisten heft iuse Ahnen un de Mur schon wiet för iuse Tied in´n aulen Kiskerland denn achterher wall iut Langewiele iut de Aapen wieter tücht.

Gümman mehr Arten heftse tücht, bett dat ne Seuche worn was. Einer weol ja beter sien os de Annere. Junge, dor wörn vegrellte Exemplare tüsken, kann eck geo seggen! Velichte hefftse nich geneog Wieber teon Bössen hat, heft wi gümman secht!“

Denn dorfür könn man se geot briuken, wenn dat eigene Wief nich geot upn Damm wass, keine Tied hat hefft, orre siene Dage hörre.

Ja Junge, un bi de Bösserei wörn se auk gornich morl sau schlecht. Orbe denn kamm ja auk nau dor teo, dat de Wieber van de primitven Rassen an leifsten klöeke Kinner hemn weoln, wie dat ja auk Vedage nau es. Un dor bleif dat ja auk nich iute, dat sei sick bi de wiet entwickelten Kiskeraner oll teogerne besamen lorten hefft. De hefft förmlich dorümme bettelt!“

Sie werden sich vorstellen können, wie überrascht wir waren, als wir das hörten, zumal  einige der Frauen heute bei der Besamung nicht unbedingt wissen, ob der glückliche Samenspender auch alle Tassen im Schrank hat. Wobei sich die spätere Besamung der recht primitiven Rassen für uns allerdings auch als großer Nachteil erweisen sollte, da es sich dadurch als äußerst schwierig herausstellte, Kiskeraner zu finden, die im Laufe von vielen tausend Jahren reinrassig geblieben waren.

Denn bedingt durch die Besamung der einfachen Rassen durch die Kiskeraner, blieb es natürlich nicht aus, dass manche Nachkommen von ihnen sich geistig wie auch körperlich, weitaus schneller entwickelten, obwohl sie primitiver Herkunft waren.

Doch nach einiger Zeit bekamen wir Dank der Hilfe von Beckschewen Walter doch mehr Routine, so dass wir einen Großteil der Menschen, die sich für eine Rückführung anboten, gleich wieder fortschicken konnten.

Er sagte: „Gi mütt geo den Kopp mit den Gesicht, de Figur, den Gang un de Bewegungen ankieken. Dor süt man meist schon olles anne! Kiek, Bumsköppe wie bi de Russen, Bayern un de meisten Amerikona un nen  Balg wien Kalf, hefft de Kiskeraner oberhaupt nich hatt.

Un wenn de Minsken nich „Platt“ kürn künnt un mit de Hänne un Foite kürt, süt man glieks, dat se van de Aapen affstammt.

De maket dat inne Börme ja genausau, wenn de sick ünnahault. För düsse Minsken künnt gi genausau geot ne Banane trüggeföhrn!“

Weitere Rückführungen mit recht fragwürdigen Medien, die sich uns anboten, bestätigten dann auch seine Aussagen und bewiesen, dass er mit seinem Tipp schon richtig lag. Was uns letztendlich auch viel kostbare Zeit ersparte.

Waren am Anfang der Züchtungen auch noch Einige nicht so gut gelungen, so konnten sich die späteren Züchtungen laut Beckschewen Walter aber durchaus sehen lassen, so dass man viele der ausgesprochen hübschen Frauen auch nicht ohne triftigen Grund von der Bettkannte stoßen oder einfach liegen lassen konnte.

„Junge!“ sagte er. „Dor wörn Exemplare bi´e, dor krechse oll van hennkieken Platznot för dien Gemächte!“ Aber dann sagte er auch, dass es den Frauen sicherlich noch am geistigen Erbgut, vergleichbar mit dem des Kiskeraners gefehlt hätte. „Na ja, teo´en Denken hefft wi de ja auk nich briuket. Dorför wörn de nau nich geschaffen, wall de ja erst in´n Anfangsstadium van de Entwicklung wörn.

Orbe de wörn oll virl wieter oss de Kerls, denn bi de mösst´n wi gümman uppassen, dat se sick de Köppe nich inkloppt!“ 

Genau wie heute, warfen wir ein und sagten, dass fast alle Kriege, die bisher geführt wurden, meist von den Männern angezettelt wurden. Worauf uns Beckschewen Walter sagte: „Den Schwienkrorm gaft et daumorls nich, dor hefft wi oll för sorget!“ „Ja Junge!“ sagte er weiter. „Dat hörre morl einer wagen mösst, uss anteogriep´m.

De hön´n wi mit iuse überragende Fähigkerten auk glieks achter de Alpen bugsiert, wie wi et ja auk oll mit de Bayern maket hefft. De hefft sick ja auk gewaltich vejaget. Un gi glöfft garnich, wie de Annern sick dat achter de Ohrn schrierb´m hefft, Dor wass denn Ruhe, oss wi dat Exempel statuiert hefft!“

 

 

Der Asteroid

 

Nun alles in allem waren die Kiskeraner im Irak wohl recht glücklich, wie wir hörten und wären unter normalen Umständen auch wohl nicht auf die Idee gekommen, umzuziehen. Sie mussten zwar manchmal ein Auge auf die recht exptischen Züchtungen der vielen anderen Rassen werfen, damit diese nicht auf dumme Gedanken kamen, wie die Bayern, aber im großen Ganzen war man dort wohl mehr als zufrieden. Klötenkamps Ernst sagte: „Wi hefft geot girt´n, iusen Wacholder hat un mössten us nich plagen.

Und laut Klötenkamps Ernst wäre man sicher auch dort geblieben, wenn nicht dieser unglaublich große Asteorid gewesen wäre, den Lüdekings Fritz im Universum entdeckt hatte. 

Seine Flugbahn führte ihn unglücklicher Weise genau in die Richtung der Erde und er war einfach zu groß, um ihn aus der Bahn zu bringen oder zu sprengen.

Und außerdem hatte er zudem noch eine sehr hohe Flug-Geschwindigkeit, die Versuche dieser Art völlig unmöglich machten.

„Ja Junge, dat wör ne beschissene Situation!“ sagte Klötenkamps Ernst. „Wi hefft daumorls henn un her oberlecht, watt wi dorgegen maken kön´n, orbe uss es nix Probates infall´n, wie wi den Kawenzmann bikurm kön´n. Junge, de hefft ein enormen Takken ruppe hat un denn wass de ja auk gewaltich.

Lüdekings Fritz hefft den ja auk nur zufällich entdekket, wall hei daumorls im kiskeranischen Observatorium olle neesenlang den Sternenhimmel beobacht hefft, ümme teo kieken, ob wi Besuch van annere Planeten krieget. Un denn gaff et daumorls ja auk düsse Weltraum-Piraten iut den Orion-Nirbel, de up iusen Wacholder scharp wörn.

Ja Junge, Besuch un Piraten wörn us leiber wesen, os de Kawenzmann. Lüdekings Fritz heff denn iutreeket, dat de Asteorid in ein´n Winkel van exakt  43,62 Grad up de Ern in den Atlantik inschlorn werd.

Oss hei uss denn auk nau klormaket hefft, wie gewaltich de Flutwelle iutfallt, hefft uss natürlich de Hore teo Beerge storn. Un dat Schlimme wass, dat hei sick auk nau hunnertprozentig sicher wass. Allerdings hefft wi orbe auk nau ausreichend Tied bet teo de unangenehme Kollosion hat, denn Lüdekings Fritz hörre den Inschlag van den Asteoriden up 14.35 Uhr namdorges va´n 1.Mai im Johre 11.229 vör Ch. bereeket.

Un sau bleiben uss gümmanhenn nau knappe 400 Johre Tied, ümme uss in Sicherhert teo bringen. Orbe wer de Kiskeraner kinnt, weit auk, dat wi nich bett dorhenn lurt hefft, wall dat nich iuse Mentalität wör!“

 

Und dann erzählte er uns, dass sie sich im Gegensatz zu den Mur und den Atlantern, die sich nach langen Beratungen entschlossen, kurz vor dem Einschlag des Asteoriden die Erde zu verlassen, recht frühzeitig nach einem neuen Lebensraum umsahen, bevor die schönsten Gebiete auf der Erde, die für sie als neue Wohngebiete in Betracht kamen, von den vielen unzähligen Hottentotten besetzt waren.

 

 

Die neue Heimat

 

Nun gut, meinte er, man hätte ja auch von der Erde verduften können wie die Mur, aber nach vielen Überlegungen wäre man sich nicht sicher gewesen, ob man einen Planeten gefunden hätte, der die gleichen optimalen Bedingungen für die immens wichtigen Wacholdersträucher geboten hätte. „Wi sind denn up de Ern blierbm!“ sagte er.

Und da die Kiskeraner sich als erste umschauten, hätten sie natürlich auch eine große Auswahl unter den sich anbietenden Wohngebieten gehabt, die für sie in Betracht kamen. Man hätte sich dann ein Wohn-Gebiet ausgesucht, das ihren hohen Ansprüchen genügte.

Denn immerhin hatte man bisher im Paradies gewohnt und in Anbetracht dieser Tatsache siedelte man nicht unbedingt in einer trostlosen Gegend, wie zB in der früheren DDR, was ja auch durchaus nachvollziehbar ist.

Und wie wir durch Klötenkamps Ernst aus Sielhorst während einer weiteren Rückführung erfuhren, standen am Anfang der Überlegungen allerdings auch noch andere Gebiete zur Auswahl, die für das neue Wohngebiet in Frage kamen. Wozu auch Kalifornien, Cuba, Australien und die Ukraine gehörten.

„Orbe lestendlich hefft denn de ganz besonneren Bodenverhältnisse för de Wacholderstrüsker un de tweihunnert Meter hauge Vulkan, de regelmäßich iutbroken es un ein warmet Klima garantiert hefft, de Entscheidung lichte maket!“ sagte er. 

 

 

Der Vulkan

 

Da war er wieder, der „Vulkan“ von dem auch Poggemöllers Karl während des Spaziergangs in Varl gesprochen hatte und nach etwas präziseren Fragen und zwei weiteren Rückführungen anderer Personen durch Fum-Tsen-Tong wurde schnell klar, dass es sich zweifelsfrei um den Schnakenpohl handeln musste, von dem er sprach. Anfangs hatten wir ja noch an der Aussage von Poggemöllers Karl gezweifelt, als er uns während des Spaziergangs von einem Vulkan erzählte. Aber nachdem seine Aussage dann auch noch von Klötenkamps Ernst bestätigt wurde, blieb uns wohl nur noch übrig, als uns mit der früheren Existenz des Vulkans abzufinden. Unglaublich!

Dann erfuhren wir, dass der damals noch aktive Vulkan, auch für den Obstanbau von großer Bedeutung war. Es waren seine regelmäßigen Ausbrüche, die ein angenehmes warmes Klima garantierten, dass dem der Kiskeraner, in ihren vorherigen Wohngebieten sehr ähnlich war. Aber außerdem war das Klima auch wohl für die geplanten Weinberge sehr wichtig, die schon im Irak nicht gerade kleine Ausmaße hatten.

Denn neben dem Wacholder tranken die kiskeranischen Frauen zur damaligen Zeit auch gerne schon mal ein Gläschen alkoholisierten Most, den man zeitweise sogar ins Murland exportiert hat.

Wir erfuhren von Wankelmanns Frieda dann, dass der Weinanbau eigentlich auch nur durch das Erkalten des Vulkans immer mehr zurückging. Dies war dann auch der Grund, dass man den Wein zum Schluss nur noch an der geschützten und sonnigen Südseite des Fachwerkgiebels anbaute, wie es ja auch sogar noch bis zum Ende des zweiten Weltkriegs üblich war. Und wenn man bedenkt, dass die Weinstöcke, die man nach und nach ausgerottet hat, oder eingehen ließ, ein wahrscheinliches Alter von über zwölftausend Jahren hatten, ist es eigentlich jammerschade darum.

Aber hier und da hat man bis heute sogar noch einen Weinstock aus längst vergangenen Zeiten am Leben erhalten und sie danken es ihren jeweiligen Besitzern auch immer noch jedes Jahr mit reichlicher Ernte.

Der einzige Unterschied zum damaligen Anbau besteht eigentlich nur darin, dass man heute Drähte und Bindfissen an das Mauerwerk spannt, um dem Wein auch die notwendige Kletterhilfe zu geben, da es ja kaum noch alte Fachwerkhäuser gibt, an denen der Wein wie früher einen ordentlichen und natürlichen Halt finden kann.

Und mal ganz ehrlich, gesehen haben wir die weinberankten schönen Giebel an der Südseite der alten Fachwerkgiebel alle schon einmal. Aber dass die Weinstöcke ein biblisches Alter haben, weiß doch heute eigentlich keine Sau.

 

 

Obstanbau im Kiskerland

 

Bei einer weiteren der vielen Rückführungen erfuhren wir dann durch Tütings Heinrich, der sich als besonders ergiebiges Medium erwies, da er gleich 7 Leben als Kiskeraner in verschiedenen Zeiten lebte, dass die Kiskeraner unsere jetzige Heimat zunächst fast 400 Jahre, bis kurz vor dem Asteroid-Einschlag nur als Kolonie geführt haben, in der sie zuerst Wacholdersträucher  anpflanzten, weil ihnen das wohl am wichtigsten schien.

Aber nach und nach pflanzten sie dann, laut seinen Ausführungen auch eine große Anzahl der verschiedensten Obstbäume an. Und wenn man den Worten von Minna Schonhofen Glauben schenken kann, müsste man die heutigen Obstbäume wegen des Geschmacks ihrer Früchte eher Gurkenbäume nennen.

Der Unterschied zu den heutigen Obstsorten muß also schon sehr groß gewesen sein. Außerdem war die Vielzahl der Sorten laut ihrer Aussage mit den  heutigen wohl nicht vergleichbar.

 „Junge!“ sagte sie. „Wi hefft gewaltich virl Sorten hat! Obstsorten wörn dorbi´e, van de gi Vedage blaus drömm´n künnt. De hefft schmicket, dat di vörher oll dat Water in´n Miul teohaupe laup´n ess. Ollerne de Appelsorten hefft di oll süchtich maket, wenn dui de blaus seine hess. De Sorten „Wonneschmaus“ „Sonne des Tigris“ „Süße von Mechtalan“ un „Jungferntitt“ un virle annere Sorten kinnt Vedage garkeiner mehr. De hefft man einfach iutsterben lorten. Dat es ne Schande!

Un denn de Biern, Kirsken un Schwetzken er’s morl, wat hefft de daumorls nau för ein feinet Aroma un nen Geschmack hat. Un et gaff daumorls auk keine Fier, bi de keine Wacholderbowle upp´n Diske stönd, wo keine Biern inne wörn. Dor hess diu keine Schieterei un nen dicken Kopp van kriegen. Dor könnse bett teon nächst´n Dach hennlangen, ohne dat diu dicke wörs, wall de ja blaus sesstich Prozent hat hefft.

Un gi glöfft et nich. Wi hefft saugor Kokosnürte, Oliven un Feigenbörme inne Nörchte van den Vulkan anplant, de auk derbe dregen hefft. Kiek, dorher kamm denn ja auk de Spruch: Bis diu Feige? Wi hefft dat gümman secht, wenn einer van de Kerls bi uss Schiss vörn Bössen hörre un sick för Angest inne Böxen maket hefft. Kiek, un wall de Feige wie ein Ors iutsüt, keim dor de Spruch bi riut!“

 

Auswanderung in die neue Heimat

 

In einer weiteren Rückführung, erfuhren wir dann, dass unsere Vorfahren dann nach und nach alles andere Notwendige für ihre spätere Auswanderung vorbereiteten, indem sie auch Wohngebäude und Stallungen für das unterschiedlichste Viehzeug errichteten, was natürlich sehr aufwendig war, da ja auch Hunderte von Kilometern Zäune errichtet werden mussten. Das war natürlich eine unangenehme und zeitraubende Arbeit, von der man auch schon damals nicht unbedingt besonders begeistert war.

Und so überlegte man, ob es nicht unter den von ihnen gezüchteten, weniger weit entwickelten Rassen eine gab, die zwar nicht sehr intelligent war, aber dafür richtig was im Ärmel hatte. „Wi hefft denn de Bayern iutsocht, sagte Tütings Heinrich.

„De hefft wi ja daumorls zwar achter de Alpen iutset´t, orbe teon Arbeiten hefft wi us de denn wierhaalt, wall de ja anspruchslos wörn.

Un gi glöfft et nich, wie de sick freuet hefft, oss de uss wier sein hefft. Denn bi uss hefft de dat sicher auk beter hat, oss anne Alpen. Dat wüssten de inzwischen auk ganz genau un ne graute Schniut´n hön´n de auk nich mehr.

Und dann berichtete uns Tütings Heinrich, dass die Bayern eigentlich gar nicht so dumm waren, wie sie aussahen.

Denn immerhin hätten sie es schon in der Türkei verstanden, sich in den weitreichenden Gebirgslandschaften untereinander zu verständigten, indem sie das Jodeln entwickelten. Und mit Zuhilfenahme des Echos konnten sie sich so über unglaubliche Entfernungen Nachrichten zukommen lassen.

Diese Art der Nachrichtenübermittlung findet man ja auch noch heute in den weitreichenden türkischen Gebirgslandschaften vor, so dass man sich auch nicht unbedingt wundern muss, wenn man die typischen bayrischen Jodelgesänge in der klassischen türkischen Musik vorfindet.

Ein Beweis mehr, dass die Bayern ein absolut reinrassiger türkischer Stamm sind, was der Welt bisher scheinbar gänzlich unbekannt war. Aber für die Kiskeraner war es laut Tütings Heinrich, vor allem von großer Wichtigkeit, dass die Leute, die man für die unangenehmen Arbeiten holte, nicht bekocht werden mussten und sich selbst versorgen konnten. Das war bei den Bayern absolut gewährleistet, denn ihre Hauptnahrung waren Wild, das sie mit bloßen Händen erwürgten, Baumwurzeln, Eicheln, manches Grünzeug wie Brennnesseln, Farn, Baumrinde und Ziegenkäse, so dass man sich, was dies betraf, auch keine allzu großen Gedanken machen musste.

Denn vor allem Brennnesseln gab es hier damals schon reichlich. So hat man dann auch einen Stamm von etwa 11.000 Leuten dieser ausgesprochenen  putzigen Spezies in das neue Siedlungsgebiet gebracht, da sie für einfache Arbeiten, wie Pfähle in den Boden zu prügeln, wie geschaffen schienen. Und von den Pfählen benötigte man natürlich auch Unmengen für das Errichten von Zäunen, damit das vielfältige und teils widerspenstige Viehzeug nicht stiften ging.

Aber trotz der großen Stückzahlen dauerte es nach Aussagen von Tütings Heinrich dann doch nicht sehr lange, bis alles soweit hergerichtet war, so dass auch die ersten Menschen aus dem Irak umgesiedelt werden konnten.

Was von Drövelmanns Heinrich und Minna Schonhofen auch bestätigt wurde.

 

 

Der Umzug

 

„Junge!“ sagten sie, wi hefft orbe auk Dach un Nacht dürmaket, dormit wi nich in Vezug kurm sind!“ Sie gehörten quasi, wie er erklärte, zu einer Art Vorhut, die als erste umsiedelten, um bei den letzten Arbeiten, die noch anstanden, auch sicher zu stellen, dass man für den großen Umzug nichts vergessen hatte. Und nachdem man Tütings Heinrich aus dem Irak fragte, ob alles wie geplant laufen würde, antwortete er: „Wi hefft dat hier olles inne Fissen.  Dat walte Tüting!“

Zu diesem Zeitpunkt konnte er noch nicht wissen, dass sein Spruch noch viele tausend Jahre später unvergessen und bis in die heutige Zeit Kult bleiben sollte.

Und Tütings Heinrich und Drövelmanns Heinrich war es auch wegen ihres unermüdlichen Einsatzes zu verdanken, dass die Umsiedlung viel eher als geplant vorgenommen werden konnte.

Aber das war auch gut so!

Denn nachdem sich der Asteorid der Erde immer mehr näherte, rückten ihnen im Irak doch immer mehr der  Nachbarvölker näher auf die Pelle, weil sie so langsam doch auch Muffe vor der zu erwartenden Flutwelle bekamen. Ihnen ging sprichwörtlich der Docht, was man gut nachvollziehen kann.

Am Anfang hat man die vielen Eindringlinge ja noch abwehren können, indem man ihnen gezeigt hat, wo Bartel den Most her holt, aber je näher der Asteorid kam, umso ungemütlicher wurde die Situation dann doch, zumal auch eine ganze Menge Rassen dazu gehörten, mit denen nicht unbedingt gut Kirschenessen war.

 

„Wi hefft denn de Faxen irgendwann dicke hat un sind etwas vorzeitich ümmettogen!“ sagte Tütings Heinrich. Gümman mehr van de virlen Rassen sind uss an de Grenzen rücket, dat wi irgendwann secht hefft: „Jetzt hefft wi de Schniut´n vull, lort de unliebsame Norberskopp trügge un maket zügig de Kurve!“ Junge! dor wörn orbe auk rünstige Exemplare bi´e, dat di de Hore teo Beerge storn hefft. Vör ollen Dingen hefft de romantisch veanlagten Wieber us Druck maket, schnell ümme teo tein, wall de mit de Situation obahaupt nich trechte kurm sind!“ Dorför hefft wi denn auk Veständniss hat.

Wobei, laut Tütings Heinrich der eigentliche Umzug dann auch kein Problem darstellte, da man ja schon seit langem, neben den damaligen Bewohnern Ägyptens, über entsprechendes Fluggerät wie Raumtransporter und Raumgleiter, in allen Größen verfügte, die zum Teil ein enormes Fassungsvermögen besaßen und fast Lichtgeschwindigkeit erreichten, so dass man in kürzester Zeit einige Male hin und her fliegen konnte.

 

Das hatte neben der Zeitersparnis natürlich auch den Vorteil, dass man die Landschaft nicht wie heute mit vielen Straßen verschandelte und Krötenauffangzäune errichten musste.Aber nicht nur das! Denn nach Aussagen von Schnepels Else war man damals sogar in der Lage, Personen und kleinere Gegenstände zu beamen.

Dass diese Aussage von Schnepels Else während ihrer Rückführung bei uns natürlich wie eine Bombe eingeschlagen hat, können Sie sich sicher vorstellen. Und deshalb hat Fum tsen Tong sicherheitshalber auch noch zwei weitere Kontrollrückführungen vorgenommen, um ganz sicher zu gehen, dass ihre Aussagen auch der Wahrheit entsprachen. Aber es gab keinerlei Zweifel!

Denn nach ihren Ausführungen hatte sie sogar selbst des Öfteren von der Möglichkeit des Beamens Gebrauch gemacht und keine Schäden davon getragen. Außer dass ihr nach der Re-Meterialisierung jeweils für ein paar Stunden etwas trieselig im Kopf war, die Möpse neu ausrichten musste und die Nippel angeschwollen waren. Ansonsten hätte sie das Beamen eigentlich jeweils schadlos überstanden.

 

Das war natürlich ein Ding und es dauerte schon eine ganze Weile, bis wir uns nach dieser unglaublichen Sensation seelisch wieder halbwegs gefestigt hatten. Denn wir hätten nie gedacht, dass das Beamen überhaupt möglich wäre. Wir hatten zwar schon einige Sience-Fiction-Filme gesehen, aber dass beamen möglich war, daran haben wir eigentlich nicht ernsthaft geglaubt.

Doch noch nicht genug damit, zu erfahren, dass unsere Vorfahren beamen konnten. Denn so ganz nebenbei erfuhren wir auch noch, dass sich die kiskeranische Beamstation auf Höhe der inzwischen abgerissenen Molkerei in Rahden befunden haben soll. So war es auch kein Wunder, dass man in den 60 er Jahren beim Bau des nicht gerade kleinen milchverarbeitenden Betriebes kernige Fundamente vorfand, die einen imens hohen Teil der vorher kalkulierten Baukosten ersparten.

 

Die Presse berichtete seinerzeits von diesem glücklichen Zufall, der in der Verwaltung natürlich mit sehr großer Begeisterung registriert wurde. Zumal durch die so freigewordenen Mittel das eine oder andere finanzielle Loch in der Gemeindekasse gestopft werden konnte. Denn mit dem Geld konnte man in den sechziger Jahren wohl genauso wenig gut haushalten wie heute.

 

 

Der Damm

 

Nachdem die umfassenden Arbeiten der Umsiedlung abgeschlossen waren, hat man nach Aussagen von Mösemeiers Kurt und Waßmanns August allerdings auch noch einen 3 Meter hohen Damm um das komplette Siedlungsgebiet aufgeschüttet, um sich so vor eventuellen Überschwemmungen zu schützen.

Denn ganz sicher wäre man sich auch nicht gewesen, wie groß die Nebenauswirkungen des sich nahenden Asteorideneinschlags sein würden. „Wi hefft erst dacht, dat wi uss dat sparn künnt, orbe denn hefft Wassmanns August secht: „Junge, wenn dor Wiend upkump, kann dat graute Welln gierb´n, de bi uss rinn ballert!“ 

Wie wir hörten, war die Strecke allerdings nicht gerade kurz, denn es handelte sich immerhin um gut 350 Kilometer, die man aufzuschütten hatte, was nicht gerade wenig war. Aber vor größeren Aufgaben haben sich die Kiskeraner scheinbar schon damals genauso wenig wie heute bange gemacht. Bei ihnen passte auch wohl grundsätzlich die Einstellung, die sie ja auch heute noch von den anderen gewöhnlichen Menschen unterscheidet und ihre einzigartige Besonderheit erst ausmacht.

 

Leider ist von dem Damm heute nicht mehr sehr viel zu erkennen, oder man muss schon ein geschultes Auge haben, den damaligen Verlauf nachvollziehen zu können. Aufschluss über den genauen Verlauf gab uns letztendlich eine Rückführung von Rövelkamps Anna, die lange Zeit in Steyerberg direkt am Damm wohnte und in einem schmucken kleinen Häuschen eine Fischbraterei betrieb, die auch einen guten Zulauf hatte.

Und nach ihren Aussagen war für die damalige Zeit auch Werbung nichts Ungewöhnliches, denn sie berichtete, dass sie über dem Eingang ihrer Fischbraterei an der Küste ein solides Holzschild angebracht hatte, auf dem folgender Werbespruch stand: „Gebrorten Fisk es ein Genuss un schützt di vör den Darmveschluss!“

Man hat, wie man hieran erkennen kann, damals scheinbar viel mehr als heute äußersten Wert auf eine gesundheitsbewusste Ernährung gelegt und man nahm bei der Werbung auch kein Blatt vor den Mund. Denn Werbeslogans dieser Art findet man heute eher selten, oder auch gar nicht mehr.

 

Nun, jedenfalls war es schon sehr sinnvoll, dass Mösemeiers Kurt und Waßmanns August einen Sicherheitsdamm errichten ließen, denn dass sich die Nordseeküste  so weit auf dem vorherigen Festland befinden würde, hatten sie nicht unbedingt erwartet. Wobei die nahe Küste, wie am Beispiel von Rövelkamps Anna, natürlich auch viele unvorhergesehene Vorteile mit sich brachte.

Denn im Wasser schwamm eine Vielzahl von verschiedenen Fischen, mit denen man den Speiseplan um einiges reichhaltiger gestalten konnte. Und so muss man sich auch nicht darüber wundern, dass Salzheringe und Kabeljau eine beliebte Alternative zu den üblichen Speisen, wie Schweinefleisch oder Stippgrütze im Kiskerland waren.

Dies blieb, wie die Alten von uns noch wissen, bis in die 60 er Jahre so, obwohl die Fische später, statt sie vor der Haustür zu angeln, von der Mindener Heringsflotte in der Nordsee geangelt werden mussten, da sich das Wasser wieder in seine Ursprungsgebiete zurückgezogen hatte.

 

Und wer sich ein wenig mehr in unserer Heimatgeschichte auskennt, weiß sicher auch, dass die Mindener-Heringsflotte auf eine unglaublich lange Vergangenheit zurückblicken konnte, bevor sie am 15 Mai des Jahres 1964 den Fischereibetrieb ganz einstellte.

Aber dass sie auf eine Geschichte von fast 13.000 Jahren zurückblicken konnte, weiß heute kaum noch Jemand. Oder hätten Sie das gewusst?

Nun, die älteren Bewohner Mindens werden auch noch wissen, dass bis kurz vor dem 1. Weltkrieg noch jeder zweite Junge in Minden traditionsgemäß „Buttjer“ getauft wurde, was im eigentlichen Sinne nichts anderes als „Buttfänger“ bedeutet.

 

Denn Butt heißt sinngemäß auf altkiskeranisch übersetzt nichts anderes als Fisch. Die meisten von uns werden sicher auch das Gedicht vom Fischer und seiner Frau kennen, in dem es heißt: „Buttje, Buttje in de See, miene Fru de Isebill, will nich so, wie eck wall will!“ Es ist eines der ältesten kiskeranischen Gedichte und belegt somit auch heute noch die Namensgebung des Butts in der kiskeranischen Zeit.

Und wenn man bedenkt, dass bis zum Jahre 1585  89 % der Mindener Bürger durch den Fischfang oder Tätigkeiten im Puff in Lohn und Brot standen, war dies im Vergleich zu Hamburg doch ein ungewöhnlich hoher Anteil der Bevölkerung. Das ist den Meisten sicherlich gänzlich unbekannt.

 

 

Verlauf des Damms

 

Aber sehen wir uns einmal den genaueren Verlauf des Deiches an, damit sie sich eine grobe Vorstellung von der damaligen Größe des Kiskerlandes machen können. Wir fangen am besten im vorher schon erwähnten Steyerberg an und beschreiben einen großen Bogen von dort über Bückeburg bis nach Minden. Womit wir auch schon einen großen Teil des Süd und Ostdeiches erfasst haben.

Von Minden bis zu den Dammer Bergen ( Diese Bezeichnung erinnert noch heute an einen Teil des Damms ) konnte man sich die Aufschüttungen zum größten Teil ersparen, da man mit dem Wiehengebirge und den natürlichen Erhöhungen diesseits des Osnabrücker Raumes vielerorts einen Naturdeich vorfand, in dem man nur die eine oder andere Lücke zwischen den Erhöhungen schließen musste, was natürlich von großem Vorteil war. Also verblieb nur noch das nordöstliche Teilstück von Hunteburg über Damme, Diepholz, Sulingen bis zum Ausgangspunkt Steyerberg.

 

Aber alles in allem war es doch ein ganz schön großes Gebiet, das letztendlich von dem Damm umfasst wurde. Aber man wollte laut Rövelkamps Anna ja auch nicht zu beengt wohnen und dachte an die Zukunft.

Denn immerhin bestand das Volk der Kiskeraner aus etwa 28.000 Personen, die zur damaligen Zeit sehr großen Wert auf ihre Gemüsegärten legten, die man im Kiskerland noch bis in die späten sechziger Jahre fast überall vorfand.

 

Sehr interessant ist aber auch die Tatsache, dass es vor der Besiedlung des Kiskerlandes nach Aussagen von Anton Lusmöller noch gar keinen Dümmer See gab.

Vielmehr soll es sich bei dem heutigen See um eine natürliche Bodenvertiefung gehandelt haben, in der sich zur damaligen Zeit überhaupt kein Wasser befand, was für uns natürlich unvorstellbar war.

Er erklärte uns, dass damals unter der Leitung von Dümmers Fritz innerhalb des Deiches einen Graben angelegt wurde. In ihm wurde dann das Wasser aufgefangen, das durch den Deich sickerte. Und so konnte man es von dort gezielt in die Talsenke zu leiten, oder es wieder über den Deich pumpen.

So wäre dann letztlich, als das Wasser nach einigen Tausend zurück wich und die Küste sich verlagerte, der „Dümmer-See“ entstanden. „Wie hefft den Talkessel denn mit Water vull laup´n lort´n un Fiske rinn se´t, wall dat Meer ja wege wör!“ sagte Lusmöllers Anton. Dat wör oll gut durchdacht un wi mössten nich teo´n angeln anne enfernte Küste balgen.

 

Ja Junge! sagte er. Dümmers Fritz heff oll wat up´m Kasten hat. De wör Bollwerker-Meister un de Tiefbau-Ingineure vedage wiet oberlegen. Glöfft man, de hefft oll, bevör wi hier henntogen sind, bi de Mur de Pyramiden-Dränagen plant. Un de Pyramiden sind Vedage nau waterdicht. Dat sech doch wall Olles. Kiek! Un van Dümmers Fritz hefft de Dümmer auk den Namen.

 

Und als er uns dann auch noch während einer weiteren Rückführung berichtete, dass im heutigen Dümmer- See einige Tausend Jahre Kühe gegrast hätten und man später für eine lange Zeit in ihm Reis angebaut habe, hätte es uns fast wieder umgehauen. Aber wir waren ja schon daran gewöhnt. Nun ja, in einem Tal finden die Kühe natürlich saftige Gräser und mit dem ausgeklügelten Bewässerungs-System waren die Voraussetzungen für den Reis-Anbau natürlich auch wie geschaffen. Donnerwetter!

 

 

Die Milchkuh

 

Aber es sollte noch viel heftiger kommen, denn von ihm erfuhren wir auch, dass sie unsere heutigen Milchkühe aus dem Murenland ( Ägypten ) einführten, wo die damaligen Pharaonen riesige Herden auf üppigen Weiden stehen hatten. Und wenn man sich das heutige Ägypten anschaut, scheint dies sicher unvorstellbar, aber man muss bedenken, dass das dortige Land erst mit der Flut von Sand überdeckt wurde.

 

Denn vorher glichen die meisten der heute von Sand überdeckten Gebiete Nord und Ostafrikas, eher den Landschaften Ostfrieslands, was auch nachvollziehbar ist. Und wenn wir dann auch noch in der Zeitung lesen, dass unsere Archäologen mal wieder eine neue Saurierspezies in der dortigen Region ausgebuddelt haben, kann man eigentlich davon ausgehen, dass es sich in den meisten Fällen um Kuhskelette handeln wird, von denen dort der Wahrscheinlichkeit nach Hunderttausende unter dem Sand begraben sein müssen. Eine andere Erklärung würde auch jeder Logik entbehren.

 

Außerdem wird die Richtigkeit der Aussage von Anton Lusmöller auch noch in sofern untermauert, da man in diesen Regionen auf sehr große Ölvorkommen gestoßen ist, was unzweifelhaft auf einen sehr hohen Fettgehalt der Milch, der dortigen Kühe schließen läßt.

Besonders interessant war es für uns auch, zu erfahren, dass die Ägypter eigens für die Betreuung und das Melken ihrer Kühe eine Rasse mit extrem langen Fingern schufen, die sich wohl am besten für diese Arbeiten eignete.

Und zu unserem Erstaunen handelte es sich hierbei um die Schweizer. Nun gut, wir wussten zwar, dass die Berufsbezeichnung Schweizer bis in die 70 er Jahre auch mit einem Melker in Verbindung zu bringen war und dass die Schweizer auch heute noch lange Griffel haben, aber dass sie vor vielen tausend Jahren eigens für das Melken gezüchtet wurden, war für uns schon mehr als nur erstaunlich, zumal die Schweizer bislang nicht unbedingt auf eine alte Kultur zurückblicken konnten, die bekannt wäre.

 

Wie man sich doch täuschen kann! „Ünnerschätzt de Schweizer man nich!“ sagte Rohlfings August. „De hefft saugor mit den Melkebock aule ägyptischen Kultur mitbrocht. Dat wör nämlich ne Erfindung van de Mur, de up eine Geschichte van fufzichdiusend Johre trügge blicken könne, Ja Junge!“ Und dann sagte er, dass man nur die spätere Form der Sitzfläche im späteren Kiskerland von der nierenförmigen Form in eine gefälligere runde Form verändert hätte.

 

Nachdem wir nach dem Grund der Formveränderung fragten, erhielten wir als Antwort, dass die nierenförmige Form des damaligen Melkebocks mit der Hodengröße der Schweizer Rasse in Zusammenhang zu bringen wäre. „De hefft nen gewaltigen Sack hat!“ sagte Rohlfings August. „Un dorümme hefft de auk nen Spezial-Melke-Bock benötigt, süss hön´n de sick up de Köt´n se´t!“

 

Also hat man, wie er uns erklärte, einen Sitz für die Melker konstruiert, der das Risiko ausschloss. Und hiermit beantwortet sich eigentlich auch die oft gestellte Frage, warum der Melkebock heute noch in vielen Schweizer Bergregionen Klötenbock heißt.

 

Sicher hat die Erkenntnis über den Melkebock nicht sehr viel mit der eigentlichen Geschichte zu tun. Aber interessant ist sie allemal, zumal die überdimensionalen Hoden der Schweizer den Wissenschaftlern zu allen Zeiten große Rätsel aufgegeben haben. Das National - Erotik- Journal berichtete vor Jahren davon.

Durch Heinrich Drövelmann erfuhren wir einige Zeit später auch, dass die Mur, kurz befor sie die Erde verließen, die Schweizer in ihren heutigen Lebensraum umsiedelten, in dem sie vor der drohenden Flut sicher waren.

 

„De hefft sick oll Gedanken ümme de Melker maket!“ sagte er. „Denn de hefft ja auk gümman dorför sorget, dat öre Wieber dür de Melk bi´en Bössen griffich wörn. Un dat de sick denn verantwortlich för de Schweizer zeiget hefft, makere den Charakter van de Mur iut!“ Im Gegensatz zu den vielen Politikern unserer Tage, dachten wir. Die bei einer Katastrophe dieses Ausmaßes wohl nur ihren eigenen Arsch retten würden. Aber kommen wir noch einmal auf den Kühebestand des alten Ägyptens zurück.

Denn laut umfangreicher Aufzeichnungen alter Geschichtsbücher wissen wir, dass sogar die späteren Pharaonengatinnen oder auch Cleopatra noch gern in Milch badeten, die sie aus der Schweiz importierten, da sie durch die Milch samtene und geschmeidige Möpse bekamen.

 

Und da es im heutigen Ägypten keine einzige Milchkuh mehr gibt, besteht eigentlich auch keinerlei Zweifel, dass die Aufschlüsse durch die Rückführungen der Realität entsprechen. Denn woher hätte man sonst so viel Kuhmilch hernehmen sollen, um Wannen damit füllen zu können. Außerdem ist es den Kiskeranern und Mur seit Urzeiten bekannt, dass man von ordinärer Ziegenmilch und Schafsmilch Pickel bekommt.

„Ja Junge!“ sagte Heinrich Drövelmann. „Wenn diu Ziergen un Schapmelk drinkes, löpps diu Gefahr, datte di ne Harnwegs un Pimmel-Vesottung infangs. Wi un de Mur mit öre Pharaonen hefft dat wüsst. Dorümme hefft de Pharaonen later auk, oss dor olles mit Sand bedeckt wör un keine Koije mehr hatt hefft, de Melk auk iute Schweiz inportiert!“

 

Laut Beckschewen Walter aus Lashorst, der im alten Kiskerland auch unter Kittaugen Walter bekannt war, hat man zur damaligen Zeit in Ägypten sogar große Bünselrennen veranstaltet, bei dem er, obwohl er nur auf einem Auge gucken konnte, sich einige Male auf den vorderen Plätzen platzieren konnte.

Was bei der enormen Leistungsdichte und seinem Hanycap, mit dem Kittauge gerade in der Spur zu bleiben, schon aller Ehren wert war.

Das muß man hier ganz klar festhalten. Und durch ihn erfuhren wir später auch, dass der altkiskeranische Volkssport des Kranzreitens ohne wenn und aber mit den sportlichen Aktivitäten der Menschen jener Zeit in Verbindung zu bringen ist und sich damals auch äußerst großer Beliebtheit erfreute.

 

Statt eines Pferdes war der trabbare Untersatz in Ägypten und im Irak lediglich eine fissige Kuh, da deren Rücken einen ungleich größeren Halt für die Füße bot, wenn der Reiter stehender weise nach dem Siegerkranz hechtete. Außerdem konnte man sich an dem Euter festhalten, wenn man in Seitenlage geriet, was natürlich eine zusätzliche Sicherheit während des Reitens vor Verletzungen mit sich brachte.

 

Nach einigen Rückfragen anderer Medien stellte sich später auch heraus, dass man das Kranzreiten auf einer Kuh sogar bis zum Jahre 1823 im neuen Kiskerland beibehielt, bis es von der Kirche gänzlich verboten wurde. Mit dem Argument, dass während der Steherei auf der Kuh, die Milch durch den Kontakt mit Schweißfüßen sauer werden könnte, was natürlich völliger Blödsinn war.

Denn wenn diese Behauptung der damaligen Kuttenträger der Wahrheit entsprechen würde, müsste die Milch ja heute auch noch sauer werden, da es wohl kaum einen Bauern gibt, der keine ernstzunehmenden Probleme mit Schweißfüßen hat. Das weiß eigentlich jeder.

 

 

Freunschaftliche Beziehungen

 

Nun, nachdem man die Umsiedlung weitgehend abgeschlossen hatte und auch die technisch hochwertigen Geräte, wie Fluggleiter, Raumschiffe, Beamvorrichtungen und astrologische Einrichtungen ins neue Kiskerland verlagerte, lebte man sich hier laut Mösemeiers Kurt auch recht schnell ein und sah dem Einschlag des Asteoriden relativ gelassen entgegen. Und in den verbleibenden 380 Jahren hatte man ja auch noch genügend Zeit, die letzten noch fehlenden Feinarbeiten auszuführen. Und in dieser Zeit sollten die Kiskeraner die weitere Geschichte der Erde noch fundamental beeinflussen.

 

Natürlich pflegte man noch weiterhin die freundschaftlichen Kontakte zu den Mur und man besuchte sich auch regelmäßig, so wie man es vor der Umsiedlung auch schon gemacht hatte.

Wenn zum Beispiel eine der Zwillen des Pharaos ein Kind gebar, war es eigentlich auch ganz selbstverständlich, den jungen Thronfolger kräftig pinkeln zu lassen. Und wenn es ein Mädchen war, ließ man es sich natürlich auch nicht nehmen, über ein paar Tage dort hin zu fliegen, um es ordentlich strullen zu lassen.

Das war ganz einfach ein absolutes Muß und gehörte sich einfach so. Und das gleiche galt natürlich auch bei Geburtstagen mit einer Null hinten dran, oder anderen besonderen Anlässen. Als z.B.der Pharao Put-Moses ll 14.444 Jahre alt wurde, ist sogar eine Kiskeraner-Delegation mit 120 Leuten eingeladen worden, und großzügig wie die Kiskeraner auch damals schon waren, hat man ihm ein solides 500 Liter Gebinde Wacholder geschenkt.

 

So etwas kam natürlich immer besonders gut an und außerdem hatten Geschenke dieser Art richtig Kultur und waren mit dem unnützen Plunder, den sich die meisten Leute heute einfallen lassen, um ihn zu verschenken, in keiner Weise vergleichbar. 

Man hatte einfach viel mehr Gescmack, wenn es um solche Dinge ging, wie wir bei unseren Rückführungen feststellen konnten.

 

Meist fanden die Festlichkeiten, die schon früh morgens begannen, in einem der großen, den Pyramiden vorgelagerten Tempel statt, damit die Sonne nicht so heftig auf den Wirsing brummte. Wobei Tempel eigentlich nicht der richtige Ausdruck ist. Denn nach Aussagen von Büttemeiers Sophie hatte man die meisten dieser prächtigen Gebäude eigentlich nur für die  nicht wenigen Feiern errichtet, damit man einen soliden Boden unter den Füßen hatte, wenn bis in die frühen Morgenstunden getanzt wurde.

 

Desweiteren erfuhren wir von ihr auch, dass die beliebteste Tanzart der damaligen Mur der Schotzken war, den man auch später im Kiskerland tanzte. Und wenn man die alten Bürger unserer Region nach dem Schotzken fragt, werden die meisten von ihnen sich auch noch daran erinnern, dass der Schotzken bis in die späten 30 er Jahre von den Deelenfesten ihrer Jugendzeit gar nicht weg zu denken war.

 

Im Laufe der darauf folgenden Zeit wurde der Begriff Schotzken dann leider durch die modernere Bezeichnung „Schieber“ ersetzt, was eigentlich sehr schade ist, da so wieder ein Stück alter kiskeranischer Sprach-Kultur verloren ging. Ein sehr beliebtes Schotzkentanzlied war übrigens: „Wi maket dür bet moen freo un singet Bumms Vallera. Eine unglaublich schöne Weise, die auf eine noch unglaublichere lange Geschichte von über 12.000 Jahren zurückblicken kann und auch heute noch immer wieder gern gesungen wird. 

 

Aber noch interessanter als die Tanzkultur der damaligen Feste, war für uns die Erkenntnis, dass man sich bei den feuchten Zusammenkünften zwischenzeitlich in Wurfweite der nahe liegenden Pyramide in wenigen Minuten wieder ausnüchtern konnte. Wie das allerdings funktioniert hat, konnte man uns leider nicht zufrieden stellend berichten, obwohl wir bei den Rückführungen, diesen Punkt betreffend, immer wieder neue Versuche unternommen haben, das Geheimnis zu ergründen.

 

Eines wurde uns auf jeden Fall klar.

Mit den Pyramiden hatte es wohl eine ganz besondere Bewandtnis, die wohl mit ihrem genau berechneten Standort und der Konstellation des Sternenhimmels zu tun haben musste. Sie wirkten wie ein Jungbrunnen und so war es auch wohl kein Wunder, dass die Mur eine Lebenserwartung von vielen 1000 Jahren hatten. 

Und die ganze Wirkung des Phänomens wurde wohl erst recht offensichtlich, wenn sich eine betagte Schreckschraube oder ein alter Zausel in einen der Sarkophage in der Pyramide hinein legte und eine komplette Nacht darin verbrachte. Klampermanns Willi brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Dor heft wi iuse Wieber schon aff un teo morl ganz gern henbrocht, wenn dor dat Beste van abe was!“ Und er fügte noch hinzu, dass man sie am nächsten Morgen durch ihr jugendliches Aussehen überhaupt nicht wiedererkannt hat und auf ihren Brustwarzen Nüsse knacken konnte.

Nun, viele männliche Kiskeraner suchten die Pyramiden natürlich auch schon mal gern auf, um sich etwas verjüngen zu lassen, wenn sie den sexuellen Ansprüchen ihrer Frauen nicht mehr genügten, obwohl sie selbst über eine Vielzahl von Pflanzen verfügten, die die Potenz in hohem Maße steigerten und das Leben verlängerten. Aber in den Pyramiden ging es natürlich ungleich schneller.

 

In den späteren Zeiten ließ das Interesse an der Lebensverlängerung laut Hempelmanns Fritz allerdings mehr und mehr nach, da man eher neugierig auf das nächste Leben war, zumal man genau wusste, dass man wiedergeboren wurde und sich als Kiskeraner auch aussuchen konnte, wann und wo man wiedergeboren werden möchte.

Und diese Tatsache unterstreicht im Grunde auch unsere gesammelten Erkenntnisse, in denen wir erfuhren, dass es doch eine Vielzahl von Personen gibt, die gleich mehrere Leben als Kiskeraner durchlebten.

 

 

Die Pyramiden

 

Heute stehen die Ägyptologen vor den Pyramiden und vermitteln den Eindruck, als wenn sie  die Pyramiden selbst geplant, die Statik berechnet, oder die Steinquarder selbst aufgesetzt  hätten, obwohl sie im Gegensatz zu den Kiskeranern, keine Kenntnisse von den Pyramiden haben können.

Denn immerhin waren unsere Vorfahren über zig tausend Jahre mit den Mur benachbart. Und es gab auch kaum eine alte Pyramide, bei deren Bau sie nicht mitgeplant oder auch kräftig mitgeholfen hätten. 

 

Da war es natürlich auch kein Wunder, dass es manchmal einem Kiskeraner vorbehalten blieb, den letzten Stein auf die Spitze der Pyramide zu setzen. Dieses ehrenvolle Vergnügen hatte Klötenkamps Anton gleich zweimal und als wir ihn danach fragten, wie sein Gefühl beim Setzen des Steines gewesen wäre, antwortete er: „Dor bohm wass et vedampt wienig, sau wienig, dat di de Böxen blubbert hefft un diu hess vedübelt kaule Klöten kriergen, orbe dorfür könnse gewaltig wiet bett up den Nil kieken. Dat wör oll ein erhebendet Erlebnis!“

 

Aus dieser Epoche datieren auch die Freundschafts-Reime, die Klokken Fritz 11.862 v. Ch. verfasst hat und heute noch in altkiskeranischer Sprache in vielen Pyramiden in Stein gehauen als Hyroglyphen an den Wänden zu bewundern sind, wie wir erfuhren. Allerdings haben die honorigen und tröseligen Archäologen die Texte der künstlerisch sehr wertvollen Reime bisher nicht entschlüsseln können, worüber man sich aber bei den unglaublichen Fachkenntnissen der sogenannten Ägyptologen aber auch nicht sehr wundern muss. Aber mit Hilfe der geistigen Rückführungen war es für uns natürlich einfach, die lange verschollenen inhaltlichen Reime zu erfahren. 

 

O Kiskerland, o Murenland, veknüppet dür ein Freundschafsband,

begoten mit Wacholder-Beeren un Kerls, de stark wie Ossen wören.

Gi sind erfüllt mit Ehr un Stulte un wurnt in Sand und Ünnerhulte.

Weißheit un Wissen hefft gi virl un nen Reim´n wie´n Exenstierl.

Schön sind de Wieber, geoe Zwillen, sei schütt geo dull mit Lust erfüllen.

Un sind ein Segen un Garant, för dat graute Freundschaftsband.

 

Wussten Sie übrigens, dass die ältesten Pyramiden sogar weit über 200.000 Jahre alt sind? Wir auch nicht, aber nach Aussagen von Klötenkamps Ernst hat man die meisten von ihnen nur noch nicht gefunden, da sie unter dem Sand begraben sind. Außerdem berichtete er, dass die gewaltigen Prachtbauten auch nicht nur für den jeweils herrschenden Pharao gebaut wurden, sondern für das ganze Volk.

 

Denn war ein Bewohner des Murenlandes gestorben, was bei der hohen Lebenserwartung sehr selten war, wurden die sterblichen Überreste des vorher Verblichenen aus dem Sarkophag entfernt und Platz für den Nächsten geschaffen, damit seine Seele von dort aus Richtung Großer Wagen entfleuchen konnte. „Sien Geist hefft sick in Grunne genohm dür den Sichttunnel, de van de Graffkommern in Richtung Osiris teon Sternenhimmel zeiget hefft, veduftet!“ sagte er. Junge, eck heff dat einmorl sein, oss einer van de sick vedünnisiert hefft. Dat wör oll ein gewaltiget Schauspiel!

 

Erst hefft´se den Veblichenen fachgerecht iutnohm, denn trechte maket, dormit hei geot iutsein hefft un denn hefft se den mit Wacholder inrierb´m. Kiek, dat hefft bett jetzt nämlich nau gorkeiner wüsst. Den Wacholder hefft de oss Flugbeschleuniger nohm. Van wegen „Red Bull“ veleiht Flügel, dor hön´n gi morl de Wirkung van den Wacholder sein mösst. Denn oss eck dor hennkierken heff, göng dat blaus „Wusch!“ Eck heff denn blaus nau ei´n Zisken hört un wege wasse.

 

Eck heff denn auk nau achter den Kondenzstreifen achterheer kierken un dacht, dat de ja ein´n ganz gewaltigen Takken ruppe hem´n mott, orbe dor wass de auk oll wege!“  

Wir führten natürlich noch an, dass die Archäologen der Meinung sind, dass man die Pyramiden beim Tode eines Pharaonen so gebaut hat, so dass der Sichttunnel in Richtung des Orionnebels führte. Doch darauf antwortete Klötenkamps Ernst: „Ja, dor künnt gi morl sein, wie dösig de Archäologen sind.

 

Wie hön´n de denn sau schnell ne Pyramide beoen könnt. Dor kann´se morl sein, dat de Archäologen se nich olle uppe Latten hefft. Man heff doch garnich wüsst, wann de Pharao sterf. Ja Junge, watt glöfft gi denn, watt wi un de Mur för eine Technik hat hefft! Dorgegen es de Technik Vedage Kinnerkram!“

Und dann erzählte er uns, dass sich unter den großen Pyramiden Radlager befinden würden, mit dessen Hilfe man die Pyramiden in jede gewünschte Richtung drehen kann. Und auf unsere Frage, ob er sich da ganz sicher sei, bekamen wir als Antwort: „Dat walte Tüting!“

Außerdem führte er an, dass die Archäologenheinis erst mal den Hebel finden müssten, um das Radlager in Bewegung setzen zu können.

Und dass sie lange danach suchen könnten, da sich der Hebel innerhalb der Pyramide befände und auch noch unter Strom gesetzt wäre.  „Junge, Junge!“ sagte er. „Dor kann eck blaus den Rat gierb´m, den Hebel nich anteopacken, wenn´se den fient. Denn wer den anpacket, mott sick nich wunnan, wenn öhn de Klöten ümme de Ohrn fleiget!“

 

Ursprünglich hatten die Pyramiden auch verschiedene Bedeutungen, wie wir erfuhren, denn sie dienten sowohl als Beam-Stationen, Lagerraum, Sternwarten, Sanatorien, Verduftungs-Rampen für Verstorbene, Luftschutzgebäude, Beischlafunterkünften, Heilstationen und vielen anderen Einrichtungen zugleich.

Als wir Klötenkamps Ernst darauf ansprachen, dass man alles Mögliche in den Pyramiden gefunden hätte,sagte er: „Dat Gedöne hefft de  plattköppigen Ägypter virl later för öre dösigen Herrscher rinnstellt, de sick gern mit de ruhmreichen Namen van de Mur-Pharaonen schmücktet hefft, oss de Mur oll lange wege wörn. Un glöfft man nich, dat de ägyptischen Halfaapen Pyramiden bauen künnt.

De hefft doch oll bi Zirgenställe Probleme.

 

Nun, wir haben natürlich gefragt, warum denn die Kiskeraner keine Pyramide hatten. Doch die Frage wurde uns von Poggemöllers Karl sehr verständlich beantwortet. Sie wohnten im Irak im Gegensatz zu den Ägyptern, die auf dem platten Land lebten, in den Bergen, in denen sie ihre wichtigen Anlagen untergebracht hatten.

Und nachdem man später ins heutige Kiskerland umgesiedelt war, fand man mit den Stemweder Bergen wieder ähnliche Verhältnisse vor. Das Vorhandensein der, wenn auch nicht so großen Gebirgszüge, spielte aber auch wohl noch eine große Rolle bei der Wahl des neuen Lebensraumes, wie wir hörten. Da war es natürlich ungleich einfacher war, die Berge auszuhöhlen, anstatt mit viel Aufwand eine Pyramide zu errichten.

 

 

Kiskeranische Grabanlagen unter dem Stemweder Berg

 

So sind laut Poggemöllers Karl unter den eher unscheinbaren Erhebungen von Oppendorf bis  Wehdem sogar große Hallen verborgen, in denen man nach der Besiedlung der neuen Wohngebiete das Fluggerät und die verschiedensten anderen technisch hochwerigen Gegenstände unterbrachte.  Und zu unserer größten Überraschung hörten wir dann auch noch, dass sich in den Stemweder Bergen eine Vielzahl von bisher nicht entdeckten Grabanlagen befinden sollen, in denen man ähnlich, wie im Tal der Könige in Ägypten, die kiskeranischen Ortsvorsteher bestattete. 

 

Und auf unsere Frage, ob man denn damals im Kiskerland den Verstorbenen auch Grabbeilagen mitgegeben hätte, bekamen wir von Poggemöllers Karl als Antwort: „Dat glöff eck nich, datse Gedöne mit rinnstellt hett, höchstens Wacholder!“

Dann fügte er noch wörtlich hinzu: „Kott för den Inschlag van den Asteoriden hefft wie de grauten Hallen un Greber allerdings olle waterdicht maket un vesiegelt, ümme ganz sicher teo gorn, dat dor kein Water rinn löppt.

 

Un os denn de grötzte Deil van de Ern ünna Water stönd, heff doch keiner van uss mehr Lussen hat, up den Water hen un her teo fleigen. Dor hefft wie in de Tied kein Kopp mehr für hat un achterher hefft us de technische Krorm auk nich mehr besonners interessiert.

Wie et orbe iutsüt, mütt de Brokken van daumorls wall olle nau ünnan Beerge liggen. Dor müt gie blaus uppassen, dat de dürgeknallten Amerikorner dor nich achterkurmp, de hefft oll in den Irak wie verückt dornor socht.

 

De Dösköppe hefft wall oberhaupt nich wüsst, dat wi bi iusen Umzug de ganze Technik mitnohm hefft!“ Waren wir anfangs über die Aussagen von Poggemöllers Karl noch begeistert, so wurden wir nach seinem letzten Satz doch nachdenklich, da uns klar wurde, dass die Amerikaner sicherlich nichts unversucht lassen würden, um in den Besitz der hochentwickelten kiskeranischen Technik zu gelangen.

Wir haben auch lange überlegt, ob es vielleicht nicht besser wäre, das Vorhandensein der unter dem Stemweder Berg befindlichen Anlagen nicht zu veröffentlichen. Aber nachdem Poggemöllers Karl uns versicherte, dass die Amerikaner ohnehin zu dumm wären, die hochentwickelte Technik der Kiskeraner in irgendeiner Weise zu begreifen, geschweige verwenden zu können, entschlossen wir uns doch, unser hinzugewonnenes Wissen nicht für uns zu behalten und es zu publizieren.

 

Zumal wir auch denken, dass die Menschen kiskeranischer Abstammung ein Recht darauf haben, die ganze Geschichte ihrer Vorfahren zu erfahren.

Recht sonderbar ist nur, dass die Menschen in Stemwede bislang nichts von den unglaublichen Hinterlassenschaften der Kiskeraner bemerkt haben, denn normalerweise fällt hier und da doch einmal etwas auf. Das eine oder andere Mal haben Bauern in Oppendorf zwar beschriftete Steinplatten beim Pflügen auf dem Acker gefunden, wie wir hörten, aber sie haben die Platten auch wohl nicht weiter beachtet und erstmal liegen lassen, ohne mal etwas genauer hinzusehen was das ist. 

 

Sie haben zwar gesehen dass auf den Platten Schriftzeichen waren, aber da die meisten von ihnen nicht lesen konnten und somit die unbekannten Schriftzeichen auch nicht entziffern konnten, haben sie sich wohl nicht weiter dafür interessiert und die Steinplatten in die Fundamente der Schweine und Bullenställe gehauen.

 

Etwas später konnten wir auch durch Fritz Beerhorst in Erfahrung bringen, dass in den Stemweder Grabanlagen sogar zwei Pharaonen begraben wurden, die aus der Vermählung zweier Töchter von Fritz Lömker mit Söhnen der Schu Pharaonen hervor gingen. Von ihnen stammten dann 2.000 Jahre später die Ramses Pharaonen ab. Das weiß hier keine Sau!

Sie wohnten, wie wir hörten, zwar meist im Land der Mur, aber letztendlich hat man sie dann im Land der Kiskeraner bestattet.

 

Warum und weshalb sie dort bestattet wurden, konnten wir allerdings nicht in Erfahrung bringen. Anzunehmen ist, dass sie die letzten Jahre ihres irdischen Daseins im Kiskerland verweilten, weil sie es hier einfach schön fanden und gerne Wacholder tranken. Wenn man heute den Leuten in Oppendorf und Wehdem sagt, dass sich unter dem Stemweder Berg große Aushöhlungen und zig tausend Jahre alte Grabkammern befinden, erlären sie uns wahrscheinlich für bekloppt und halten noch nicht einmal mit dem Fahrrad an.

Die interessiert es dann schon mehr, wenn auf Rüters Kamp Rinder ausgebrochen sind, aber da hört es dann auch meist schon auf. Es sei denn, irgendwo ist eine Zigarrenfabrik oder ein Bullenstall abgebrannt. Da knallen sie dann komplett durch und stecken die Köpfe zusammen.

Und der Teil der Stemweder Bevölkerung, der zugewandert ist, würde wahrscheinlich auch nur die Tür des noblen neuen Autos öffnen, wenn eine „Prawda“ oder eine „Wodkaflasche“ am Straßenrand liegen würde.

Aber für uns war das Interesse an den Grabanlagen und den bisher verborgenen Hallen natürlich ungleich größer, so dass wir während der geistigen Rückführungen noch einige Male nachhakten, um noch etwas mehr über die Grabanlagen zu erfahren.

 

 

Sarcophag-Werke in Bückeburg

 

Zu unserem Erstaunen erfuhren wir kurz darauf, dass man unsere Vorfahren über eine Dauer von fast 3000 Jahren ebenso in Sarkophagen bestattet hat, wie es im damaligen Ägypten üblich war. Nur mit dem Unterschied, dass die Sarkophage, die man aus dem Bückeburger Raum einführte, aus Sandstein, statt aus hartem Granit gefertigt wurden.

Man hatte sich zwar schon sehr lange in den dortigen Sandsteinwerken gewundert, wer so große Steinquarder aus den Steinmassiven herausgeschnitten haben könnte, da es nach dem Glauben der Menschen vor vielen Tausend Jahren rein technisch eigentlich gar nicht möglich gewesen sein konnte.

Aber dass es sich um Sarcophage gehandelt haben könnte, ist den Leuten natürlich nicht in den Kopf gekommen. Aber wie hätten sie denn auch darauf kommen sollen, wenn man die Produktion schon vor vielen Tausend Jahren eingestellt hatte. Nun, laut Bax August hat man nicht wenige gemacht. Und Bax August sagte wörtlich: „Ja Junge, dat wörn keine Schwienetröge!“

Und seinen Aussagen nach bestand auch wohl eine lange Zeit eine große Nachfrage. Denn sehr viele der qualitativ sehr hochwertigen Sarkophage hat man damals sogar exportiert und auch an private Kunden verkauft, denen es nicht gleichgültig war, wie sie bestattet wurden.

 

So war es auch nicht selten, dass viele Leute damals ihren eigenen Sarkophag schon weit vor ihrem Tode orderten und bis zu ihrem Ableben an ihren Häusern aufstellten, um in ihnen liebevoll Blumen oder Petersilie einzusäen. Man kann also davon ausgehen, dass der Spruch: „Hei kann sick jetzt de Petersilien van ünna bekieken!“ hier auch seinen Ursprung hat.

Denn laut Wortmanns Karl war es auch nicht selten, dass man den Sarkophag an den Häusern stehen ließ, nachdem man den Toten hineingebettet hatte.

 

Man hat die sterbliche Hülle dann lediglich mit ausreichend Erde bedeckt und danach wieder mit Petersilie eingsät. „Junge, de wössen denn gewaltich!“ sagte er. „Un de hefft man auk johrelang nich düngen briuket!“ Na ja, ein wenig haben wir die Nase schon gerümpft, als wir das hörten. Aber andererseits mussten wir uns auch eingestehen, dass die Methode des Bestattens sicherlich sehr praktisch war.

Denn Friedhos-Gebühren fielen keine an und man konnte das Grab der verblichenen, nahe stehenden Person jederzeit, sei es vor dem Frühstück, oder mit einem Wacholder in der Hand, aufsuchen und zuprosten. Man war also als trauernder Hinterbliebener der verstorbenen Person auch nach ihrem Tod noch jederzeit sehr nahe. Ebenso konnte konnte man ihr das Herz ausschütten und sich mit ihr unterhalten, wenn einem danach war. Es hatte also schon Vorteile, die man auf einem Friedhof nicht hat.

 

Nun, nachdem es hier keine Pharaonen mehr gab und die Kontakte zu den Mur abrissen, da sie die Erde wegen der großen Überflutung verlasen hatten, kam auch wohl das Bestatten in den großen Steintrögen nach und nach aus der Mode.

Und außerdem gab es durch die Katastrophe bei weitem nicht mehr soviel zahlungskräftige und kulturbewußte Kunden, die ihre Oma, oder die Schwiegermutter so aufwendig beisetzen ließen und man ging zu der weit günstigeren Feuerbestattung über. Denn an Brennholz hat es im Kiskerland nicht gemangelt.

 

Es lag überall reichlich davon herum und es hatte auch den Vorteil, dass man sich während der kalten Tage bei den Bestattungen auch gemütlich am Feuer wärmen konnte. Was in den kalten Jahres-Zeiten auch viele ausnutzten. Der Geruch war zwar etwas streng, aber dafür war es schön warm und mollig und außerdem ist ja auch noch niemand erstunken.

Selbstverständlich fehlte es bei solchen Anlässen auch nicht an Wacholder, der ganz einfach dazu gehörte, so dass auch nicht selten richtig Stimmung aufkam und das Tanzbein bis zum frühen Morgen geschwungen wurde.

Und dass es dann auch kein Wunder war, dass man die Sarkophag-Produktion einstellte, ist sicherlich allzu begreiflich. So blieb es auch nicht aus, dass die letzten Sarkophage viele tausend Jahre herum lagen, da sie kaum für andere Zwecke  verwendbar waren und selbst als Kuhtränken zu hoch, groß und schwer waren, um sie überhaupt an die Weiden transportieren zu können.

 

Denn beamen konnte man zu der Zeit auch nicht mehr. Bis sich dann letztendlich im späteren 17. Jahrhundert Schützenvereine aus Minden und Bückeburg für die Sarkophage interessierten und auf die Idee kamen, ihre Könige zünftig darin zu bestatten. Sie haben die großen Tröge dann auch zu einem Sonderpreis bekommen. Und dass dies auf die kulturbewussten Schützen natürlich auch einen unglaublich großen Eindruck machte, wenn ihre Schützenkönige nach ihrem Tod altägyptisch bestatten wurden, ist nachvollziehbar.

Das hatte schon etwas ganz Besonderes.

Und dass da natürlich geschossen wurde wie verrückt, ist sicher nur allzu verständlich, da  sich auch niemand die Chance entgehen lassen wollte, sich mit Prunk und Gloria von seinem irdischen Dasein von der Erde zu verabschieden.

 

Der große Schützen-Königs-Ruhm-Park befand sich übrigens ganz in der Nähe und zum Teil sogar direkt unter der heutigen Mindener-Polizeiwache, so dass man die heutige Wache auch als ständige Ehrenwache für die damaligen Schützenkönige sehen kann. Was den heute dort diensthabenen Polizeibeamten allerdings gänzlich unbekannt sein dürfte.

Aber auch alte Namensgebungen, wie Königswall, Königssaal, Königsstraße, Königsblick und Königsweide deuten heute noch eindeutig auf die glorreiche Mindener Schützenvereins-Hochblüte jener Zeit hin.

 

Einen der letzten  Sarkophage hat damals übrigens Gustav Pottenbrink aus Nordhemmern für seine Schwiegermutter geordert, denn er wollte ganz sicher gehen, dass die verhasste alte Hexe sich nicht aus einem einfachen und gewöhnlichen Holzkasten befreit. Aber um noch sicherer zu gehen, hat er auch noch einen zweiten Sandsteindeckel hinauf legen lassen, weil er der Alten einfach nicht getraut hat.

 

Und wenn man den Aussagen von Büttemeiers Sophie Glauben schenken kann, obwohl eigentlich keinerlei Zweifel an ihren Aussagen bestehen, soll er für  den Rest seines Lebens an ihrem Todestag auch immer die Sau raus gelassen haben, indem er die Nachbarn und Freunde zu einer großen Feier einlud und sich mit Wacholder voll laufen ließ. Sein Hass auf die Zwille muss also schon sehr groß gewesen sein.

 

Einen Großteil des Geldes für diese nicht gerade billigen Feiertage hatte er in der Erwartung, noch lange zu leben, für die nächsten 50 Jahre zurück gelegt und von dem anderen Teil des ersparten Geld seiner Schwiegermutter einen Tag, direkt nach ihrem Tod eine Dauerkarte für den Mindener Puff gekauft.

 

 

Hiesige Karawansereien

 

Also, lustig waren die jeweiligen Rückführungen zum Teil auch, denn es war nicht selten, dass bei uns lautes Gelächter ausbrach, wenn die verschiedenen Medien aus ihren vorherigen Leben die eine oder andere humorvolle Begebenheit zum Besten gaben. Ähnlich verhielt es sich auch bei Rövelkamps Anna, als sie uns berichtete, dass es in unserer Region sogar drei Karawansereien gegeben hätte. Wir brachen natürlich in Gelächter aus. Aber das Lachen sollte uns sehr schnell vergehen, als Potts Kurt und Klötenkamps Lisbeth ihre Aussage kurz darauf auch noch bestätigten.

 

Demnach hat man hier damals sogar Kamele gehalten und sogar gezüchtet, um auf ihnen zu reiten. Denn sehr viele Pferde gab es hier zu jener Zeit noch nicht.

Nun, mit der Abschaffung der hiesigen Pharaonen endete dann laut Kurt Pott auch die Kamelzucht in unserer Region und die drei Karawansereien in Husen, Nutteln und bei der heutigen Trocknungsanlage in Varl, die vorher durch die vielen Umzüge der Pharaonen und Ausritte der Gäste, ausgebucht waren.

Nach der Abschaffung der Pharaonen hatten sie einfach keine ausreichende Existenzgrundlage mehr. Meist standen oder lagen die stattlichen Tiere nur in der Gegend herum. So blieben ihnen eigentlich nur noch Gelegenheitsaufträge wie Schützenumzüge, Treiblagten Feldbeschauungen und Feuerwehreinsätze, bei denen man sich allerdings auch sehr gern der Kamele bedient hat.

Vor allen Dingen hatte es bei Treibjagden den großen Vorteil, wenn man auf einem Kamel saß, da man bedingt durch die Höhe des langbeinigen Kamels, natürlich viel weiter gucken konnte.

Aber es hatte allerdings auch wieder den Nachteil, dass die Karnickel und Wildsäue ihrerseits das monströse Tier viel eher gesichtet haben und schneller stiften gegangen sind. Aber eine schöne Aussicht hatte man hoch oben auf dem Kamel natürlich allemale und man konnte die schöne Aussicht auch ausgiebig genießen.

 

Die damaligen Schützen in den hiesigen Schützenvereinen fanden es anfangs auch noch großartig, ihren König nebst Gemahlin auf einem stolzen Kamel sitzend, bewundern zu können. Aber nachdem Achmed, eines der Kamele Elsbett Vogelpohl, der Gemahlin Heinrich Vogelpohls, dem amtierenden Schützenkönig von Lavelsloh, heftig in den Nacken gebissen hatte, weil das Tier sie scheinbar überhaupt nicht leiden konnte, hat man von dieser Sitte des  Majistätentransports wieder Abstand genommen.

„Dat wass eine ganz hochsensible Angelegenhert!“ erzählte Potts Kurt. „Wi hefft dat Kamel obahaupt nich beruigen könnt. Gümman wier es de Achmed up de Aulske los un heff de Teene zeiget, bet wi den dürgeknallten langbeinigen Höckerzossen nen Holskenstierbel in´t Miul steken hefft, dormit de nich mehr bieten kann. Wi hefft Elsbeth Vogelpohl denn achtern Schorpstall lecht, dormit se sick dor beruigen könne. Na ja, un wi hefft us up den freudigen Anlass ers morl ei´n putzt. Denn Elsbeth Vogelpohl könne keiner van us aff.

 

Laut Potts Kurt soll die Zwille auch noch verdammt viel Glück gehabt haben, denn sie hätte bei den langen Zähnen des Kamels auch tot sein können! Die letzten drei Kamele bekamen laut Kurt Pott dann bei Else Lückemeier in Burselkamp, einem Ortsteil des heutigen

Han. Ströhen, ihr Gnadenbrot.

 

Und man sollte es nicht glauben! Denn ein Skelett der Kamele wurde sogar im Jahre1955 bei Säuberungsarbeiten am großen Diek durch Bollwerker freigelegt und steht heute als Saurier-Skelett im Übersee-Museum in Bremen. Die Zeitungen berichteten seinerzeits mit einer halben Sonderseite darüber. Woran man wieder erkennen kann, dass die Archäologen nicht ganz frisch sind.

 

 

Krokodil-Plage in der Aue

 

Jetzt will man uns verarschen, haben wir erst gedacht, als wir das hörten! Aber auch hier mussten wir uns eines Besseren belehren lassen, denn laut Mösemeiers Kurt gab es hier zu jener Zeit so viele Krokodile, dass sie zu einer regelrechten Plage wurden, die man auch nicht so einfach in den Griff bekommen hat. Denn nach seinen Aussagen waren es Tausende, die sich an und in der damaligen Aue, dem Großen Diek und Teilen der Weser tummelten.

„De Beister wörn oll lästig!“ sagte er. „Un diu könns ja nich mehr entspannt angeln gorn, wall de ja heimtückisch wörn.

Heute wird man sicher nicht wissen, dass die Aue und der große Diek zur damaligen Zeit, die nun ja schon fast 13.000 Jahre zurück liegt, von Espelkamp bis an die Weser teilweise eine Breite von 1.500 Metern hatten. Und nach genauen Beschreibungen von Mösemeiers Kurt befand sich im Verlauf, der nicht gerade kleinen Flüsse auch eine Vielzahl von großen ausladenden Schleifen, wo die heimtückischen Gesellen ihren Opfern im Schilf auflauern konnten.

 

Desweiteren sollen sich aber auch noch eine Menge Untiefen in den heute eher unschuldigen Rinnsalen befunden haben, die das Gewässer noch zusätzlich unsicher machten.

Nun, in den letzten Jahren ist man im heutigen Rahden und Espelkamp mächtig stolz darauf gewesen, die Aue renaturisiert zu haben, aber wenn wir an den damaligen Verlauf denken, der uns beschrieben wurde, war das nichts Halbes und Ganzes. Denn wenn man die Aue in den damaligen Original-Zustand wieder hätte entstehen lassen wollen, gäbe es wohl kein Freibad, keinen Museumshof und keinen Bauerbrink mehr.

 

Lediglich die Gebiete des Schützenplatzes und des Altersheims waren wohl trocken und lagen praktisch auf einer Insel. Also muß man von einer behelfsmäßigen Teil-Re-Naturisierung. sprechen. Erste Skelette von Krokodilen fand man übrigens bei vorbereitenden Erdarbeiten für die Muna in Espelkamp vor dem zweiten Weltkrieg, aber es war damals wohl nicht die Zeit des Forschens, so dass man sich auch nicht weiter darum gekümmert hat.

 

Auch 22 Jahre später, als man weitere Knochen bei der Erweiterung des Rahdener  Altersheims fand, wollte man auch erst nicht glauben, Krokodilknochen gefunden zu haben, obwohl die ungewöhnlich lange Fresse mit den vielen messerscharfen Zähnen eigentlich ganz eindeutig darauf hinwiesen.

 

Doch weitere Funde 1971 an der Rapslage bewiesen letztendlich ganz eindeutig, dass es sich um Nil-Krokodile handelte und spätere Funde im Ortsteil Tonnenheide-Schmalge, an den Wiesen, fundamentierten letztendlich nur noch die Tatsache der früheren Existenz dieser gefährlichen Reptilien in unserer Region.

 

Merkwürdig erscheint es uns allerdings mal wieder, dass die damals vor Ort gewesenen Archäologen die brisanten Funde, aus immer welchen Gründen auch, verschleiert haben, indem sie die pingelig genau vermessenen Skelette als Kuhknochen bezeichneten, wobei sie eigentlich wissen müssten, dass Kühe im Gegensatz zu Krokodilen, deren Zähne man eigentlich nicht übersehen kann, eine Kauleiste im Maul haben.

 

Eines von den drei Krokodil-Skeletten, die Drunagels Heinrich beim Pflügen ans Tageslicht  beförderte, hatte sogar noch einen riesigen gestrickten Wollschlüpfer zwischen den Zähnen. Und unvergessen bleiben auch die Worte von Drunagels Heinrich, als er sagte: „Dunnerewetzen, wat mott dat für`n dicket Wief wesen sien.“ Wie wir durch Mösemeiers Kurt erfuhren, sind die Krokodile allerdings eher zufällig  durch die freundschaftlichen Beziehungen zu den Mur zu uns gelangt.

 

Denn zur damaligen Zeit fanden ja auch oft gegenseitige Besuche statt, bei denen man Gastgeschenke mitbrachte, über die der Jubilar oder die Jubilarin sich natürlich mächtig freuen sollten. Anfangs hatten wir ja schon gehört, dass die Kiskeraner bei Besuchen grundsätzlich nur größere Wacholdergebinde verschenkten, weil sie wussten, dass das gut ankam. Und so versuchten die Mur bei ihren vielen Gegenbesuchen natürlich auch, sich etwas Besonderes einfallen zu lassen. „Ja Junge, dat wass ne Geschichte!“ Sagte Mösemeiers Kurt und konnte sich während der Rückführung nicht vor Lachen halten.

 

Und dann erzählte er, dass eine Mur Delegation bei Ilsedore Rehling anlässlich ihres 200. Geburtstages zu Besuch war und ihr, weil sie gern Eier-Omletts gegessen hat, einen Schwung Krokodileier und Straußeneier mitgebracht hatte. Sie hat die Straußeneier dann am gleichen Tag auch wohl noch in drei Mantelpötten, mit der Hinzunahme von heimischen Kräutern zubereitet und mit den 150 Gästen gemeinsam verputzt, aber die Krokodileier nach der Feier wohl total vergessen, weil sie danach drei Tage lang im Koma lag.

 

Einige Wochen lagen sie dann wohl vergessen unter dem Karnickelstall im Sand, bis die ersten der kleinen Monster geschlüpft sind. Keiner hatte mehr an die Krokodil-Eier gedacht, so dass es schon ein reiner Zufall war, dass sie beim Karninchen füttern unter dem Karnickelstall etwas zappeln sah. Denn erst in diesem Moment sind ihr die anderen Eier  wieder eingefallen. „Och kiek morl!“ sagte sie,  als sie die kleinen Tierchen gesehen hat und war zuerst auch wohl ganz gerührt.

Zuerst hatte sie schon ein schlechtes Gewissen, aber als sie eines von ihnen in die Hand nahm und ihr das niedliche Tierchen in den Finger, Nase und dann auch noch in die Titte gebissen hatte, war nichts mehr mit niedlich und dem schlechtem Gewissen. So dass sie die kleinen Krokodile in einen Eimer verfrachtete und in der Aue entsorgt hat.

Und hiermit begann dann das Unheil, denn im Wasser und an den Ufern  befanden sich die putzigen Gesellen natürlich in ihrem Element und als Allesfresser fanden sie auch reichlich Nahrung.

Denn an und in der Aue und Weser wimmelte es geradezu von Fröschen, Gewürm, Wasserschlangen, Aaalen, Fischen und anderem Getier, so dass sie sich natürlich prächtig entwickeln und vermehren konnten.

 

„Junge!“ sagte Mösemeiers Kurt. „Dat heff duert, bet wi de wier los wörn, dor könnse di ja auk nich so nohe ranwagen, bi den grauten Miul un de spissen Tehne. Dor mösten wi us oll wat Besonneres infallen lorten!“ „Wierkenlang hefft wie mit Harpunen, de wi us süms maket hefft, Driefjagd up de Beister maket un denn öre Eier mit Plattschüppen beorber´t, bett etwas Ruhe wass.

 

Un de Hennigen hefft wi de Bayern up´n Balg schicket, de de Krokodile denn in den Schwitzkasten nei´m un affwürget hefft. Ja Junge, dat mütt de sick wall gewaltich merket hem´n, denn wenn de blaus ei´n Bayern sein hefft, sind de afftauchet. Un os de Vulkan denn later affkühlt wass, es de Lesten wall de Ors teofrorn un de hefft sick denn wall ober de Wierser woanners henn orientiert!“

 

Aber scheinbar gab es zur damaligen Zeit in unserer Region auch noch eine Vielzahl andere Tiere, die inzwischen ausgestorben sind. Denn Feldmanns Kurt beschrieb uns Arten, von denen wir noch nie etwas gehört hatten. So sprach er auch einige Male von einem Bulb, den sie damals auch Möllerwurm nannten, mit dem wir natürlich auch nichts anzufangen wussten. Und nach seiner Beschreibung muss es sich wohl um einen kollossal großen Wurm gehandelt haben, der eine Länge bis zu einem Meter erreichen konnte.

 

Logischerweise haben wir, den Wurm betreffend, einige weitere Fragen gestellt und erfuhren, dass man den Bulb sogar gezüchtet und so gut es ging vermehrt hat, da er sehr nützlich in der Landwirtschaft war. Man hat ihn, wie sich heraus stellte, flächendeckend eingesetzt, um den Boden zu durchmöllern, so dass man keinen Pflug benötigte, wie es ja später der Fall war. Man kann also annehmen, dass mit dem uns bekannten Begriff „Dürmöllern“ und dem „Möllerwurm“ ein Zusammenhang besteht.

 

Außerdem erfuhren wir, dass man sogar Möllerwurmfarmen betrieb, in denen man einige Vorfahren der heutigen Italiener für die anfallenden Arbeiten einsetzte, da sie mit Würmern am besten umzugehen verstanden. Sie waren laut Mösemeiers Kurt eine recht klein geratene Züchtung der Mur, die wohl nicht so gut gelungen war, aber im Umgang mit Würmern hatten sie scheinbar ein ausgesprochen gutes Händchen. Aber das lag auch wohl darin begründet, weil ihr Speiseplan fast ausschließlich aus Würmern bestand, zu denen sie wild wachsendes Grünzeug aßen.

 

Und wenn man recht überlegt, könnte es auch sein, dass die heutige Vorliebe der Italiener für die wurmförmige Nudel, indirekt mit ihren damaligen Essgewohnheiten in Zusammenhang zu bringen ist. Die letzten Großwürmer lebten laut Feldmanns Kurt übrigens noch etwa bis zum Jahr 2.300 v.CH. im Oppenweher Moor, bis sie gänzlich ausstarben. „Dat was schorde rümme!“ sagte er wörtlich.

„Denn dornor mössten wi pleugen!“

 

Aber das Aussterben vieler Tierarten, hatte natürlich auch etwas mit dem Aussterben vieler Pflanzenarten zu tun, die man hier vor vielen tausend Jahren, mit Erfolg angesiedelt hatte.

Denn manche Pflanzen gediehen in dem kühler gewordenen Klima einfach nicht mehr, da der Vulkan inzwischen erloschen war.

Und ohne diese Pflanzen starben natürlich auch viele Tierarten  aus, die man aus der ganzen Welt mühsam zusammen gesammelt hatte, da sie mit den, eigens für sie hergeschafften Pflanzen, die inzwischen ausgestorben waren keine Nahrung mehr fanden, die sie zum Leben benötigten.

 

 

 

 

Italiener und Würmer

 

Mit dem Aussterben der Möllerwürmer war laut Feldmanns Kurt allerdings auch die Beschäftigungfrage der kleinwüchsigen Wurmpfleger verbunden, da man nicht so recht wusste, was man nach dem Aussterben des Möllerwurms mit ihnen anfangen sollte. Einfach wieder fort bringen wollte man sie aus ethischen Gründen auch nicht, da sie sich hier eigentlich recht wohl fühlten und ja auch gute Arbeit geleistet hatten.

Und daher beschloss man, sie erst einmal versuchsweise für die zeitraubende, mühsame Wacholderbeerenernte einzusetzen.

 

„Junge, dor wörn de gornich schlecht inne!“ sagte Feldmanns Kurt. „De hefft flinke Finger hat un wenn de up de Büske Würmer spitz kriergen hefft, hefft´se de auk glieks int Miul steken. Dat wass für de Büske ne geote Sache!“

Wie wir erfuhren, hat man die kleinen Leute damals direkt am Vulkan angesiedelt, wo sie über viele Jahrhunderte große Regenwurmkulturen betrieben und andere Wurmarten züchteten. So dumm waren sie also gar nicht. Und wenn es um Würmer ging, waren sie den Kiskeranern mit ihrem Fachwissen sogar weit überlegen.

 

Denn laut Feldmanns Kurt, haben sie sogar den Bleotwurm ( Blutegel ) gezüchtet: „Dat mit de Bleotwürmer wass oll ne schöne Sache!“ sagte er. „Denn daumorls hefft wie auk dat eine orre annere morl Last mit Krampfodern anne Mäse hatt. Un oss uss de Würmerspezialisten secht hefft, dat man sick blaus nen Wurm achter rin steken bruikt un dat de dat Bleot denn wechnukkelt, wörn wi olle helle begeistert.

 

Kiek! un wenn de sick vullfreten hat hefft, briukere man blaus den Ors inne Sünne haulen un de sind denn van süms afffallen. Dat wör oll ne praktische Sache.Achterher heff et denn auk in jeden kiskeranischen Hiushalt uppe Fensterbank nön Pott mit Bleotmierke storn, wall de Beister Licht briuket. Un eck mott seggen, tüsken de Bleomen un de Gardinen hefft de sick gornich morl so schlecht maket!“

 

Aber wie wir im nachhinein erfuhren, war die Züchtung des Blutegels auch wohl die einzige erwähnenswerte Errungenschaft der heutigen Italiener. Und wir hätten uns auch schon sehr gewundert, wenn wir etwas mehr Positives aus der Geschichte des zwergenwüchsigen Volkes jenseits der Alpen in Erfahrung gebracht hätten, zumal sich ihre Artgenossen, die sich während der Flut an die Alpen retten konnten, später unglaublich pervers entwickelt hatten. Worauf wir aber noch zu Sprechen kommen werden.

 

Zu einem späteren Zeitpunkt erfuhren wir allerdings auch noch, dass sich einige von ihnen im Oppenweher Moor angesiedelt hätten und dort sesshaft geworden wären. Womit sich auch die oft gestellte Frage beantwortet, warum viele der dort wohnenden Menschen von extrem kleinem Wuchs sind, meist schwarze Haare tragen und größtenteils, statt Kartoffeln, lieber wurmförmige Nudeln essen. Ein Zufall kann das nach unserem Dafürhalten nicht sein, zumal das beliebteste Urlaubsziel der dortigen Menschen auch noch Italien ist. Und freiwillig macht dort sicher kaum jemand Urlaub.

 

 

Die Sternwarte

 

Hätten Sie gewusst, dass es in Rahden vor vielen tausend Jahren eine Sternwarte gegeben hat? Wir denken, das hat niemand gewusst! Denn auch hier hat man sich wieder einmal alle erdenkliche Mühe gegeben, Spuren einer überlegenen Rasse auf die beschämenste Art zu vertuschen. Denn nach Aussagen von Wilhelm Tiemann aus Hauskämpten gibt es keinerlei Zweifel, dass sich am heutigen Standort des Rahdener Kirche, eine der größten Sternwarten in der Geschichte der Menschheit befand.

 

„Hier mot eck glieks anmerken, dat de Neckermann-Warten, de man Vedage hefft, nich dorteo hört. Dat sind Gurkengleser!“ sagte er. De Astrologen hefft zwar gewaltige Beobachtungsschirme, de richtig wat heermaket, orbe wat seit de? Mornd, Mars und Venus in de Grötte van ne Katuffel un Stippen. Kiek! un wenn se ein Stippen entdecket hefft, den se nau gornich kinnt, dreiet de oll dür, oss wenn se ein Ei lecht hön´n.  Dat es ungefähr sau, oss wenn diu in´n Wauld rümme löps un nen Dan´nnappel söchs.

Un Johrin un johriut blaus gümman Stippen seuken, maket doch kein Sinn un düsse Fiesematenten wörn uss teo iuse Tied auk ganz bestimmt nich in den Kopp kurm!“ waren seine Worte.

 

„Wenn wi wat maket hefft, mösse dat Sinn maken un wi hefft vörher gründlich dorober nordacht!“ Nun, durch Tiemanns Wilhelm erfuhren wir auch, dass sich in der Kiskeranischen Sternwarte wohl gleich acht sehr leistungsfähige Teleskope befanden, mit denen man bis zu 600.000 Lichtjahre entfernte Galaxyn mit ihren Sonnen und Planeten beobachten konnte.

 

„Ja Junge! sagte Tiemanns Wilhelm. „Dor sind wi Sönndorges Morns gümman ger henngorn un hefft us de Wieber un Tiere up de annern Planeten ankierken. Un eck segge geo, Einige wörn auk wall griffich, orbe dor wörn auk Wieber bi´e, bi de di dat Grauen oberkurm es!“ 

Auf unsere Frage hin, ob man denn auch schon mal zu einem der vielen bewohnten Planeten geflogen wäre, bekamen wir als Antwort:

„Ja, oss wi nau in den auln Kiskerland wurnt hefft, hefft wi dat auk aff un teo maket, orbe oss wi hier henntogen sind, hefft wi kein Interesse mehr an de langwielige Fleigerei hat!  

 

 

 

Der Dudelsack

 

Fast Jeder von uns hat sicher schon einmal einen Dudelsack gesehen und gehört und denkt dann gleich an Schottland. Und genauso dachten wir auch. Aber nach der Rückführung von Heinz Klare mussten wir feststellen, dass wir mit unserem vermeintlichen Wissen daneben lagen. Denn laut seiner Aussage während der Rückführung, steht eigentlich außer Zweifel, dass man den Dudelsack schon im früheren Kiskerland spielte und die Schotten mit der Erfindung des Instruments absolut nichts zu tun hatten.

Aber er ging sogar noch weiter, als er sagte: „In Grunne genom hefft de sick obe virle Johrdiusende met frürme Feern schmücket un de Lüe für dumm veköfft! Denn Tittenbühls hefft wi oll hatt, oss wi nau in´n Irak lierbet hefft. De künnt up ne unglaublich lange Geschichte trügge blicken!“

Nun, Heute sind die Dudelsäcke hier leider eher selten und die Kunst, damit Musik zu machen, ist bei uns leider mit der Erfindung der Murken, dem Vorgänger des Schifferklaviers, fast gänzlich ausgestorben.

Doch wie kamen sie nach Schottland? Diese Frage interessierte uns dann doch. Nun, laut Klaren Heinz sind zwischen den Jahren 11.422 v.Ch. und 11.420 v.Ch. einige Kiskeraner nach Schottland und Skandinavien umgesiedelt, da sie das dortige Landschaft nach der großen Flut schöner fanden und die Einsamkeit liebten.

Meist waren es Kiskeraner, die im Irak schon in den Bergen gewohnt hatten. Und mit den Bergen, die man in Schottland ja „Glenns“ nennt, fanden sie dort ähnliche Bedingungen vor, wie in ihrer vorherigen Heimat. Das hat man auch akzeptiert, da Jeder, laut Heinz Klare einen anderen Geschmack hat. „Kiek!“ sagte er. „De Lüe hefft veschiedene Interessen hat. Dat wör daumorls auk oll sau.

 

Un dor hefft wi de denn auk nix in de Wege lecht. Allerdings hefft de Skandinavier, de man ja later Wickinger nennt hefft un de Schotten auk nie vegierten, wo öre Wottel wörn un datt sei Kiskeraner sind. Denn oss de dorhenn ümmetogen sind, hefft de Schotten saugor ein grautet „M“ un ein grautet „C“ vör öre Namen maket, dormit man süt, dat sei reinrassige Kiskeraner sind. Dat wiert de Weinigsten.

 

Et heit nämlich oberset´t: „Mutterland-Ciskerland“ Kiskerland word daumorls nämlich nau mit C schrierb´m. Un wenn sei sick ein MAC vör den Namen set hefft, hett dat nix anneres os „Mein Ahnenland, Kiskerland“ Düsse Lüe in Schottland sind reine Kiskeraner un dor sind de Vedage nau stulte rupp. Un sauvierl wie eck weit, wörn bi de Lüe, de nau Schottland togen sind, tweie bi´e, de in ein´n van iusen Ziergen-Tittenbühl-Orchesters mitspierlt hefft.

Dat wass´n derben Velust!“

 

Man kann also davon ausgehen, dass die damaligen Auswanderer ihre Instrumente in die neue Heimat mitgenommen haben und dass sie später in Schottland den Tittenbühl auch in einer recht einfachen Form nachgebaut wurden. Zudem hat man, wie wir erfuhren, später die Mundstücke aus einfachen Hölzern gefertigt, so dass sich die Töne der schottischen Dudelsäcke bis in die heutige Zeit eher quäkend anhören.

 

Nun zu jener Zeit gab es aber auch hier wohl noch einige Kiskeraner, die exelent auf einem sogenannten Tittenbühl blasen konnten. Und mit Heinfried Hanau, Fritz Schnepel und Heinz Klare selbst, hatte man auch Granaten, die die Kunst des Spielens an die ihnen folgenden Generationen weitergeben konnten. Als Mundstücke des damaligen Tittenbühls hat man noch lange nach der großen Flut Ziegen-Euter verwendet, so dass man eigens für diesen Zweck Ziegen aus der Türkei holte, um sie im neuen Kiskerland anzusiedeln.

 

„De Titten wörn robuste!“ sagte Heinz Klare. „De Ziergen sind ja mit öre Euter gümman an de Felsen langschliepet, sau dat de gehärtet wörn. Un wenn man dor morl iut vesein rinbiert´n hefft, wör dor auk nich glieks ein Lock inne. Un denn hötse morl den Klang bi düsse Titten hörn möst! Dat was nen Ohrnschmaus, kann eck di seggen, oss wenn di Imme inne Ohrn rümme summt sind. Un man könn de auk geot in Ziergenbottermelk inleggen, dormit se schön geschmeidig blierben sind.

 

Un watt ganz wichtig wass, de hönn´n ne miulgerechte Grötte!“

Nachdem wir fragten, warum man denn nicht in Schottland ebenso Ziegeneuter verwendet hätte, sagte er: „Dat hefft de vesöcht, orbe de Ziergen wörn wiendempfindlich un können dor dat Klima nich aff un sind ingorn. De hefft dat denn ne tiedlang mit Scharp-Titten vesöcht, orbe de könnse nich lange verwenden, wall de nich derbe geneog wörn un mit de Tied de Wiend dürflöttget es, wenn man de teo lange tüsken de Teene hat hefft.

Un Ersatztitten hefft de van us nich kriergen. Man könn doch nich gümman, nur wegen de Titten ne ganze Ziergen schlachen!“

 

Laut seiner Aussage, hätten die Schotten wohl auch noch eine gewisse Zeit die Ziegeneuter aus Frärpm ( Frotheim) bekommen, wo man die Ziegenzucht in großem Umfang betrieb, aber man hätte dort auch seine Preise gekannt, zumal die Euter auch als Potenzmittel galten.

Heute wird man auch kaum noch wissen, dass die Frotheimer zu jener Zeit für ihren äußerst delikaten Ziegentitten-Eintopf bekannt waren, der noch bis in die frühen 30 er Jahre

unseres Jahrhunderts gern gegessen wurde und bei manchen Frotheimer Bürgern, auch heute noch, als beliebtestes, traditonsgemäßes Weihnachtsessen gilt.

 

 

Der Spargel

 

Jedes Jahr die gleiche Geschichte. Else hesse oll hört, in Oppenwie´e giff et oll Spargel!

Das ist fast so, wie früher in der DDR mit den Bananen. Die Weiber flippen total aus und sind nicht mehr zu halten, als wenn das ganze Leben von diesen wäßrigen Stengeln abhängig wäre. Das ist ein Phänomen! Denn wie von Sinnen, knallen die Weiber, ohne auf rechts und links, oder rot und grün bei den Ampeln zu achten, Richtung Spargelfelder. Und viele Menschen fragen sich, woher dieses Phänomen eigentlich kommt.

 

Dabei ist die Antwort so einfach!

Denn die einzige Erklärung kann nur das pimmelhafte Aussehen des Wasserstengels sein, denn vom Geschmack her, ist der Spargel eigentlich nirgendwo einzuordnen  und schmeckt eher wie eine Mischung aus Sauerstoff und Achsel-Schweiß. „Den kann eck blaus bipflichten!“ sagte Drövelmanns Heinrich, nachdem wir ihn in ein früheres Leben zurück geführt hatten. Und dann berichtete er, dass der sonderliche, etwas zu dünn geratene Phallus seinen Ursprung in Syrien hatte. Dor hefft de Mur riesige Spargelfelder anlecht. 

 

„Niu“ sagte er. De Spargel, de ja iutsüt wien Pitten, wass  för de dormorligen Murwieber, de dor ganz verückt nor wörn, blaus dorfür dor, ümme öre Kerls klor teo maken, dat se samungsbereit wörn un wat vör de Böxen hemn weöln. De hefft denn, wennse ein in Timpen hön´n un fissig wörn, aff un teo morl rinn bierten, ümme de Kerls Geschmack teo maken!

Un henn un wier hefft de auk oll morl nen Stücke dorvan gierten, wenn se richtich scharp wörn, orbe kooket hefft de den nich, sauvierl eck weit. Bi de Ansprüche van de Wieber dröffte de auk nich rünner hangen!“

 

Und durch Drövelmanns Heinrich erfuhren wir dann zu einem späteren Zeitpunkt auch, dass die Frauen der Mur die syrischen Spargelbauern förmlich beknieten, einen Spargel zu züchten, der um Einiges länger und dicker war, um von den Männern unabhängiger zu werden.  Was den Spargelbauern dann auch gelungen wäre. „Dat was ne Sensation für de Wieber in´n Mur-Land!“sagte er „Dor wörn de gornich mer teo hauln un einige van de hefft dornor öre Kerls nich morl mer mit den Ors ankierken!“

Als wir Drövelmanns Heinrich dann fragten, ob man denn im späteren neuen Kiskerland auch noch Spargel gegessen hätte, antwortete er: „Den hefft wi blaus teore Zierde hat, ümme de Strüsker van den Spargel tüsken de Bleomen teo steken. Gierten hefft wi den nich, un wenn, denn blaus ganz selten iut Döllmerei. Orbe paß up, dat mit den Kooken hefft sien Ursprung velichte bi Plattschüppen Willem vör 8 Diusend Johre.

 

Dat wass ne verrückte Sache! Denn siene Aulske wass oll inne Johre kuam un gümman nau scharp wien Iltis. Un wall Willem an de Bösserei kein grautet Interesse mehr hat heff, hefft de Zwlle ön iut Rache ei´n gekookten Spargel up´n Teller lecht, os Besuch dor wass. Dor lach dat schlappe Dingen niu up sin Teller un oss de Spargel denn ober sine Garbel höng, leigen sick olle vör Begeisterung inne Arme. Blaus Willem nich. Un hei mösste sick achterheer geneog anhörn, wenn de annern Kerls secht hefft: „Na Willem, wat maket dien Spargel? 

„Un wall dat saun Spors maket hefft, hefft de kiskeranischen Wieber dat auk gümman wier anwend, ümme öre Kerls ein Teiken teo girm!“

 

Wenn man recht überlegt, wird diese Begebenheit über Jahrtausende wahrscheinlich auch die Ursache des heutigen Spargelessens in gekochter Form sein. Denn eines ist doch klar, ohne seine Form und sein pimmelhaftes Aussehen würde sich doch Niemand für den Spargel interessieren. Später wurde der Spargel dann auch im Interesse der Frauen auf der ganzen Welt angebaut, vorausgesetzt man verfügte über die richtigen Bodenverhältnisse. Denn die Pimmel sehen im Grunde weltweit gleich aus und unterscheiden sich eigentlich nur in der Größe und in der Farbe.

Aber leider hat die Kirche dann, die gerade kurz vorher gegründet wurde, schon soviel Macht besessen, den Spargelanbau aus ethischen Gründen zu verbieten.

 

Und bis zum Jahr 1611 n.Ch. wurde er durch  türkische Grenzgänger sogar geschmuggelt, was nicht gerade ungefährlich war. Denn so wie wir erfuhren, hat man auch nicht wenige Spargel-Schmuggler auf dem Scheiterhaufen verbrannte, so dass der Spargel, aus Angst vor Verfolgung, fast in Vergessenheit geriet. Und erst viel später, um das Jahr 1895 herum wurde, wenn auch erst heimlich, wieder Spargel angebaut, weil man nicht mehr unbedingt mit der Verfolgung durch die Kirche rechnen musste.

 

Man hatte auch wohl keine andere Wahl, da man es nicht verhindern konnte, dass der Spargel in allen Nonnen und Mönchsklöstern heimlich angebaut wurde.

Daher lockerte die Kirche dann ihre strenge Verordnung und ab dem Jahre 1925 war es auch wieder offiziell erlaubt, das erotisch aussehende Gemüse in Klostergärten anzubauen, was dort natürlich mit besonders großer Begeisterung registriert wurde.

Nun, hiermit erklären sich eventuell auch die vielen Beobachtungen, dass viele Bewohner der Klöster nach der Lockerung der Verordnung, zu allen Tageszeiten auf den aufgehäuften Spargelbeeten saßen und glücklich lächelten.

 

 

Griechen und Tabakanbau

 

Wer wie wir, bislang geglaubt hat, dass die Griechen in der Frühzeit der Geschichte ein Volk mit einer hohen Kultur waren, muß sich, wie wir, sagen lassen, dass es sich auch hier um einen der vielen fingierten Geschichtsirrtümer handelt.

Denn wir stellten durch Rückführungen, gleich mehrerer Personen fest, dass die Griechen uns mit ihrer vermeintlich heroischen Vergangenheit während der letzten 2000 Jahre eigentlich nur die Hucke vollgelogen haben.

Und dass die Geschichtsschreiber ihnen, aus welchen Gründen auch immer, dabei geholfen haben. Es stellte sich nämlich heraus, dass sie bis zum Beginn des perversen Römischen Reiches ein recht unbedeutender Stamm waren, der noch im Anfangstadium seiner Entwicklung stand. Wir waren natürlich schon sehr sehr überrascht, als wir das hörten.

Zumal die Griechen um ihre Geschichte einen Aufstand machen, als wenn sie die Welt zum Drehen gebracht hätten.

Also hinterfragten wir bei unseren Medieen noch etwas genauer, um einige Aufschlüsse mehr über das Volk der Griechen zu bekommen.Die bekamen wir dann auch gleich ausführlich von verschiedenen rückgeführten Personen! Lesen Sie und Sie werden staunen!

 

Am aufschlussreichsten stellten sich die Berichte von Poggemöllers Karl heraus, der die Geschichte der Griechen scheinbar am besten kannte. „Dat wörn Nomaden!“ sagte er. „De hefft iuse Vorfahren wieterentwickelt, dormit se sick ümme de Schaape kümmat, wovan wie´n ganzen Tropp hat hefft,  wall wi an de Wulle interessiert wörn.

Junge dat hefft diuert, bet de senkrecht gorn könnt hefft, un inne wieten Beerge trechte kuam sind. Orbe ganz sau dösig wie de Bayern wörn de nich, denn de hefft daumorls oll geot reeken könnt.

Dor hefft wi us manchet morl rober wunnert. Wiert gi, de hön´n auk vierl Tied, wenn se de Schaape hott hefft. Un ümme de Langewiele daut teo schlorn, sind´se anfangen, Schaapkürtel teo telln. Un mit de Kürtel hefft se ganze Depos anlecht un wörn dor auk ganz eigen mit. Junge, met de Tied wörn de us in de Reekerei fast ebenbürtig, wenn´se auk briune Finger van de Kürtel kriergen hön´n un strenge rooken hefft.

 

Orbe nen richtigen Normen hefft de bi us daumorls nich hat. Wi hefft gümman teo de Spezies, de de Mur tücht hefft, secht: „Hei tüt henn un her“ wall dat ja Nomaden wörn! Dat hefft de denn later in „He-tit-her“ affkürzt, wall ör de lange Name nich gefalln hefft!“ Durch Poggemöllers Karl erfuhren wir dann auch, dass die Rasse der Hethiter zu seiner Zeit im alten Kiskerland auch sicher nicht in der Lage gewesen wäre, in irgendeiner Weise Sport zu betreiben, den sie ja unter anderem auch erfunden haben wollen.

„De wörn doch vierl teo moppelig un de hefft doch auk blaus inne Gegend rümme legen un den ganzen Dach de Schaape in den Ors kierken.

 

Eint es mi allerdings nau genau inne Erinnerung!

De hefft dür de Schaape gewaltig vierl Lüse un Fleue ( Flöhe ) hatt un sick daumorls den Lüseharken iutdacht. Dormit könnse de Beister beter iut de Hore bugsiern!“ Oss dat mit de Lüse denn oberhand nohm heff, hefft de Türken saugor de Grenzen dicht maket un Tabak ranplant, dormit se ör nich auk up´m Pelz rücket. Dat was ne gewaltige Aktion, bi de wi de Türken auk Subventionsmittel teokurm lortn hefft. Wi hefft für de Türken denn Tabbacksamen iut Cuba importiert.

 

Mit de Türken hefft wi ja auk ne gemeinsame Grenze hat un dat was blaus eine Frage van Tied wesen, bett wi de Beister bi uss in´n aulen Kiskerland hatt hön´n. Ja, Junge, Tabak künnt de Lüse oberhaupt nich aff. Dat es dat einzige probate Mittel gegen de Lüse un Fleue. Un dorümme hefft wi, os wi nau in den aulen Kiskerland lierbet hefft un mit de Griechen kontaktiert worn sind, iut Sicherhert gewaltig schmoiket, dormit de Pisacker us nich anfallt!“

Ja Junge, auk de Mur hefft daumorls gewaltig Maschetten för de Gesellen hat.

Dorümme hefft de ja auk olle nen Mutz hat, den se sick gümman wir ansticket hefft. Un den Mutz heff man de Pharaonen auk oss Grabbeilage mit int Graff gierb´m, dormit se auk nau in´n Jenseits ein probatet Mittel gegen de Bleotsüger hön´n.

 

Dat Schmoiken hefft wi denn iut Sicherhert auk inne neuen Heimat bibehauln un dorümme hefft wi hier auk nie Probleme mit Lüse hat. Tüsken iuse auln Heimat un de neuen Heimat wörn zwar de grauten Beerge mit de Alpen, wo de Lüse un Fleue nich rober kurm wörn, wall ör de Ors affrorn wass. Orbe wi hefft dacht: „Sicher es Sicher!“

Lange Tied es dat ja auk geot gorn, bett denn de Beister incognito oss Reisebegleiter in de dicken Pelze van de Kreuzritter un Kutten nau Europa inschlierpet worn sind. Un sau richtig iutbreit hefft de sick bi de adeligen Stinker inne Pelze un Rüschengewänder iut Seide. Dor hefft de sick in örn Element feuilt un gewaltich vemehrt.

 

Wi wörn ja mehr abgehärtet in iuse Tracht, in de de Lüse un Fleue Zuch kriergen hön´n, den se nich aff künnt. Letztlich hefft orbe de frostkürteligen Kutten mit öre dicken Gewänder, wo de Lüse un Fleue sick richtig inne wohl foilt hefft, de Beister doch inschlierpet. Kiek, teo  de Tied, hefft wi de ersten Zigaanfabrik inricht, van de wi ja achterher nen ganzen Schwung hat hefft, ümme uss vör de Lüse un Fleue teo schützen. Un wenn gi geo dorober wunnert, worümme de Kutten lange Trachten dreget, denn heff dat sein Grund.

Ünner den Gewand kannse di virl beter kratzen. Dor kummse ollerwers geot ran, auk an´n Sack, wenn et jürket.

 

Un eint kann eck geo oll glieks seggen! Wenn de Dösbaddels in de Regierungen geo dat Schmoiken vebeiet, fehlt düsse Lüe jedet Realitätsbewusstsen. Denn es dat blaus ein Kieken un dat ganze Land es wier veliust.

 

Das sind ja tolle Aussichten, stellten wir fest, aber wir waren natürlich schon sehr überrascht, als wir erfuhren, dass die Geschichte der Griechen eine ganz andere war, als die, die man uns in der Schule lehrte. Aber dass wir so ganz nebenbei auch noch die Geschichte des Kamms in Erfahrung bringen konnten, war für uns natürlich auch von großem Interesse, zumal er auch wohl die einzige wirklich erwähnenswerte Erfindung der Griechen war. Das hätten wir nicht gedacht!

 

Etwas später erfuhren wir dann auch noch durch Poggemöllers Karl, dass die großen Stadien, von denen sie behaupten, dass in ihnen sportliche Spiele stattgefunden hätten, noch von den Kiskeranern für kulturelle Anlässe gebaut wurden. Und er sagte wörtlich: „In düsse grauten Einrichtungen hefft wi kein Sport maket un iusen Körper dormit plaget. Dor hefft wi us inne dropen, ümme Spors teo hem´n un hefft us ein´n knetert.

Achterher hefft denn de Griechen öre Schaape rinn drierm, dormet se nich flüchtig worn sind!“ Un velichte hefftse denn iut Begeisterung Purzelbörme dor inne schlorn, wall wi de nich mehr briuket hefft!“

 

 

Die Hiller Höchte

 

Bei einer weiteren Rückführung erfuhren wir durch Klampermanns Willi, dass man auch im späteren Kiskerland eine neue große Arena errichtet hatte, die für ganz besondere Anlässe gebaut wurde und den vielen Besuchern während der Veranstaltungen auch ausreichend Platz bieten sollte. Und meist waren es Veranstaltungen, die man auch schon im alten Kiskerland oder im damaligen Mur-Land im Zyklus von 4 Jahren durchführte.

Allerdings waren die Veranstaltungen, so wie wir erfuhren, keine Sportereignisse, sondern eher Ausstellungen, in denen man die Entwicklung der vorher weitergezüchteten Rassen in Augenschein nahm und beurteilt hat.

Ähnlich wie bei einer Geflügel, Hunde, oder Karnickel- Ausstellung. Als er dann noch berichtete, dass sogar Pharaonen bei diesen Ausstellungen in Hille zugegen waren, können Sie sich sicher vorstellen können, dass uns seine Aussage fast vom Stuhl gehauen hätte.

Und er fuhr weiter fort, indem er sagte:

„Im Grunne kann man seggen, datt wi de Rassen, de iuse Vorfahren tücht hefft, ober den Laufsteg schicket hefft, ümme teo kieken, wie sei sick inzwischen maket hefft.

 

Dor kamm et vör ollen Dingen up den geraden Gang an, wie sei sick süss so beweget, ob se Reaktionsvemögen hatt hefft, ob se geot iutsein hefft, ob se stark wörn, ob se gutmütig orre fissig wörn, ob se geot kieken könnt hefft un op man mit ne Zwischenbesamung de Intelligenz nau vebetern könne.

Kiek! un dat wörn natürlich ultimativ wichtige Fragen, bi de wi et us auk nich einfach maket hefft, de richtigen Entscheidungen teo drepen. Un düsse Veanstaltung hefft wi denn hier wietermaket. Olle Exemplare wörn allerdings nich brauchbar, wall dor auk aff un teo wecke bi´e wörn, de trotz Zwischenbesamung gümman nau iutsein hefft wie Aapen. In düsse Fälle wass dat Erbgut van de Aapen einfach teo stark

 

Dat graute Miul, mit den de Aapen de Bananen ja twass freten künnt, hefft wi in virln Fällen einfach nich wechkriergen. Dat kamm oll morl vör. Un dat wie de denn nich wieter besamt hefft, könn man us auk nich vedenken. Dor hefft keiner van us de Böxen för rünnerlorten. Denn wer bösset denn oll gern nen Aapen. Wi hefft de denn nau Polen, England, Rumänien, Sachsen, an den Rhein, achtern Ural un einige inne Nörchte achtern  Wiehengebirge iutset. Dor hefft wi oll met Veantwortung handelt un de wiet geneog iuteinanner iutset´t, dormet de sick nich inne Klotten kriergen!“

 

Bei einer späteren Rückführung wurden uns die Aussagen von Klampermanns Willi dann auch bestätigt und wir erfuhren, dass die neue Arena mit einem Fassungsvermögen von 140.000 Zuschauern nicht gerade klein war. Und dank der damals noch vorhandenen kiskeranischen Technik konnte man beim Bau des Stadions auch von einer Überdachung absehen, da man in der Lage war, bei feuchtem Wetter einen größeren Energieschirm zu aktivieren. „In düsse Dinge wörn wi spezialisiert!“ sagte er.

 

Natürlich waren wir gespannt, wo sich denn diese große Arena befunden haben soll und uns fielen aus dem Stegreif auch keine Anhaltspunkte ein. Doch dann wurden wir durch Klötenkamps Lisbeth auf die richtige Spur gebracht, als sie sagte: „Dat es vedage nau ne graute runde Erhöhung, denn wenn diu nau Hille förs, kanns diu de gornich obersein!“

In dem Moment fiel bei uns natürlich der Groschen. Es musste sich um den Hügel vor Hille handeln, den man „Höchte“ nennt und den man eigentlich auch wirklich nicht übersehen kann. Aber wir fragten uns natürlich auch, warum man dort nie Etwas gefunden hat, was auf die damalige Arena hingewiesen hätte.

 

Aber dann hörten wir von Klötenkamps Lisbeth, dass man vor 30 Jahren eventuell noch die Chance gehabt hätte, die Arena zu entdecken, oder gar ganz frei zu legen, zumal man dort über Jahrzehnte Sand abbaute und somit schon der größte Teil des in der Arena befindlichen Bodens entfernt wurde. Und wenn man nur 1 halbes Jahr länger dort Sand abgebaut hätte, wäre man laut Klötenkamps Lisbeth, wahrscheinlich auch auf die ersten Sitzreihen gestoßen. Diese Vermutung ließ uns natürlich keine Ruhe und wir forschten in alten Ausgaben des Mindener Bayern-Kuriers nach.

Und richtig! In der Ausgabe vom 8.September 1959 fanden wir dann auch die Bestätigung ihrer Aussage. Dort stand es schwarz auf weiß. „Sensation!“ „Lederstiefel in Größe 48 und Schnapsflaschen in einer Tiefe von 20 Metern unter Sand begraben!“ „Schwarzbrennerei aus der Steinzeit entdeckt!“ Und sogar ein sehr umfangreiches Interview mit den damaligen Entdeckern war zu lesen.

 

Hier der genaue Wortlaut des Interviews!

„Eck hebbe teo Willem secht: „Wer heff denn de aulen Stierbel dor ingrorben? Wenn dor man keine Leiche ünna es! Wass orbe teon Glücke nich. Un denn hefft wi de Tonpulln fiun, de teon Deil auk nau vull wörn. Un August heff secht: Dat ruck nor Schluck, den schmiet man wech, de es bestimmt schlecht. Dor kriege wi de Schieterei van. Orbe eck wass denn doch neidschierig un hebbe den morl antest. Un eck segge Di, dor was nau ganz schön Katuun achter un de schmickere auk nau!“

 

Wir fragten uns natürlich, ob es denn möglich sein könnte, dass sich Schnaps über 10.000 Jahre halten könnte, worauf wir von Lükermanns Fritz zur Antwort bekamen: „Dat es bi´en Wacholder, den wi daumorls brennt hefft, ganz normal. De hullt sick nau länger!“

Aber merkwürdigerweise hat man kurz nach den Entdeckungen der Sensations-Funde den Sandabbau eingestellt. Und so sehr wir auch forschten, ob man noch andere Gegenstände gefunden hätte, wir fanden keinerlei Anhaltspunkte.

 

Fällt jetzt auch bei Ihnen der Groschen? Man hat also wieder großes Interesse daran gehabt, die wirklich wahre Geschichte bedeckt zu halten. Aber warum? Eigentlich ist die Antwort ganz einfach, wenn man 1 + 1 zusammenzählt.

Denn wenn man eingestehen würde, dass alle bisherigen Forschungen und die daraus gezogenen Erkenntnisse, völliger Blödsinn sind, würde man der Welt natürlich auch klarmachen, dass man dämlich ist. Was man logischerweise verhindern möchte, obwohl die Welt das eigentlich schon längst weiß.

 

Tempelmanns Fritz brachte es bei einer späteren Rückführung auf den Punkt, als er sagte: „Glöfft mi, de Forscher met öre gewaltigen Fleigen anne Gurgel, ahnt, dat se dummet Tüch ünna de Lü´e bringet, orba de wördn datt nie teogirbn. Kiek de wördn denn ja auk teogierbm, datt sei van iuse Vorfahren van de Aapen tücht worn sind un dat iuse Vorfahren dor oll hennschierten hefft, wo sei nie hennriuken künnt!“

Wir denken, dass dem auch nichts mehr hinzuzufügen ist!                                                                                                                                                              

 

Trotzdem ist es sehr schade, dass der Welt die tolle Arena vorbehalten bleibt. Zudem finden wir es ausgesprochen pervers, dass man das fast freigelegte, großartige Bauwerk ausgerechnet mit Müll gefüllt hat, um ganz sicher zu gehen, dass dort nie wieder jemand gräbt. Aber vielleicht dient die Erkenntnis über die Hiller Höchte den Bewohnern am Stemweder Berg auch als Warnung. Denn wir sind fast sicher, dass man nach der ersten Entdeckung eines Grabes in der Grabanlage in den Stemweder Bergen, dort ebenso eine Mülldeponie einrichten könnte, wie es in Hille geschah.

 

Darum wäre es auch sicher sehr sinnvoll, schon jetzt eine Bürgervereinigung zum Schutze des Stemweder Berges zu gründen, die auf ungewöhnliche Aktivitäten in ihrer Region achtet. Und wenn man geschniegelte Lakkel mit Fliegen und Krawatten beobachten sollte, die im Begriff sind, die Stemweder-Berge zu vermessen, raten wir den Menschen dort, dass höchste Wachsamkeit geboten sein sollte.     

 

 

Geschichts-Forschung

 

Nachdem wir inzwischen soviel über unsere Geschichte durch all die vielen Rückführungen in Erfahrung gebracht hatten, fragten wir uns natürlich auch irgendwann, was denn unsere Geschichtsforscher eigentlich erforschen, wenn es nicht die Geschichte ist. Denn alles, was sie bisher publiziert haben, dreht sich im Grunde nur um Kriege. Uns ist auf jeden Fall inzwischen klar geworden, dass es sich hier nur Verschleierungstaktiken handelt, um ihre animale Herkunft zu verbergen.

Mein Gott, sie sind nicht die einzige Spezies unter den vielen verschiedenen primitiven Rassen, die am Anfang ihrer Entwicklung steht. Damit muss man sich auch irgendwann einmal abfinden können.

 

„Datt glöv eck nich!“ sagte uns darauf Rohlfings August. „De denkt, datt sei sick mit uss up eine Stufe stelln künnt, dorbie hefft de doch blaus Mess in Koppe. Düsse Dösköppe fehlt de geistige Entwicklung, wat de Kiskeraner iutmaket. Kiek se di doch an, de interessiert sick doch blaus för Kriege un Moneten!“

Darin mussten wir ihm allerdings recht geben, denn wenn die  heutigen Wissenschaftler von einem Donnerbalken erfahren würden, auf dem der Alte Fritz oder Kaiser Wilhelm während einer Schlacht, oder einer Truppenbesichtigung abgeprotzt hätten, könnte man sicher sein, dass der Donnerbalken unter Denkmalschutz gestellt werden würde.

 

Und sollte man dann auch noch gut erhaltene braune Bolzen finden, die vom Alten Fritz oder Kaiser Wilhelm stammen könnten, würden die Leute vom zuständigen Heimatmuseum des Fundortes, Offizierszausel, Archäologen, Denkmalschutz, Kulturamt und Gen-Forscher komplett durchknallen und zu allererst Echtheits-Analysen in Auftrag geben, denn schließlich hat das Volk ein Recht darauf, zu erfahren, ob der Alte Fritz oder Kaiser Wilhelm Bandwürmer hatten und die braunen Bolzen tatsächlich echt sind.

 

In der „Bild“ stände dann eventuell auch noch auf der ersten Seite, „Sensation! Brauner Bolzen von Kaiser Wilhelm gefunden“, oder „Landwirt weckt romantisches, kaiserliches Scheißhaus aus Dornröschenschlaf!“ Eventuell auch noch „Genforscher klonen Alten Fritz, verwendbares Zellmaterial in Wachtelmann gefunden“! Da fragen wir uns allen Ernstes, was dass denn mit „Geschichte“ zu tun hat.

 

 

Bildung

 

Eines der fundamentalsten Probleme unserer Zeit ist die Erziehung, Schulung und Bildung der Kinder! Mit anderen Worten ausgedrückt: „Sie sind bekloppt!“ Aber müssen wir uns denn darüber wundern? Denn wenn wir die Aussagen der rückgeführten Personen berücksichtigen, ist die Entwicklung der Kinder durchaus verständlich.

Denn so wie wir hörten, hat man zur Zeit der Neusiedlung der Kiskeraner des Öfteren ja eine Zwischenbesahmung vorgenommen, um auf diesem Wege die Intelligenz der verschiedenen primitiven Rassen zu steigern.

 

Damals wusste man also, dass die Intelligenz der vorher gezüchteten Rassen nur eine bedingte Zeit erhalten bleiben würde, so dass die regelmäßigen Zwischenbesahmungen auch zwingend notwendig waren.Darum haben die Kiskeraner die Dinge auch sehr ernst genommen. Denn das Risiko war doch sehr groß, dass sich die vorher primitiven Rassen, wenn sie sich unkontrolliert untereinander fortpflanzten, wieder zum Affen zurück entwickeln würden.

„Datt es ein Programm inne Natur un dat beste Beispiel seit gi bi de füheren Adeligen, Banker un Bonzen!“ sagte Wassmanns August.

Und er fuhr fort, indem er sagte: „ Kiek, wenn man gümman dösige un fissige Rassen mit einanner bössen lett, kurmt dor dösige un charakterlose Kinner bi riut.

Un wenn de düsse Kinner denn wir ünna einanna bösset, kurmt dor nau dösigere Kinner bi riut. Un wenn dat gümman sau wieter gert, sind et an Enne Aapen. Dat es ein Naturgesetz un dor kann man auk nix anne maken.

 

Et si denn, diu nimms ne Zwischenbesamung mit ne intelligenten un gutmütigen Spezies för. Un wi Kiskeraner sind ausgesprochen intelligent wesen un hefft us vör de grauten Veantwortung gegenober de Rassen, de iuse Vorfahren oll wieterentwickelt hat hefft, auk nich drücket. Wi hefft gümman wieter Zwischenbesamungen vörnohm, wenn dat auk aff un teo ne Last wesen es, orbe dor hefft wi Charakter hat. Dat walte Tüting!

 

Kiek, wenn diu di Vedage in düssen Lanne ümmekieks, mosse reinrassige Kikeraner wie de Nadel in Heuhaupen seuken. Dor will doch keiner van de mehr hier tüsken de Hottentotten  wiergeborn wern. In Schottland werd man nau Einige fien, wall man se an den MC un MAC anne Namen erkinnen kann, orbe hier giff et nich mehr vierl dorvan. Seit geo doch morl ümme un watt seit gi? Kium nau Lüe, de kiskeranischet Platt kürn künnt. Blaus Rassen, de dösich sind un nix in´n Koppe hefft un auk nau Politik maket.

 

Un watt inne lesten por diusend Johre ohne Zwischenbesamungen dorbie riutkuam es, künn gi Vedage ja sein. De Eine es nau dösiger os de Annere un dor werd sick auk nix mehr anne ännern. Un denn giff et auk nau de „Degenerations-Studie“ van Potts August, de hei vör ungefähr 17.000 Johre bereket hefft. De sech nämlich iut, dat genetisch veännerte Aapen sick ohne Zwischenbesamung in kötteste Tied teon Aapen trügge entwickelt.

Dat es blaus ein Kieken!

Man kann van Kauschieten einfach keine Bottern maken. Daumorls hefft wi blaus ein paar Spezies van de primitiven Rassen met hierhenn brocht. Un Vedage kik´se bi de virlen Rassen gornich mehr dür. Wenn gi mi frorget, es dat ganze Land teo ne reine Primateniutstellung vekuam. Un süms, wenn auk olle Kiskeranischen Kerls nau hier wörn, könn´se de notwendigen Zwischenbesamungen gornich schaffen.

De keim ja obahaupt nich mehr dorteo, de Böxen wier anteotein un könn´se ja glieks an´n Baum hangen lorten!“

 

Nun, dass wir bei diesem Schreckenscenario, das Wassmanns August uns schilderte, Mund und Augen nicht mehr zu bekamen, können Sie sich bestimmt vorstellen. Aber so sehr wir auch nachdachten, es fielen uns keine Gegenargumente ein. Es hatte einfach alles Hand und Fuß, was er von sich gab.

Denn wenn wir all die Rassen aus den verschiedensten Ländern aufzählen sollten, die hier inzwischen leben, bräuchte man sicher schon fast einen Taschenrechner, da die Zahlen sich im vierstelligen Bereich bewegen dürften.

Aber das Schlimmste an der Sache war ja seine Vorhersage, dass alle Rassen immer noch bekloppter werden würden. Sie würden zwar den Umgang mit Handys, Computern und Condomen erlernen, aber damit wäre das Fassungsvermögen ihres Gehirns auch schon mehr als ausgelastet.

An dieser Tatsache gibt es sicher auch nichts zu rütteln und da würde laut Wassmanns August auch keine Pisa-Studie eine positive Veränderung bringen. Denn er sagte: „De Kinner künnt doch nix dorför, wenn se dösig sind. Dat lich doch anne Öllern! Wenn de oll dösig sind, künnt de doch keine hellen Kinner kriegen.

Kiekt geo doch morl ümme! Denn künnt gi auk sein, dat de oberhaupt keine Lussen teon Arbeiten hefft. Genausau wie de Aapen. Un eck frorge geo, hefft gi oll morl nen Aapen sein, de arbei´t hefft? Wenn diu den nen Bessen giffs, bitt de mit seine langen Teene rin. Kiek, un sau es dat auk bi de Lü´e, de bi geo de Politik maket un süms nich morl wiert, wie ne Schüppen anpacket werd. Un wenn eck mi de Minister ankieke, denn schlor eck doch lang henn un kann sofort sein, dat de auk van Rassen affstammt, de wi nich zwischenbesamt hefft. De hefft doch van Nix Ahnung.

Gi hefft Gesundheitsminister, de krank sind, Sportminister, de teo fiul teon Laupen sind,  Arbeitsminister, de nie arbei´t hefft, Wirtschaftsminister, de nich inne Wirtschaft gort un van de haugen Beamten un Banklüe ganz teo schwiegen! Glöfft auk man nich, dat de meisten Politiker, Beamten un Banklüe ein grautet Interesse doran hefft, dat de Annern intelligenter werd oss sei. Denn keim de doch dorachter, dat sei blaus Blödsinn maket un dat´se de Annern blaus gümman uppe Tasken ligget!“

Als wir bemerkten, dass Wassmanns August sich über die gegenwärtige Situation der degenerierten Rassen heftig aufgeregt hatte, machten wir erst einmal eine Pause, damit sein Kopf wieder etwas abkühlen konnte. Er nahm das Angebot aber auch dankbar an, indem er sagte: „Junge, watt kann eck mi ober de Zustände Vedage uppregen. Eck briuke friske Luft! Dat ganze Zwischenbesamen hön´n wi us sporn könnt.

Un wenn wi wüsst hatt hön´n, wat dorbi lestendlich bi riutkuam es, hön´n wi iuse Böxen auk bestimmt nich iuttogen!“

Nachdem sein größter Ärger verflogen war, fragten wir ihn, wie man denn im alten Kiskerland die Kinder unterrichtet hätte.

Und er erklärte uns, dass man mit den Kindern; Probleme in der heutigen Art überhaupt nicht gekannt hätte. Denn laut seinen Ausführungen waren die Kinder auch wohl nur an der frischen Luft, oder waren im Haushalt beschäftigt. Zudem halfen sie spielend in den großen Gewächshäusern und lernten bei und mit den Tieren, indem sie diese fütterten, reinigten und kämmten. Außerdem halfen sie, wie er sagte, bei der Ernte, beim Wursten, bauten kleine Häuser und schauten den Erwachsenen bei ihren Tätigkeiten zu.

 

Und hierbei lernten die Kinder dann auch wohl am meisten, da keine Theorie, wie er sagte, die Praxis ersetzen könnte. Lesen, schreiben, rechnen und alles andere einfache Wissen wurde durch das Vorführen an großen Bildschirmen von Druiden durch Teilhypnose in das Bewußtsein der Kinder einsuggeriert.

Man nannte es auch „Die Schnepel-Methode“, mit der man in relativ kurzer Zeit einem 6jährigen Jungen oder Mädchen das Wissen eines heutigen Hochschul-Professors oder Beamten zukommen lassen konnte.

Aber auch das ungleich höhere Wissen eines Handwerkers oder Handlangers konnte so übermittelt werden. Nur dauerte es ungleich länger. Nachdem wir Wassmanns August fragten, was denn eine Schnepel-Methode sei, antwortete er: „De heff Schnepels Heinrich oll för fufzig diusend Johre entwickelt. De begriept gi nich un dorümme briuk eck gornich veseuken, geo de nahe teo bringen!“

Wir waren natürlich sehr enttäuscht, über die Methode nicht mehr in Erfahrung gebracht zu haben. Aber wir dachten, dass man mit dieser Methode vielleicht das Intelligenzproblem der heutigen Kinder lösen könnte. Also fragten wir! Aber das hätten wir uns besser ersparen sollen, denn als Antwort bekamen wir zu hören: „ Bi Aapen funktioniert dat nich, de sind nich aufnahmefähig. Dat Gehirn es dor gornich för iutricht.

In ein Schluckglass kann man auk keine twintig Ömmer Wacholder kippen. Bi us was dat daumorls kein Problem mit de Speicherkapazität. Iuse Hölter was praktisch ein Fatt ohne Boden, in den olles vearbeit wern könne!“ Dat einzige, wat Vedage velichte helpen könne, wör ne „Kiskeranische Samenbank“ Orbe bet gi dormit denn erste Erfolge sein künnt, duart dat bestimmt achtdiusend Johre.

 

 

Der Turmbau in Wehe

                                                                                                                                                     

Wir haben sehr lange hin und her überlegt, ob wir unsere Erkenntnisse in diesem Fall durch die folgenden, geschilderten Rückführungen überhaupt pubizieren sollten, weil uns durchaus bewusst war, dass wir damit eventuell heftig anecken könnten. Aber letztendlich entschieden wir uns dann doch für die Veröffentlichung, da wir denken, dass die Bewohner des heutigen Kiskerlandes ganz einfach ein Recht auf ihre Geschichte haben. Und so gesehen wäre eine falsche Rücksichtsnahme auch nicht angebracht und außerdem haben wir schließlich eine Meinungs-Freiheit. Zudem handelt es sich in diesem Fall immerhin um eine der größten Geschichts-Lügen, die uns je verkauft wurde. „Dem Turmbau zu Babel“

 

Denn wer glaubt, der Turm wäre im Land der Ziegen und Esel gebaut worden, liegt laut Anton Lusmöller total daneben. Hier sieht man auch wieder als typisches Beispiel, dass man den Menschen nur etwas aufschreiben muss, um sie zu überzeugen, obwohl das Sprichwort: „Papier ist geduldig!“ doch bekannt sein dürfte. Denn richtig ist nur, dass der Turm gebaut wurde.

Allerdings nicht dort, wie man uns bisher Glauben machen wollte. Denn während einer Rückführung mit Anton Lusmöller wurde ganz schnell deutlich, dass man den Turm in Wehe-Barl gebaut hatte. Nun, Viele werden nicht wissen, dass man den heutigen Ortsteil Barl noch bis zum 15. Jahrhundert „Bavel“ nannte, was sich natürlich ähnlich wie Babel anhört. 

Aber trotzdem ist es schon mehr als rätselhaft, dass dieses Ereignis aus dem neuen Kiskerland in die Bibel geraten ist.

Aber wir denken, dass man sich während der späteren Aufzeichnungen lediglich im Standort des Turms geirrt hat, zumal nach der Flut alles mit Sand zugedeckt wurde und man überhaupt nicht wusste, was unter dem Sand begraben war. Man wusste zwar, dass es den Turm irgendwo gegeben hatte, aber durch das entstandene Chaos war es auch kein Wunder, dass man bis Heute nicht genau wusste, wo sich der Turm wirklich befand.

 

Denkbar ist, dass die überlebenden, primitiven Rassen von dem Turm zwar etwas gehört hatten. Aber da sie nichts von dem neuen Kiskerland wussten, haben sie die Geschichte um den Turm wohl ganz einfach ins Morgenland verlegt.

Und nach der Überflutung hatte man ohnehin den Überblick verloren und das Eine oder Andere durcheinander gebracht, was sich ja auch letztendlich bei vielen anderen fraglichen Aufzeichnungen aus jener Zeit zeigte.

Hinzu kam auch noch, dass die Überlebenden der primitiven Rassen in den, von der  Katastrophe betroffenen Gebieten nicht schreiben konnten, so dass man die Aufzeichnungen nach der Flut mit äußerster Skepsis betrachten sollte. Denn im Grunde gab es nur die Mur und Kiskeraner, die des Schreibens mächtig waren. Aber die Mur hatten die Erde verlassen und die Kiskeraner haben hier gesiedelt. Also bilden Sie sich selbst ihre Meinung.

 

Ernstzunehmende Aufzeichnungen, wenn auch in sehr primitiver Form, findet man eigentlich erst viel später bei den Römischen Halbprimaten. Die, wenn auch sehr schwer zu entziffern, nur akribisch genau aufgeführt haben, wo, wie und wann sie die Überlebenden der großen Flut überfallen, in ihre Gewalt gebracht und abgemurkst haben. Was ja auch kein allzu großes Kunststück war, denn das waren ja auch nicht Viele.

Das haben sie dann auch auf die perverseste und niederträchtigste Weise ausgenutzt. Heinrich Tüting sagte uns: „De wörn wi Wölfe, Schakale un Aasgeier in Einen, düsse Furzknüppen.

Un dat kön´n de auk nur maken, wall sei obe de Klotten vefügen kön´n, de wi un de Mur liggenlorten hefft. Un denn hefft de sick bi de oberschwemmung ja auk up de Alpen in Sicherhert bringen könnt. Wi hefft de Erdmukkels daumorls gornich för vull nohm!“

 

Nun, für den Turmbau in Barl gibt es für uns inzwischen soviel Beweise, so dass man jede andere Theorie des Standortes eigentlich grundsetzlich ausschließen kann. Und nach der Zeit der Umsiedlung hatte man hier damals laut den Aussagen unserer Medien sehr viele Gäste, die die neue Heimat der Kiskeraner kennenlernen wollten und zum Gratulieren kamen.

Sei es Mur-Pharaonen mit großen Delegationen, befreundete Bewohner von Atlantis und Mittelamerika, Abordnungen einiger Indianer und Zigeuner-Stämme, Glücksritter und Gastarbeiter aus der ganzen Welt, so dass man letztlich nicht mehr wußte wo und wie man sie überhaupt beherbergen sollte. Daher hat man dann auch wohl einen großen Turm geplant und gebaut, der das Problem lösen sollte.

 

Und laut Wesemanns Heinrich wurde am 1. Mai  11.619 v.Ch. vormittags kurz nach dem Frühstück, ohne Trara und großes Aufsehen der 1. Spatenstich getan, wobei die Wacholderflasche natürlich nicht fehlen durfte.

Und uns klingen die wohltuenden Worte von Wesemanns Heinrich noch heute in den Ohren, als er sagte: „Dor hefft wi kein grautet Aufsehens rümme maket un us nich sau albern vörführt, wi dat Vedage maket werd. Glöft man nich, dat wi Mitesser iut de Landdage, Kreise, Regierung un Parteibonzen un öre Zwillen mit inlaat hön´n, dormit de sick fullfreten könn´n.

 

Charaktere van düsse Art hefft wi daumorls auk gornich hat, dor hefft olle mit anpacket!“ Nun, die Größe des Gebäudes sprengte damals wohl alle Bau-Dimensionen und konnte mit einer Grundfläche von 1.300m x 1.800m und einer Höhe von 691 m sogar mit der Cheops-Pyramide mithalten. Auf den üblichen Bildern in der Bibel oder Gemälden sieht man den Turm meist in runder Form, woran man schon sehen kann, dass die bisher bekannte Turmversion totaler Quatsch ist, denn wie man an den hier angegebenen  Grundmaßen erkennen kann, war der Turm rechteckig und um ein Vielfaches höher.

 

Zeitweise waren bis zu 11.000 Personen beim Turmbau im Einsatz, von denen zu unserer Verwunderung recht viele Indianer aus Mittelamerika gehörten. „Dat wörn Apachen, de hefft us de Mur empfohlen!“ sagte Wesemanns Heinrich. „Denn bi de hefft de oll dat eine orre annere morl bi´en Pyramidenbau mithulpen!“ För us wör orbe auk ganz wichtig, dat de schwindelfrei wörn, denn de Turm wass ja ganz schön hauge. Doch dat hefft de nix iutmaket un de sind dor uppe rümme turnt, wien Dittgen. Dor hefft wi daumorls nen geoten Griff mit maket!“

 

Und da die Kiskeraner bei den Mur bei deren Pyramiden schon kräftig mit angepackt hatten, verfügte man auch wohl über ausreichend Fachwissen und Erfahrungen, so dass die Arbeiten recht schnell voran gingen. Fast stündlich, so berichtete man uns, schwebten Lasten-Transporter aus den Anden und dem Himalaya heran, die große Steinquader nach Wehe transportierten und man konnte den Turm wohl regelrecht wachsen sehen.

 

„Ja, un denn hefft wi ja auk nau de Telekinese beherrscht, sau dat wi de gewaltigen Steine mit de Kraft van iusen Geist genau iutrichten kön´n. Dat wör natürlich ne graute Hilfe!“

Telekinese? fragten wir, da wir glaubten, nicht richtig gehört zu haben. „Ja, hefft gi dat denn nich wüßt? bekamen wir zur Antwort. „Wat glöfft gi denn, wi wie de gewaltigen Steine beweget hefft? Mit nen albernen Kran, den gi hefft, könn man de garnich bewegen. Ja Junge, düsse Fähigkerten hefft wi teon Deil gümman nau. Wi set´t de blaus nich mehr in, dormit wi de Arbeitsplätze nich kaputt maket.

Un wi lachet us gümman schlapp, wenn wi ein´n Kran seit!“

Nun, das machte das Bauen natürlich um Vieles viel einfacher, dachten wir, nachdem wir überhaupt erst einmal begriffen hatten, dass die Kiskeraner über Fähigkeiten verfügten, die wir eigentlich nur aus Sience Fiktion Filmen kannten. Das war schon unglaublich. Aber sehr erleichternd wirkte sich auch wohl noch aus, dass man sich nicht wie heute, mit den lästigen Behörden herum schlagen musste.

Denn ein  Bauamt, Ordnungsamt, Gewerbeaufsichtsamt und all die anderen überflüssigen bürokratischen Folter-Einrichtungen, mit denen man sich heute herumschlagen muß, konnte man sich ersparen.

 

Als wir Wesemanns Heinrich darauf ansprachen, sagte er: „Den Schwienkrorm hefft et daumorls nich girm un was auk unvörstellbar wesen!“ Doch irgendwie haben es die Götter mit den Kiskeranern beim Turmbau nicht gut gemeint, denn kurz nach dem der Turm fertig gestellt war und man gerade die Gardinen aufhängen wollte, brach der Vulkan ohne irgendeine Vorwarnung aus.

 

Wie wir ja schon erwähnten, handelte es sich bei dem Vulkan um den Varler Schnakenpohl, dessen Gefährlichkeit man heute eigentlich gar nicht mehr erkennen kann.

Aber inzwischen ist er ja auch schon seit 13.000 Jahren nicht mehr aktiv. Laut Wesemanns Heinrich und Potts Kurt war der Ausbruch des Vulkans auch gleichzeitig der Auslöser eines heftigen Erdbebens, von dem das ganze Kiskerland heimgesucht wurde und den Turm zusammen stürzen ließ.

„Junge dat heff up einmorl gewaltich ünna miene Foite bierbet, sau dat eck mi faste hauln mösste. Dat wör nich angenehm, segge eck geo, wall eck dor ja auk gornich mit reket hebbe!“ sagte Wesemanns Heinrich. Und nachdem wir ihn dann fragten, welche Stärke das Beben denn gehabt hätte, antwortete er: „Gewaltig!“

 

„Ja Junge, eck wass ja güsste mit nen Wagen un ein´n van de ersten Peere ünnaweges, de wi  inportiert hön´n, os dat lausgöng. Un glöfft mi, de Tiere ahnt ja oll vierl eher, wenn sick Naturgewalten anbahnt. Eck hebbe er’s dacht, dat Peerd heff Asthma, wall et risk ober de Dierßel schierten heff. Un oss eck wier teo mi kuam bin, hebbe eck twass tüsken de Flachen legen un mi er’s morl de Schieten van den Zossen iuten Gesichte wisket!“

 

So wie wir durch weitere Rückführungen erfuhren, beklagte man bei dem Beben 1.307 Tote und hat Überlegungen, den Turm wieder aufzubauen, wegen der großen Nachbebengefahr schnell wieder verworfen und stattdessen Unterkünfte im Stemweder Berg geschaffen, wo sie vor herausgeschleudeter Lava und vor Nachbeben relativ sicher waren. Später sollen dann, wie wir hörten, die Bückeburger Sarkophag -Werke den Granit, Sandstein und Marmor nach und nach abtransportiert und anderweitig verarbeitet haben.

 

Aber einige kleinere Platten werden auch wohl heute noch in Wehe oder Nordel auf manchen Jauchelöchern liegen, oder auch dem einen oder anderen Schweine, oder Kuhstall als Bodenplatte dienen. Hierfür spricht auch der rätselhafte Fund aus dem Jahre 1921, als man in Nordel beim Bau eines Bullenstalls auf eine größere Menge weißer Marmorplatten stieß. Aber auch die Tatsache, dass man in den frühen 30 er Jahren im Rahdener Umland viel Bimssteine beim Bau der Häuser verarbeitete, die aus dem Lavagestein gefertigt wurden, dass die Bauern auspflügten, beweisen nachhaltig den Ausbruch des Vulkans.

 

Und wie wir dann einige Wochen später erfuhren, hat man nach dem Einsturz des Turmes eine große Gedenktafel in Barl aufgestellt, die mit den Namen aller Toten versehen war. Aber leider ist sie trotz ihrer enormen Größe bis auf den heutigen Tag spurlos verschwunden. Laut Wesemanns Heinrich wäre es allerdings auch gut möglich, dass auf der großen umgestürzten Mahntafel die Weher-Bockwindmühle stehen könnte.

Zumal sie zufällig dort stände, wo sich nach seinem Dafürhalten damals auch die Gedenktafel befand und die Mühle auch auf ein ausgesprochen hohes Alter zurückblicken könnte.  

 

Nach Befragungen der älteren Weher Bürger erfuhren wir dann, dass bis zu der letzten Gebietsreform in Wehe sogar noch manche Wald und Wiesen-Bezeichnungen auf das verheerende Unglück der damaligen Zeit hingewiesen haben könnten. Denn Begriffe wie Donnerschlag, Elends-Busk, Grauenkamp, Dübels-Timpen, Schrecken-Kamp, Röchel-Wisk, Geister-Holt, dass man später in Beister-Holt abwandelte und Daute Wauld ( Toter-Wald ) sind ganz bestimmt kein Zufall.

 

Später erfuhren wir dann auch noch während einer Rückführung, dass es viele Seelen der damals umgekommenen Bauarbeiter gab, die sich vom Ort der Tragödie wohl nicht befreien konnten und noch lange in Wehe und insbesondere, in Wehe-Barl herum spukten. In den letzten 50 Jahren ist es in Wehe-Barl, wie wir hörten, dann zwar etwas ruhiger geworden, aber die alten Leute trauen der Ruhe wohl immer noch nicht so recht.

Denn es war öfter schon mal für eine Weile ruhiger, aber danach spukte es dann meist umso heftiger.

 

Und ganz besonders schlimm war es wohl, wenn sie nach 24 Uhr noch unterwegs waren. Da traute sich kaum noch jemand heraus, da überall Geister herumlungerten, die ihnen das Leben schwer machten. So war es auch nicht verwunderlich, dass in Wehe vor 50 Jahren kaum noch Jemand nach 24 Uhr aus dem Haus gegangen ist, weil die Leute ganz einfach Muffe hatten oder ihnen der Docht ging.

 

Dies war auch wohl der Grund, dass sich die Weher Bürger noch bis vor 40 Jahren, bei einem Besuch selten bis zum Abend, oder auch bis Nachts geblieben sind, sondern sich recht frühzeitig auf den Heimweg gemacht haben. Gottlob hat die Spukerei seit langem nachgelassen und man sieht auch immer häufiger wieder nachts Menschen in Wehe auf den Straßen. Und wenn man sie lachen hört, ist dies sicher auch ein Zeichen dafür, dass die Welt für die Menschen in Wehe wieder in Ordnung ist. Auffällig ist allerdings, dass die Frauen und Kühe dort immer noch ungewöhnlich schreckhaft sind.

 

Natürlich war man damals im Kiskerland am Boden zerstört und man brauchte auch sehr lange, die Katastrophe zu verarbeiten. Und Hagemanns August, der den Turm geplant hatte, nahm sich laut Wankelmanns Frida sogar das Leben, weil er mit der Sache einfach nicht fertig werden konnte und sich mitverantwortlich fühlte. Obwohl ihn eigentlich keine Schuld traf

Doch gute Freunde von ihm hatten das schon befürchtet, da sie wussten, wie sensibel er war.  Und sie hatten auch in vielen intensiven Gesprächen versucht, ihn wieder etwas aufzurichten, indem sie zu ihm sagten „ Junge, tüchte doch Eene un Heuner, de sind doch auk ganz schön!“ Oder „Mak doch morl Urlaub an´n Dümmer!“ 

 

Aber das hat laut Wankelmanns Frida alles nichts genützt. Denn kurz darauf ist er, an einem verregneten frühen Sonntagmorgen in Varl bei Potts Else, auf einen bei ihr auf dem Hof befindlichen Eichenbäume geklettert und aus einer Höhe von etwa 12 m, mit einem Strick um den Hals, in die Tiefe gehechtet. „Dor wass denn auk nix mehr teo maken!“ sagte sie. „Denn wi de dor lach, hefft de sick auk nich mehr lange queelt un oss wi denn auk nau sen hefft, dat sein Gesichte achter wör, wüssten wi olle, dat de daute wass!“ Der Tod von Hagemanns August machte die Menschen im Kiskerland damals sehr betroffen, da er sehr humorvoll und daher auch sehr beliebt war.

Und man hat auch eine lange Zeit gebraucht, über seinen Tod hinwegzukommen. Aber andererseits muss man auch feststellen, dass sein Selbstmord auch den ehrenhaften Charakter eines Kiskeraners wiederspiegelte.

Er fühlte sich gewissermaßen für den Tod von vielen Menschen mitverantwortlich und zog daraus die Konsequenzen. „Hut ab!“

 

Von Wesemanns Heinrich hörten wir dann, dass die Trauerrede von Kalkhaken Kurt gehalten wurde, der schon öfter so etwas gemacht hatte und fast jedes Mal vom Publikum für seine Rede frenetisch gefeiert wurde.

Bei einer seiner Trauerreden, anläßlich der Bestattungszeremonie von Henkefends Elsbeth, die man in Varl auch Schrulle nannte, hatte er sogar einige Zugaben geben müssen und sein Publikum so sehr in Stimmung gebracht, dass man ihre Leiche danach gleich drei Mal hochleben lassen hat.

 

Einige Kalkhaken sind übrigens um die Jahrhundertwende nach Wolfratshausen ausgewandert und betreiben dort seit vielen Generationen einen erfolgreichen Vieh-Futter-Handel.

Und Karl Busse, der lange Jahre die Mindener Schachtschleuse bedient hat, war wiederum ein Nachfahre von Kalkhaken Grete, die kurz vor dem 1.Weltkrieg ihren Mann abgestochen hat, weil der nicht an die Front wollte.

 

 

Gastarbeiter im Kiskerland

 

Durch die Vielzahl der verschiedenen Rassen, die aus verschiedenen Ländern kamen und am Turm gearbeitet hatten, blieb es natürlich auch nicht aus, dass einige von ihnen hier geblieben sind. Entweder hatten sie hier ihre große Liebe gefunden, oder fanden es ganz einfach schöner als in ihrem Land, was für die Kiskeraner natürlich auch sehr große Vorteile mit sich brachte. Denn so hatte man die Möglichkeit, diese Menschen, je nach Fertigkeiten, als Gastarbeiter immer dort einzusetzen. Je, nachdem wo man sie am besten gebrauchen konnte.

 

So war man laut Tütings Heinrich auch froh, dass Koreaner im Kiskerland blieben, die sich quasi als Spezialisten um den umfangreichen Reisanbau im Kiskerland kümmern konnten, den man, wie wir ja schon erwähnten, im heutigen Dümmer und etwas später auch an den tiefer gelegenen Gebieten diesseits und jenseits der Aue anbaute. Aber dass der Reis sogar über eine Dauer von 5.000 Jahren eines der beliebtesten und wichtigsten Nahrungsmittel im Kiskerland war, hätten wir auch nicht gedacht! 

 

„Doch dat wass sau!“ sagte uns Tütings Heinrich. „Den Ries hefft wi oll in den Irak kinnt un daumorls extra iut Korea horlt, wall de in´n Water geot wasset. Wi wüssten ja, dat et ne Flut gaff un dor mößten wi us ja wat infallen lorten. Wi hefft daumorls oll richtig nordacht, dat glöff man. Un mit den Ries hefft wi auk nen geoten Griff maket! Denn Gassen un Weiten briuken wi in´n Water nich planten. Dor könne nix van wern, walle denn vesupp!“

Später erzählte Tütings Heinrich uns noch, dass man eigens für den Reisanbau auch noch mehr Koreaner ins Kiskerland geholt hätte, da diese sich mit dem Anbau von Reis und seiner Verwendung in der Küche besonders gut auskannten. „Junge, dat hefft de in´n Griff hat!“ sagte er.

Das klang auch eigentlich alles sehr logisch. Doch als Heinrich uns dann mitteilte, dass man zur damaligen Zeit auch die Binse gezüchtet hat, dachten wir anfangs doch, dass er uns veräppeln wollte.

 

Hier der Wortlaut seiner Binsengeschichte: „Kiek, os wi den Ries hat hefft, sind wi up den Gedanken kuam, ne ertragreichere Art teo tüchten. Teo erst wörn wi auk ganz angetan, wi graut de wör. Orbe os wi denn merket hefft, dat dor blaus mickriget Korn anne wass, mösten wi us ingestorn, dat de Tucht nix docht hefft. 

Wi hefft de Art auk nich wieter tücht, orbe et wass oll teo late. Dat Tüges hefft sick vemehrt wie Kriut un dor kammse auk nich mehr tiergen an. Erst hefft wi nau dacht, dat man de velichte greun eten könne, orbe de schmickere beschierten. Un denn hesse nau uppassen mösst, dat diu die de Fresse nich kaputt schniern hess.

 

Achterher sind wi orbe dorachter kurm, dat de Binsen ganz lecker schmicket, wenn man se ne Wierken in Wacholder inlech. Gi glörbet gornich, wi zart de denn sind un denn hefft de auk nen anständigen Geschmack hat!“ Und irgendwann, so sagte er, ist man dann auch auf die Idee gekommen, die Sitzflächen der Stühle mit Binsen zu flechten und man konnte damit auch wohl gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Denn hatte man vorher noch auf einem harten Brettstuhl gesessen, so war das Sitzen auf dem elastischen Geflecht der Binsen doch um Einiges angenehmer.

 

Außerdem konnte man relativ geräuschlos hindurchfurzen, was auf einem Brettstuhl natürlich nicht möglich war. Wie wir wissen, war die heftige Furzerei bei den späteren  Adeligen auch der Hauptgrund, ihre Stühle und andere Sitzmöbel mit weichem Plüsch zu versehen, damit der Furz auf geräuschlosere und sanftere Art verduften konnte.

Allerdings war die Furzerei bei ihnen aber auch auf den übermäßigen Verzehr von Wild zurückzuführen. Man kann also davon ausgehen, dass die einseitige Ernährung zwangsläufig zu ihrer Rückentwicklung beitrug und sich dadurch auch  Schließmuskel-Funktionsstörungen einstellten.

 

Wobei die Rückentwicklung natürlich auch noch andere Ursachen hatte.

Klötenkamps Ernst brachte uns erst darauf, als er sagte: „Kiek, os dat mit den Adel anföng, hefft de ja blaus ünnaeinanna bösset, dormet dat Vemögen teohaupe blierbm es. Dat wör denn Intucht, de gi ja auk kinnt!

Un wenn man Intucht bedriff, entwickelt man sick natürlich flotter in Richtung Aapen trügge. Kieket geo de Schimpansen, Gorillas un Paviane an, de furzt doch auk den ganzen Dach inne Gegend rümme. Inzwischen sind dor ja henn un wier schon morl Adelige bi´e, de auk morl außeradelich bösset, wall se spitz kriergen hefft, dat öre Kinner nich de ollerhellsten sind un dat dat Schieln bi de oll angeborn es!“

 

Dazu haben wir dann nichts gesagt und dachten uns unseren Teil. Denn die vielen schönen bunten Bilder der Prachtbolzen des europäischen Hochadels in den Zeitschriften kannten wir natürlich auch.  Aber kommen wir wieder auf die Koreaner zurück! Denn so wir von Wankelmanns Frieda erfuhren, haben wir ihnen leider auch die Ratten zu verdanken. Da haben wir natürlich nicht schlecht gestaunt.

Und so erfuhren wir von ihr, dass die Koreaner die Ratten als Nahrung und Genußmittel mit ins Kiskerland gebracht hatten, als man sie für den Reisanbau und den Bau des Turms hierher holte.

Denn für sie galten sie wohl damals schon als ausgesprochener Leckerbissen. Und sie sagte wörtlich: „Diu glöffs et nich! De hefft de richtich tücht un de quiekenden un wusseligen Tiere komplett verwert!

 

Erst hefft se de fachgerecht iutnohm un halfroh vetikket un denn hefft´se de Beister den Stert affschniern un sick den Stert an ein Band ümme den Hals hangen, wall de dacht hefft, dat hollt de Geister aff. Un eck segge di, de hefft saugor de mikrigen Klöten gierten, wall sei dacht hefft, dat de Potent maket. Dat wass sicher dummet Tüch! Orbe de wörn ganz schön einfallsreich, denn van de Felle van de  schnurbärtigen Gesellen hefft se sick auk nau mollige Puschen, Handsken un Ünnaböxen maket!“

 

Zudem erfuhren wir durch sie auch noch, dass viele der hier damals wohnhaften Koreaner sich im heutigen  Hollwede niedergelassen hatten. Und man kann auch davon ausgehen, dass einige von ihnen dort sesshaft wurden und sich im Laufe der Zeit mit der dortigen Bevölkerung vermischte. Denn selbst heute noch, nach so langer Zeit, ist die typische, asiatisch geschlitzte Augenform in Hollwede mehr als offensichtlich.

 

Wir verweisen hier auch auf eine Studie aus dem Dritten Reich, als man eine umfangreiche Ahnen und Rassenforschung betrieb und im Rahmen dieser Forschung auch im Hollweder Raum sehr aktiv wurde, aber letztendlich zu keinem aufschlussreichen Ergebnis kam.

Aber sonderbar ist doch auch die Tatsache, dass Hollwede und die umliegenden Gemeinden, wie man weiß, die einzigen rattenfreien Orte im Nordkreis sind.

Und das ist ganz bestimmt kein Zufall! Zumal man inzwischen weiß, dass Ratten über eine außergewöhnliche Intelligenz verfügen und die Gebiete für alle Zeiten meiden, in denen sie irgendwann einmal verfolgt, oder nach dem Leben getrachtet wurde.

 

 

Hollweder Schützenfest

 

Am meisten machte der Ort Hollwede, laut Wankelmanns Frida aber von sich reden, als man dort im Jahr 11.117 v.CH. erstmals im Kiskerland, einen koreanischen Schützenkönig wählte. Denn sie berichtete: „Ja Junge! Dor wass wat los, os Hon-Kong-Wu König worn es. Dat hefft de Meisten nich passet un dor wörn auk Vierle vegrellt. Man könne orbe nix maken, wall hei dat Schützenfest mit inföhrt hat hefft un wall hei einfach de Beste bi´en Scheiten wass. Denn daumorls wörd nich, wi Vedage up nen harmlosen, hölternen Vurgel schoten. Dat wass de Kerls denn doch teo albern un einfach wesen.

De Kerls hefft mit nen Flitzbogen up ne Ziergenbock-Atrappe schoten, de wi achter ne Mürn her togen hefft. Erstens wass dat Ziel beweglich un dormit dat nau natürlicher wirket hefft, mösste gümman eint van uss Wieber meckern.

 

Kiek! Un dat Wief hefft de Kerls denn gümman oll ein paar Wirken vörn Schützenfest in eine graute geheime Wahl iutkierken. Dor wörn de sick denn auk jedet Morl vörher oll einig, watt förn Wief sei wählt. Junge för düsse Wahl hefft wi Wieber Maschetten hat un an meisten de Bessen, de Keiner affkönne. Denn de hefft van de Kerls ja auk ne Auszeichnung kriergen un dröfte sick „Königs-Zierge“ nennen.

Dor wörn wi nich scharp up, dat glöff man!“ So erfuhren wir dann auch von ihr, dass es für ein abgeschossenes Horn, als Preis jeweils ein Wildschwein gab und wer den Bart abgeschossen hatte, durfte die Schwiegermutter des Bürgermeisters für die Festtage sein eigen nennen. Meist war das allerdings auch ein ausgesprochener Dragoner und aus dem Grund fielen die meisten Ziegenböcke dann auch laut ihrer Aussage mit Bart von der Mauer.

 

Und wer dann letztendlich den Ziegenbock komplett von der Mauer schoss, war dann der neue Schützenkönig. In jenem Jahr 11.117 v. Ch. hatte der Schützenverein Hollwede aber auch sehr viel Hohn und Spott auszuhalten, denn hämische und beleidigende Sprüche wie, Kittaugen-König und Rattenfresser-König gehörten noch zu den harmloseren Beleidigungen und es ging dann sogar so weit, dass Hon-Kong-Wu seine selbsgefertigte Würdenkette fort warf.

 

Man kann davon ausgehen, dass der Hollweder Schützenverein der erste Verein dieser Art im westlichen Europa war und so auch auf die älteste Geschichte zurückblicken kann. Zumal zu der Zeit das übrige westliche Europa durch die Flut noch weitgehend unbewohnbar war.

Denn erst viel später, nachdem sich das Wasser mehr und mehr zurückgezogen hatte und immer mehr Siedler ins Landesinnere zogen, wurden nach und nach auch viele andere Schützen-Vereine, nach dem Muster in Hollwede ins Leben gerufen.

 

Aber in den meisten Fällen dienten sie eher dazu, Kriegern und später auch Legionären nach ihrer aktiven Zeit als Kampfsau, behutsam an ein Leben ohne Waffen zu gewöhnen.

Denn so konnten sich die alten Haudegen bei den Schützenfesten untereinander ihre vielen Ruhmestaten erzählen und erlebten ihr schönes und ausgefülltes Leben als große Krieger im Geiste viele Male immer wieder aufs Neue.

 

Laut der Aussage von Klötenkamps Ernst, der sich das eine oder andere Mal in seinem damaligen Leben mit Hong-Kong-Wu unterhalten hatte, sind die eigentlichen Ursprünge der Schützenfeste aufs Engste mit den Gewohnheiten der Koreaner in ihrer vorherigen Heimat zurück zu führen. Etwas überrascht waren wir da schon, zumal wir bislang annahmen, dass die vielen Schützenfeste ein Tag der Zusammenkunft und ein Auffangtiegel für trinkfeste und kriegsbegeisterte Veteranen waren, die sich nicht damit abfinden konnten, dass der Krieg zu Ende war.

Denn so konnten sie sich ja zumindest an „Einem Wochenende“ wieder die Sau raus lassen und daneben benehmen, dachten wir.

 

„Dat mach wall sien!“ sagte Klötenkamps Ernst. „Orbe in Grunne genohm kump dat Schützenfest van Asien. De hefft dor allerdings nich up hölterne Vürgel un Holtziergen schoten, sonnern up Ratten. Man hefft de Beister mit Opium ers richtich fissig maket un denn up ne Wisk jaget. Un wer denn de meisten schoten hat hefft, könnse olle mett nau Hius nierm. Junge, de hefft schoten, wat dat Tüch haulen hefft, wall dat ja för virle Wirken för ne anständige Morltied recket hefft. Dat kannse di sicher vörstelln?“

 

Heute ist fast in jedem Ort das Schützenfest neben den vielen Geflügelausstellungen und Brotbackveranstaltungen ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Angebots. Doch eines  haben die Vereine seit vielen tausend Jahren gemeinsam. Das zeremonielle Wacholder-Trinken, das sich schon im neuen Kiskerland großer Beliebtheit erfreute und die Verteilung von Orden, die erst viel später hinzukamen.

So ist das heutige Schmücken des Schützen-Gewandes mit Kordeln, Schießschnüren und Eicheln wohl auf die Gewohnheiten der etwas späteren Schützenvereine zurück zu führen. Denn nach Meinung von Klötenkamps Ernst, hätte man sich, außer Hong-Kong-Wu, erst weit nach ihrer Zeit dekoriert. Denn er sagte wörtlich: „Wi hefft de Grappen gornich kinnt un us nich schmücket.

Up us wörn de Wieber auk sau scharp geneog. Mit den Schmücken sind achterher de Halfaapen anfangen, wo wi henn un wier morl Zwischenbesamungen anne vörnohm hefft, de ja lestendlich nix nutzt hefft.

 

Un diu glöffs et nich, de hefft up ein wielet Schwien schoten un sick de Pitten un Klöten an nen Bindfissen ümme den Hals hangen, dormit man se bewunnert. Un obern Winter hefft se de saugor auk nau in Sölt inlecht un in´n annern Johr wier herkriergen. Dor hefft wi aff un teo doch oberlecht, woför wi de oberhaupt zwischenbesamt hefft. Na ja, Vedage nirmt öre Nachfahren ja annert Gedöne, wat nich ganz sau ürbel ruck!“ 

 

Nun, die Schützenvereine sind in den letzten 100 Jahren in gewisser Weise Zwitter. Da ist die eine Hälfte, die der Geselligkeit wegen im Verein ist und ihren Spaß sucht, was sehr positiv zu beurteilen ist. Es gibt aber leider auch die Anderen, denen wohl sehr viel daran liegt, so oft wie nur möglich befördert zu werden, um einen entsprechenden Dienstgrad zu erlangen, der dann dazu berechtigt, dem einfachen Fußvolk den Marsch zu blasen.

Und dass eine solche Einstellung in einem Verein, der auf Geselligkeit Wert legt, fehl am Platz ist, muß nicht weiter erläutert werden, wie Klötenkamps Ernst sagte. Denn im Grunde stellen diese Leute damit ihren Charakter zur Schau.

 

Und wenn man vor dem letzten Weltkrieg die Interessen Hitlers, früh genug vor seiner Machtergreifung etwas genauer beobachtet hätte, wäre sicher auch aufgefallen, dass er zumindest in 8 verschiedenen Schützenvereinen als Mitglied eingetragen war und sogar selbstgefertigte Orden trug. Da hat man einfach geschlafen. Sonst hätte man vielleicht auch mitbekommen, dass er eigentlich nur ein schräger Vogel war. Als wir Klötenkamps Ernst auf dieses Thema ansprachen, sagte er nur sarkastisch: „Dor kannse morl sein, woteo de Aapen inne Lage wörn.

 

Bi us in´n Kiskerland hön´n sick de gewaltig vejaget, dat sech eck di!“

Und dann fügte er noch hinzu: „Hefft de dusseligen Lüe vör den Krieg denn gornich wüsst, dat düsse Hittler un siene Handlangers van de primitiven Römer affstammte, de ja oll nor de Flut nix anneres in´n Koppe hön´n, os Minsken affteoschlachen?“ Als er das sagte, waren wir natürlich irritiert und sagten ihm, dass Hittler und ein Großteil seiner größten Anhänger doch aus Östereich stammten.

 

Aber auch da ließ die Antwort nicht lange auf sich warten, als er sagte: „Wat glöfft gi denn, wo de Östereicher van affstammt? Dat sind olles Bösserei-Ergebnisse van de Legionäre. De hefft bi öre Feldzüge doch Wieber teon bössen dorbi´e hat un wenn se de Wieber dicke maket hat hefft, wörn de inne Alpen mit de Blagen iutset un sick süms oberlorten. Glöfft man nich, dat dütt aaperige Gesockse dor naumorl nor kierken hefft. Bi den Charakter, den de hat hefft, ganz bestimmt nich!“

 

 

Bürgermeister und Ortsvorsteher

 

Wie wir schon berichteten, hatte man im Kiskerland versucht, eine ertragreichere Sorte Reis zu züchten. Und dass zur Enttäuschung aller Beteiligten letztendlich die ertraglose Binse dabei heraus kam, die zu einer ausgesprochenen Plage wurde. War man am Anfang auch nicht besonders begeistert von ihr, so stellte man nach etlicher Zeit doch fest, dass der wuchernde Binsenbewuchs auch seine Vorteile hatte.  

Denn nach und nach fanden sich wieder viele Tiere in den weit ausgedehnten Binsenwäldern ein, von denen man schon glaubte, dass sie ausgestorben wären. Oder man sah plötzlich Tiere, die vorher gänzlich unbekannt waren.

 

Für sie waren die großen Binsenbestände natürlich ein ausgesprochenes Paradies. Und ganz besonders, wie Sie sich denken können, für die scheuen Tiere, die sich dort recht sicher fühlten. Zur Zeit der Besiedlung des neuen Kiskerlandes hatte man, wie wir von Grewen Lotte hörten, eine Vielzahl von exotischen Tieren ausgesetzt, in der Hoffnung, dass sie sesshaft werden würden. Aber nachdem man immer weniger Arten und Stückzahlen von ihnen sah, hatte man schon geglaubt, dass sie den heimischen Raubtieren zum Opfer gefallen wären, oder aus klimatischen Gründen ausstarben.

 

Doch irgendwie und irgendwo sind dann doch wohl einige von Ihnen erhalten geblieben, so dass sie sich in den sicheren Binsenwäldern wieder vermehren konnten. Und ganz ehrlich! Als wir hörten, um welche Tierarten es sich handelte, die man bei uns zur damaligen Zeit eingeführt hat, haben wir uns schon gewundert.

Hätten Sie z.B. gewusst, dass es hier damals Truthähne, Cinesische Laufenten, Pfauen und Peking-Enten gab? Aber allen Anschein nach, gab es auch noch eine Vielzahl anderer Tiere, denn so wie Grewen Lotte die damalige Tierwelt beschrieb, muß es eine unglaubliche Vielfalt von ihnen gegeben haben. So waren z. B. Arten dabei, die wir eigentlich nur aus dem Fernsehen kannten und dann auch nur zufällig, weil wir Dokumentations-Sendungen aus fernen Ländern sahen. Es waren so Viele, so dass wir Grewen Lotte einige Male zurückführen mussten, da sie uns während einer Rückführung, die verschiedenen Tiere gar nicht alle hätte beschreiben können.

Aber lassen wir sie doch einmal selbst erzählen. „Kiek oss wi daumorls vörhat hefft, ümmeteosiedeln, hefft wi natürlich er’s morl kierken, wat et hier för Tiere gaff un denn hefft wi oberlecht, ob wi dat nich nau komplettiern kön´n. Na ja, un wall wi mit iuse Raumgleiter ja auk sehr bewglich wörn un dor virl Platz inne wass, hefft wi up de Welt olles teohaupe socht, wat wi li´en möchten un teo de hiesigen Tiere passt. Plattschüppen Willem weol ja saugor Giraffen, Zebras un Antilopen mit int Kiskerland nierm, wall hei de gern li´en könne, orba datt hefft wi öhn denn doch iutkürt. Un dor kannse mi auk seggen, watte wuss, de hön´n hier auk gornich hennpasset.

 

De hört doch eher inne Wildnis. Orbe dorfür hefft wi denn nen Schwung Flamingos un Geier mit hirher brocht, de auk ne ganze Tied hier wörn. Orbe irgendwann hefft de se sick denn, os de Vulkan kault worn es, wier vetogen, wat schade wass!“

Vielleicht denken Sie jetzt, dass wir Sie verarschen wollen. Das haben wir während der Rückführung von Grewen Lotte auch erst gedacht. Aber nachdem uns ihre Aussagen durch andere rückgeführte Personen punktgenau bestätigt wurden, bestand für uns letztendlich kein Zweifel mehr an ihren Aussagen. Sehr interessant war für uns auch, als sie berichtete, dass es zur damaligen Zeit einen Vogel gab, den man Ziss-Hahn nannte, zumal wir diese Bezeichnung schon das eine oder andere Mal gehört hatten, wenn von einer Person die Rede war, die sich relativ schnell aufregte.

Demnach ist der „Ziss-Hahn“ keine später ausdachte Bezeichnung für jähzornige Menschen, sondern ein Vogel, den es wirklich gab. Aber es ist schon unglaublich, dass der Name dieses Vogels über Jahrtausende erhalten blieb.

 

Laut Grewen Lotte handelte es sich um eine Art grünen Fasan, dessen Augen rot leuchteten  und ihm nachts als Infrarot-Einrichtung dienten, um in der Dunkelheit Würmer, Käfer und viele andere Bodenkrabbler ausleuchten zu können. „Junge, de wörn fissich, wenn de nen Engerling un nen Käfer spitz kriergen hefft. Achterher hefft wie de denn mit de Heuner krüzt; watt auk geot klappet hefft. Un dat wörn denn de Zwerchheuner, bi de de Hahns ja auk ganz schön fissig sind!“

 

Und wie wir wenige Zeit später hörten, trugen die Dorfältesten unserer Vorfahren unter anderem sogar grüne Zisshahn-Federn auf dem Haupt, als Zeichen ihrer Würde und Liebe zur Natur. Und den Brauch, Kopfschmuck zu tragen, bewahrten die kiskeranischen Ortsvorsteher wohl noch etwa bis zum Jahr 400 n.CH. Wenn man es so Recht überlegt, kommt man auch nicht umhin, zu sagen, dass das sicher auch Größe gezeigt hat und zudem bestimmt auch noch gut ausgesehen hat.

Aber die Auswahl der Federn blieb den Ortsvorstehern scheinbar selbst überlassen, da die Geschmäcker auch wohl schon damals recht unterschiedlich waren. Manche trugen Puter-Federn, manche Fasanen-Federn, aber auch unscheinbarere Gänse oder Entenfedern waren schon mal ein beliebter Kopfschmuck.

 

„Ja Junge, dor wörn daumorls wecke bi´e, de sick nen Kopfschmuck wie de Apachenhäuptlinge maket hefft!“ sagte Grewen Lotte. Dat hefft de sick wall affkierken, oss wi in´n Apachenland wörn un us dor ümmekierken hefft. Un et gaff saugor wecke, de sick nen Kopfschmuck iut Pfauenfeern trechte nükket hefft. Dat wass denn wall etwas oberdrierb´m, orbe man könn se up jeden Fall oll van Wieten iutmaken!“

Un vör ullen Dingen wörn se bi de Wieber de Hahn in´n Korf, wenn se sick sau gewaltich uptakelt hatt hefft.

 

Bi de kamm dat daumorls geot an. Un dor wörn auk geneoch bi´e, de sick van den Ortsvorsteher gern bössen lort´n hat hefft. Vedage laupet de Bürgermeister doch wie griese Müse rümme un dorümme kieket de Wieber de doch auk mit den Ors nich an!“

Später hörten wir dann, dass es aber auch zurückhaltende Dorfälteste gab, die sich auch schon mal für die unauffälligeren Federn eines Rebhuhnes entschieden, da das nicht so selbstgefällig und übermäßig protzig wirkte.

 

Und wenn man so recht überlegt, sollte man diese Sitte auch wieder aufgreifen, denn die hier wohnenden Kiskeraner-Nachfahren würden es ganz sicher auch nicht schlecht finden, wenn die heutigen, amtierenden Bürgermeister und Stadt-Direktoren etwas mehr heimische Kultur-Verbundenheit und Nähe zum Bürger zeigen würden.

Auf diese Weise würden sie auch für jedermann erkennbar sein und zeigen, dass sie sich der Ehre bewußt sind, ein Amt ausüben zu dürfen, das ihre Verbundenheit zu den Bürgern zeigt und das sie dieses Amt auch mit Stolz zeigen. Außerdem würden die Bürger eines Ortes ihn auch sofort als aktuellen Bürgermeister jederzeit erkennen.

 

Denn oft ist es doch so, dass die meisten Leute sagen: „Och, dat es de Bürgermeister? Dat wüsste eck ja gar garnich! Ansein dörße den dat orbe auk nich. De süt ja mer iut wie´n Veihhändler. Bisse di denn ganz sicher, dat dat de Bürgermeister es? Junge, de Magerste es de orbe auk nich. Dor es ja ganz schön virl Schmull uppe. Na ja, van nix kump wall nix. De gort ja auk blaus iut örn Kabuff, wenn’se sick irgendwo den Pansen vullfreten künnt. Dor kannse morl sein, wat de fürn fiulet Lierben hefft.

 

Kiek! sagte Grewen Lotte. „Dat hefft et bi us nich gierm. Dor hefft de Ortsvorsteher auk richtige Aufgaben hat un könne nich uppe fiule Hiut liggen. De hefft oll öre Arbertsbereiche hat, mit de sei auk iutlast wörn. Dor hefft de teon räpräsentiern gorkeine Tied hat. Saune Grappen hefft wi auk nich kinnt. Un denn wörn dat auk grundsätzlich gümman Jungesellen, wall de keine familiären Vepflichtungen hat hefft un schnell inspringen kön´n, wennse briuket worn sind.

 

Z.B. wenn ne Kau kalft heff!“ Als wir das hörten, waren wir sprachlos. Aber es sollte noch besser kommen. Denn wir erfuhren, dass die damaligen Ortsvorsteher eine Art Springerfunktion, wie in den heutigen größeren Betrieben hatten und immer dort aushelfen mussten, wo Not am Mann war. Sei es, wie vorhin von Grewen Lotte schon erwähnt wurde, wenn eine Kuh kalbte, eine Sau warf, wenn Ferkel ausgeschnitten wurden oder auch, wenn es darum ging, Ställe auszumisten oder bei der Ernte zu helfen, wenn der Mann im Haus nicht gut auf dem Damm war.

 

Hinzu kam auch noch, dass sie während der Erntezeit z.B. Erbsen ausdöppen, oder auch beim Heuen helfen konnten, so dass man sagen kann, dass ihre Aufgaben auch um sehr Vieles abwechslungsreicher waren, als die der heutigen Bürgermeister.

Wir waren natürlich schon etwas verwundert, als wir hörten, wie viele Aufgaben die damaligen Ortsvorsteher hatten und fragten uns, was an dem Job denn so interessant gewesen sein muss, zumal Grewen Lotte auch noch berichtete, dass man sich um dieses Amt fast geschlagen hätte.

 

Ja Junge, sagte sie. „Dor wass nen vorteilhaften Harken anne! De hefft nich nur Schlach bi de Wieber hat, sonnern auk ollewärts ümmesüss eeten un Wacholder drinken könnt. Dat wör ör Previleg! Un gümman, wo de auk hennkurm sind, hefft de sick mit an den Disk setten könnt. Un dat de mit öre Neesen genau hennrooken hefft, wo et dat Beste teon Eeten gaff, künnt gi geo bestimmt vörstellen. Un dat hefft de auk iutnutzt, dat glöff!“

 

 

Die Rahdener Burg

 

Wer einmal den Rahdener Museumshof  besucht hat, wird in der Nähe unter Dornen, Flechten, Moos und Gestrüpp Mauerreste einer Burg gesehen haben, von der man nicht so recht weiß, wie alt sie eigentlich sind.

Man weiß zwar, dass die Mauern eine Stärke bis zu zwei Meter aufweisen, aber keiner weiß so recht, welchen Zwecken das Gebäude eigentlich gedient hat und doch meinen viele schlaue Leute, die Geschichte der Ruine zu kennen. Das geht los mit Raubrittersitz, Bischof-Sitz, Rahdener-Ritter-Orden, Kloster, Fürstensitz, Zigarrenfabrik oder sonstigem bescheuertem Blödsinn.

Als in meinem Dabeisein, Dümken Karl und Kassen Heinrich aus Kirchlengern in den 70 er Jahren den Museumshof  besichtigten und danach vor den Ruinen standen, meinte Kassen Heinrich: „Dunnarawetzen, datt sind orbe vedübelt dicke Wänne, de hefft daumorls wall för de Ewigkei bauet! Wie lange mach dat wall henn sein? Entweder mössten de sick vör wat schützen, orre de hefft dor wat Wertvolles inne lagert!“ Worauf  Dümken Karl entgegnete, „Velichte was dor Schluck inne un de dicken Müan hefftse dor hen set´t, dormit se den Schluck nich stibitzt!“

 

Und mit dieser einfach so daher gesagten Vermutung lag er auch haargenau richtig. Denn laut der Aussage von Hempelmanns Fritz sind die Reste der Rahdener Burg unglaubliche 11.961 Jahre alt und sind letzte Zeitzeugen der größten Wacholder-Brennerei im Kiskerland.

Da haben wir natürlich nicht schlecht gestaunt und wir fragten uns, ob es denn überhaupt möglich sein könnte, dass Reste eines Bauwerks nach so langer Zeit noch so gut erhalten sind.

 

„Normalerwiese nich!“ sagte Hempelmanns Fritz. „Orbe gi mütt bedenken, dat de Kiskeraner hochintelligent wörn un nen hohen Qualitätsstandard hat hefft.

Wi hefft zwar nich sau gewaltig wi de Mur bi öre Pyramiden bauet, wall hier ja nich sau virle Granitvorkommen wörn. Orbe dorfür hefft wi us watt anneres infallen lorten. Un dor kamm us denn de qualitativ hochwertige Ton teo Hülpe, van den wie ja auk oll Teller un anneret Gedöne maket hefft. Wi hefft denn de Steine süms maket. Un gi glöfft nich, wi einfach dat wass. Orbe dor mott man ja er’s rupp kurm.

 

De Idee mit de sümsmaketen Steine hefft daumorls Schnepel Else hat un dor hefftse im Prinzip den Vurgel mit affschoten. Kiek, wi hefft iut Holtbreere Formen maket un denn den Ton dorin dorn. Un denn hefft wi de Formen mit den Ton an den Kraterrand van den Vulkan stellt un blaus up den nächsten Ausbruch töfft, de ja olle neesenlang passiere.

Dormit wörn de Steine im Prinzip auk oll fast fertig. Denn dür de Lava, de ja gewaltige Temperaturen hat heff, sind de Breere wechbrennt un de Ton wörd sau hart dürbrennt, dat de achterher genausau hart wör wi Granit.

 

Un dornor hefft wi denn blaus nau de kaule Lava affkloppen briuket un de Steine insammeln mösst. Dor es et zwar warm bi wesen, orbe für düsse Arbeiten hefft wi ja geneog primitive Rassen hat. De kön´n datt aff!“ Sonderbar, sagten wir! Die hartgebrannten Steine kennen wir eigentlich auch noch als Deteringsche-Hartbrenner, die man hier sogar noch bis in die 60 er Jahre verarbeitet hat. „Dat wörn keine richtigen Hartbrenner mehr!“ sagte Hempelmanns Fritz.

 

„De hefft gorkeine Qualität mehr hat, wi de Steine, de man bie´n Bau für de Brennerei un de Mürn van´n Mindener Puff vebauet heff. Achterher hefft de mit de Steine doch blaus nau van iusen Namen lierbet. Denn dat mit den Namen es ne Sache ganz för sick. Im Grunne hön´n de lateren Steine, wenn oll, Schnepelsche Hartbrenner heiten mösst, wall Schnepels Else de Erfindung maket hefft.

Bi us gaff et wall auk nen Detering, de mit nen  Koreanerwief rümme bösset heff, orbe de wass dorfür teo dösig, wall hei morl, os hei nau lütk wass, mit den Kopp up´n Schwienetroch fallen es. De wass in´n Koppe düreinanna un  hefft achterheer blaus Ziergen hott un wass auk nich för virl Anneres nütze!“

 

Bei einer späteren Rückführung Fritz Hempelmanns hörten wir dann, dass die heute noch sichtbaren Mauerreste der Burg, die im Grunde keine war, nur ein kleiner Teil des ehemals gewaltigen Bauwerks der damaligen kiskeranischen Wacholder-Brennerei sind. Denn nach seiner Beschreibung betrug die frühere Gesamtlänge des Bauwerkes nicht weniger als 700 Meter und erstreckte sich bis zur heutigen Freibad-Straße.

Und dann kam auch noch hinzu, dass die komplette Anlage noch mit einem Keller gebaut wurde, der noch ganz besonders abgesichert war, da sich in ihm wohl die erlesensten Tropfen befanden. Laut Hempelmanns Fritz war dies auch wohl eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn man wusste auch, dass immer mehr primitive Rassen in die Tiefen des europäischen Festlandes drängen würden.

„Junge, wi hefft ja drei diusend Johre Ruhe hat, orbe denn wörn dat mit de Tied gümman mehr, de den Wacholder förmlich erschnüffelt hefft.

 

Un wietere fief diusend Johre hefft wi us dat Gesockse mit Hilfe van iuse Technik auk nau van Halse hauln könnt. Orbe diu wörs di nirgens mehr sicher un dorümme hefft wie denn auk nen Turm up de Brennerei set´t, dormit we de Halfaapen schon bi´en anschlieken sein kön´n.

Orbe an´n Schluß keim Hunnertdiusende, de de Brennerei stürmen weoln, sau dat de ganze Sicherung lestendlich keinen Sinn mehr maket hefft.

 

Wi hefft denn de Produktion lestendlich instellt, un de gewaltigen fertigen Bestände versteken un ingrorbm. In Grunne was dat oll dat Enne van den Kiskerland, denn achterher göng olles rünner un rober un dor wass denn kein Herr un kein Hirte mehr!“

Virle van us sind denn mit einige van de Raumgleiter nor Skandinavien togen un de, de hierblierbn sind, hefft et tüsken de Halfaapen nich lichte hat“

 

Sie können sich sicher vorstellen, dass wir schon etwas schockiert und enttäuscht waren, nachdem wir die Ausführungen von Hempelmanns Fritz bis zum Ende verfolgt hatten, denn so hatten wir uns das Ende der einst so großartigen kiskeranischen Kultur nun wirklich nicht vorgestellt. Aber wir wollten natürlich trotzdem gerne wissen, was sich noch in den letzten verbleibenden Dreitausend Jahren ereignete, um letztendlich Aufschluss über die ganze Vergangenheit des Kiskerlandes zu bekommen.

Hierfür allerdings ein geeignetes Medium zu finden, das wir zurückführen konnten, erwies sich als sehr schwierig. Denn es gab nicht viele Kiskeraner, die ein Interesse daran hatten, in der Welt der Halbaffen wiedergeboren zu werden, so dass wir auch lange nach geeigneten Personen suchen mussten.

 

Aber letztlich fanden wir, wenn auch mit viel Mühe doch Einige. Von ihnen erfuhren wir dann auch, dass die Rahdener Burg nach der Wacholder-Produktions-Einstellung, ein Spielball der Rahdener Geschichte wurde.

Einige Jahre wurde der Burgkeller, laut den Aussagen von Hodden Karl, von den Kiskeranern  demnach als Vorratskeller genutzt, da alles, was man hatte, vor nichts mehr sicher war.

Überall lungerten die üblesten Gestalten herum, die nur darauf aus waren, Beute zu machen. Wenn sie denn wenigstens noch so berechenbar gewesen wären, wie die Zigeuner, die aus dem fernen Pakistan und Indien kamen.

 

Denn denen konnte man ja zumindest noch etwas trauen, weil sie sich scheinbar weitaus weiter entwickelt hatten, als die anderen Rassen. Obwohl sie von den Kiskeranern nicht einmal zwischenbesahmt wurden. Es waren allerdings auch einige  Zigeuner-Stämme unterwegs, bei denen man schon ein bißchen mehr die Augen aufhalten mußte. Sie hatten sehr flinke Finger und  wenn man da nicht gut aufgepaßt hat, konnte es schon sein, dass hinterher ein Schwung Hühner oder das Mittagessen fehlte.

Das war nur so ein Gucken! Denn meist hat das schnurbärtige Schlitzohr von einem Stamm der Sinti oder Roma den Leuten eine haarsträubende und erlogene Geschichte erzählt. Und wenn es dann richtig spannend wurde, hat die Gemahlin des Erzählers aus dem fahrenden Volk, die Wurst, den Eintopf, oder die Wäsche von der Leine geklaut. Nun gut, irgendwie mussten sie ja auch überleben, so dass man ihnen gegenüber auch Verständnis aufbrachte, wenn es um kleinere Delikte ging.

 

Aber andererseits haben sie sich auch durch ihre raffinierte Art der Überlebenskunst, für eine lange Zeit den Ruf kaputt gemacht, so dass sie sich nicht wundern mussten, dass ihnen Sprüche wie: „Zick, Zack, Zigeunerpack“ hinterher gerufen wurden. Von Potts Heinrich hörten wir dann, dass die Kiskeraner später das Problem mit den herumstromernden Zigeunern letztlich auf ihre Art lösten.

 

 „Ja Junge, wi hefft den Spieß einfach ümmedreiet!“ sagte er. Wi hefft den Ostflügel van de ursprünglichen Brennerei iutbauet un dor Einzelzimmer inne inricht. Un denn hefft wi nen Schwung Wieber socht, van de hier ja virle orientierungslos rümme laupen sind un keine Zukunftperspektive hat hefft.

 

De hefft wi us natürlich auk genau ankirken, ob se geot iutsein hefft un ne brauchbare Figur hön´n. Un wenn iuse Urteil positiv wör, hefft wi ein Termin maket un teon Probebössen inlaat. Eck kann geo seggen, dat hefft bi de vagabundierenden Wieber inschlorn wie man watt un de hön´n us fast de Brennerei inlaupen, sau dat wi mit de Testerei gornich mitkurm sind.

Dor stön´n wi ganz schön ünna Damp un keim gewaltich int Schwärten. Orbe bevör wi de nahe kurm sind, hefft wi de erst gründlich reinicht un entliust, wall de Meisten ja gewaltich Lüse hat hefft.

 

Un os de denn akorat sauber wörn, hefft wi de denn up öre Qualitäten test. Dat wass ein ganz schönet Stücke Arbeit, bett de iusen hohen Ansprüchen genüget hefft. Un os wi denn twintich Wieber sau wiet hön´n, hefft wi ein Holtschild an de Dür maket, wo ruppe stönd: „Betorls diu mit nen wielen Sau, kanns bössen diu de Burgenfrau!“ Junge, dat hefft floriert un wi hefft gewaltich Kundschaft hat.

Un dat hefft sick natürlich auk bi de annern Wieber rundkürt, de ne anstännige Arbeit socht hefft un gern ein Dack obern Koppe hem´n weoln.

 

De hefft uss regelrecht belagert, denn de hefft bi uss ja auk nau regelmäßig ne warme Morltied kriegen. Dat wass oll velockend, denn de Zeiten wörn hart. Kiek! Un wall de Zigeunerkerls scharp wesen sind wie Iltisse, hefft dat auk nich lange durt, bett sei auk vör iuse Brennerei storne hefft. De hefft denn zwar handelt wie Veihändler, orbe lestendlich hefft de denn doch akorat betorlt un dor kamm et us ja rupp an. Up düsse Wiese hefft wi denn oft wat wierkriergen, wat sei us fürher klauet hefft.

 

Dat Geschäft heff ja ne tiedlang brummt wi verückt, orbe wi hefft wat ganz Wichtiges nich bedacht. Denn et dure nich lange, bett de Kunden iuse Wieber dicke maket hat hefft. Dor hön´n wi gornich an dacht. Dat wör ein Problem! Wi mössten Ersatz seuken un den denn auk wir testen, sau dat olles wir van vorne anföng. Dor hefft wi denn orbe riut lert un uss nen Kopp maket, wie man dat för de Zukunft vehinnern könne. Un de Erleuchtung kamm denn Blasen Mariechen biern Schwien-Schlachen, oss et de Derme oll wechschmieten weol.

 

Et kamm mit nen Strang dünne Derme wir int Hius un wi heft nau frorget: „Wat wusse dormit!“ Un watt heff Mariechen maket? Ett heff de Derme lang up´n Disk lecht un in handlange Enne schniern un denn ein Enne mit nen Bindfissen teonücket. Ers hefft wi us dumm ankierken un Mariechen frorget, wat dat för Grappen sind, wall wi us dor nix bi wechkierken hefft.

Orbe denn höttse Mariechen morl hörn mösst. „Gi Dösköppe, jetz hebbe eck oll morl nen geoten Infall un gi kiekt dösig un kürt dummet Tüch. Un denn heff Mariechen secht: „Willem mak de Böxen up, niu werd anprobeert. Dat Ding tüs diu niu ober dien Gemächte un denn wütt wi morl sein, ob dor wat dür löpp, wenn diu rinnmichs. Denn wenn dor nix dürkump, kann dor auk kein Samen dür. Hefft gi jetzt endlich begrierpn, gi Dösbaddels“

 

„Un eck mott ehrlich seggen, dor hefft wi Mariechen gewaltich ünnerschätzt. Dat hefft funktioniert! Van den Dage an, hefft wi denn auk olle acht Dage ein Schwien schlacht, wall de Besamungs-Vehinderungsderme denn dür wörn un iutwesselt wern mössten.

Et kamm orbe auk up den Kerl an, denn aff un teo wörn auk oll morl Derme bi´e, de oll virl flotter inne Dutten wörn. Kiek, un mit ein Schlach wörn wi dat Problem mit de Besamungen laus.

 

Dass wir nach dieser Rückführung Hodden Karls erst einmal eine Pause benötigten, können Sie sich sicher vorstellen. Das mussten wir erst einmal verarbeiten.Denn zum einen zeigte sein Bericht, wie unglaublich locker die Kiskeraner mit dem Thema „Sex“ umgingen und zum anderen erfuhren so auch, dass die Kiskeraner das Kondom erfunden haben. Und man kann auch ganz sicher davon ausgehen, dass das damalige hauchzarte Kondom aus einem Schweinedarm weitaus gefühlsechter war, als die heutigen gefühlskalten Plastikhüllen.

 

Etwas später erfuhren wir dann auch noch, dass man kurz darauf im Kiskerland auch Schweinemett in den Darm füllte, was sicher als eine logische Folge der Erfindung des damaligen Kondoms zu sehen ist. Also hatte man quasi das Kondom und die Wurst fast gleichzeitig erfunden. Nicht schlecht! Wir versuchten natürlich zu erfahren, wie die Geschichte um die Brennerei weiter verlief.

Aber so richtig kamen wir da nicht voran, da sich kein Medium fand, dass nach dem Jahr   200 v. Ch. nach unserer Zeitrechnung, im Kiskerland lebte. Denn bis dorthin konnten wir die Geschichte verfolgen.

 

Was aber auch bedeutete, dass die Rahdener Burg mit dem späteren Brennereipuff, bis dahin schon auf eine unglaubliche Geschichte von fast 10.000 Jahre zurückblicken konnte. Wir suchten dann in alten Chroniken und fanden heraus, dass sich später wohl nur zwielichtiges und arbeitsscheues Gesindel in schwarzen Gewändern in der vorherigen Wacholderbrennerei eingenistet  hatte, dass versuchte, sich auf Kosten der Bürger ein zügelloses Leben leisten zu können.

 

Was ihnen bei der Mentalität und dem Selbstbewusstsein der Bewohner des Kiskerlandes allerdings zu keiner Zeit gelang. Aber nichts desto Trotz, hausten sie wohl wie die Wandalen und brachten es in kürzester Zeit fertig, die bis dahin fast 10.000 Jahre alte, mit viel Liebe errichtete Wacholder-Brennerei, soweit herunterkommen zu lassen, dass sie letztendlich einstürzte.

Und dass es uns widerstrebt, über die perversen Handlungen dieser Leute in der Geschichte im Einzelnen auch noch zu berichten, werden Sie sicher nachvollziehen können.

Aber wir werden zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas mehr auf die Zeit der Kutten und des Adels eingehen. Da raten wir Ihnen allerdings jetzt schon, eine Flasche Magenbitter griffbereit zu halten, da sie die Geschichte des Adels und der Kutten, ansonsten nicht verkraften und mit großer Wahrscheinlichkeit Sodbrennen beim Lesen bekommen werden.

Allerdings gibt es noch einen Teil in der Geschichte der früheren Brennerei, die uns noch erwähnenswert scheint.

 

Obwohl sich dieser Teil vor noch gar nicht so langer Zeit abspielte.  Denn man wusste noch etwa bis zum Jahr 1800 n.Ch. durch die mündlichen Überlieferungen der älteren Menschen, dass sich unter den damals schon heruntergekommenen Gemäuern der ehemaligen Brennerei, verborgene Wacholderbestände befinden sollten. Man wusste es zwar nicht genau, aber es wurde doch viel gemunkelt, so dass man überlegte, wie man an den Wacholder heran kommen könnte, ohne an die Kutten zu geraten.

 

Natürlich wusste man auch, dass jeder Plan mit einem sehr hohen Risiko verbunden war, da die Kutten zu jener Zeit unglaublich mächtig waren und alles auf den Scheiterhaufen warfen, was ihren selbstherrlichen Interessen im Wege stand. Da fakkelten sie in der Regel nicht lange, obwohl sie das im Kiskerland noch nicht gewagt hatten, da sie auch Angst haben mussten, kräftig durchgelassen zu werden. Aber die Leute waren doch etwas vorsichtig geworden.

 

Doch andererseits wussten die Menschen zur damaligen Zeit auch, dass es sich um schier unglaubliche Mengen Wacholder handeln sollte, die man vor ihrer Zeit vergraben hatte. Und das war schon mehr als verlockend, wenngleich die Kutten das Schwarzbrennen alkoholischer Getränke auch mit der Todesstrafe ahndeten, obwohl sie selbst ständig sternhagelvoll waren und in der Brennerei orientierungslos und planlos herum torkelten. 

 

Nun, wir wussten durch die Rückführungen, dass es sich um 42.000 Öttel gehandelt haben soll, die die Kiskeraner bei der Schließung der Brennerei eingruben. Und wenn man bedenkt, dass ein kiskeranischer Öttel etwa die Menge von 14 Liter hatte, war das ja auch nicht gerade wenig. Aber letztlich kam den damaligen Rahdener Bürgern ein glücklicher Zufall zu Hilfe, da man in Rahden eine Zollstation einrichtete, an der täglich viele Pferdefuhrwerke vorfuhren, um Handelsgüter abzuholen, die verzollt werden mussten.

 

Jetzt ergab sich die Möglichkeit, einen Tunnel zur alten Brennerei zu graben und den ausgegrabenen Boden unbemerkt fortzubringen, was vorher nicht möglich war. Natürlich waren die Zollbeamten mit von der Partie, da sie auch damals schon zu den Nassauern gehörten. Also grub man einen Tunnel Richtung der ehemaligen Wacholderbrennerei und lud den ausgehobenen Boden unbemerkt in Säcke, die dann auf die Pferdefuhrwerke geladen und in sicherer Entfernung in der Dunkelheit ausgeleert wurden.

 

Nach unseren Recherchen hat man die Säcke wohl in Hille-Wittloge ausgeleert. Einem Ort, der sich auf Höhe des heutigen Truppenübungsplatzes, an der früheren Strecke des Rahdener Postweges befindet.

Denn sonderbarerweise findet man dort einen recht großen Sandhügel vor, obwohl man ringsherum nur schwarzen Mutterboden vorfindet.

Und dann kommt auch noch hinzu, dass sich in dem Sand sehr viele Tonscherben befinden. Zufall? Wohl eher nicht! Denn es sind in den 50 er Jahren, als dort noch Kranzreiten, nach alter kiskeranischer Sitte stattfanden, auch heile Tonflaschen gefunden worden, die noch voll waren.

Und wenn man die alten Leute hört, soll es sich bei dem Inhalt auch um ausgesprochen edle Tropfen gehandelt haben, so dass es auch nicht selten war, dass man an Wochenenden in Wittloge viele Menschen sah, die mit Schaufeln und Spaten bewaffnet waren und in dem Sand auf Schatzsuche gingen. 

 

Diese Tatsache beweist eigentlich auch, dass man im damaligen Rahden mit der Schaffung des Tunnels auch Erfolg hatte, wofür es aber auch noch andere eindeutige Hinweise gibt. Denn so erfuhren wir, dass der Bereich um die frühere Zollstation bis etwa zum Jahre 1930 im Volksmund „Wacholderkamp“ hieß und dass sich bis zu dieser Zeit auch noch immer wieder Leute in den Tunnel Richtung Burg begaben, um sich, auch auf die Gefahr hin, dass der Tunnel einstürzen könnte, mit Wacholder zu versorgen.

 

Doch mit der Zeit wurde es dann doch wohl zu gefährlich, auf  „Wacholderschatzsuche“ zu gehen, da der Tunnel zum Teil eingestürzt war, so dass man den Eingang letztendlich zuschüttete.

Aber vielleicht gäbe es ja heute auch die Möglichkeit, direkt vor Ort zu graben, um an eventuelle Restbestände des Wacholders heran zu kommen. Eventuell auch mit Hilfe des Kleinendorfer Schützenvereins, die ihr Vereinsheim in unmittelbarer Nähe haben. Die

spukken auch nicht ins Glas und würden sicher graben wie der Teufel.

 

 

Das Wiehen-Gebirge

 

Nun, wir erwähnten ja schon, dass immer mehr Rassen ins Landesinnere drängten, um ein Gebiet zu finden, in dem sie siedeln konnten.

Und es müssen schon eine ganze Menge der sonderbarsten Stämme gewesen sein, die umher zogen und sich um jeden Quadratmeter trockenen Bodens und das umherlaufende Wild schlugen. „De keim´n wi de Ermikken!“ sagte Drövelmanns Heinrich.

„Un de Meisten keim´n iuten Westen iut Richtung van den Beerch, wi wi fastestellt heft.

Ers hefft wi us ja oll wunnert, wo de virlen Zigeuner up einmorl herkurm sind, de bi us up einmorl rümmelungert sind un us dat Mirracheeten van Disk klauet hefft.

 

Orbe os wi denn mit ein van iuse Fluggleiter an Beerge herflogen sind, hefft wi sein, dat ganz an´n Beerg lang regelrechte Nester van de Zigeuner wörn. Junge, dor könn ein´n Angest un Bange wern un wi hefft nau iut Spors secht: „Dor fehlt jetz blaus nau de Königin, de de Eier lech!“ Un wi hefft us denn natürlich auk Gedanken dorümme morket, wi man de an besten anne Bucht krich, dormit de us nich oberrullt. Orbe denn hefft wi van ein van de Zigeunerstammkunden iut de Brennerei hört, dat de Zigeuner van de Mur tücht worn sind. Un wall de Mur ja de Ern velort´n hön´n, hefft wi us för de Zigeuner denn auk veantwortlich foilt, zumal sei van de Mur ja auk keine Hülpe erwarten kön´n. De wörn ja weege.

 

Wi hefft denn mit de Zigeuner vehandelt un nor lange Vehandlungen veeinbort, dat se an´n Beerge blieben künnt. Un gi glöfft et nich, wi dankbar de us wesen sind, denn de hön´n bett dorhenn oll nen ganz schön wieten Wech achter sick. Ja kiek, de keim´n teon Deil van Pakistan un Indien, praktisch vanne annern Siete vanne Welt, wo se blaus Ärger mit de annern bekloppten Rassen hat hefft.

Un dorümme sind´se mit de auk wall nich trechte kurm!“

Während einer weiteren Rückführung mit Drövelmanns Heinrich erfuhren wir dann, dass die Zigeuner sich auch an die Vereinbarungen hielten und sich dann endgültig am Fuße des Wiehengebirges in Dützen, Unterlübbe, Eikhorst, Nettelstedt, Gehlenbeck, Eilhausen und bis nach Lübbecke niederließen, wo sie dann auch wohl bis zum Beginn des 20 ten Jahrhunderts und zum Teil bis heute auch blieben.

„De wörn nich dumm!“ sagte Drövelmanns Heinrich.

„Mit de hefft de Mur bi de Tucht ne großartige Leistung vullbrocht. Beter hön´n wi dat auk nich hennkriegen könnt. Vör ollen Dingen könnse di up de Zigeuner velorten, de wörn gefällich, wenn se auk schlitzohrich wörn.

 

Plattschüppen Willem heff denn vörschlorn, datse ne Siedlung in Minden un Wagenfeld anlecht, dormit se us dat annere Krupptüges van Halse hauln kön´n. Ja Junge, dat hefft de denn auk richtich in den Griff hat. Dor wass denn orbe Ruhe mit de primitiven Pandukken, glöff et sicher, denn de Zigeuner fackelt nich lange. För us wass dat ne positive Sache un os wi sein hefft, wi geot dat klappt, hefft wi de Zigeuner auk bi öre Besuche inne Brennerei Vorteile inrümt. Dor sind wi denn oft großzügich wesen un hefft se auk schon morl fürn Heon, nen Schwung Fiske un ne Gaus bössen lort´n.

 

Wi mössten denn wall nau ein por Wieber mehr inorberten un iuttesten, orbe dat hefft sick up jeden Fall reeket. Denn achterher keim´n gümman mehr sonnerbare Unikate, de wi oberhaupt nich mehr inordnen kön´n, wall de sick in de virlen diusend Johre ja auk nich teo ören Vorteil veännert hön´n. Dor wass orbe auk Olles tüsken.

 

Un wi kön´n van Glücke seggen, dat wi de Zigeuner hön´n, de mit de kotten Prozess maket hefft. Un sauvirl eck weit, hefft de Zigeuner  de Halfaapen denn Richtung Rhein beustert, wo se sick denn achterher auk wall sesshaft maket hefft.

Wi sind achterher morl mit de Zigeuner an den Rhein flogen, wall wi neidschierig wörn, ob de Spezies dor auk ankurm sind un eck kann geo seggen, dat wör dor de reinste Zoo, sau dat wi faste lang hennschlorn sind.

 

Denn sauvirl Tuchtrichtungen up ein Haupen hefft wi vörher auk nau nich sein hat. Dor könnse dat Grauen kriegen!“ Auf unsere Frage hin, wie die Zigeuner sich denn später verteilt hätten und wo sie denn geblieben wären, zumal es sich doch um viele von ihnen handelte. Darauf bekamen wir zur Antwort, dass sich später sehr viele von ihnen mit den einfachen und relativ gutmütigen Rassen kreuzten, die von den Kiskeranern an den dieseitigen Füßen des Wiehengebirges angesiedelt worden waren.

 

„De Rassen hefft wi van Ungarn för den Mais un Gassenanbau inportiert!“ sagte Drövelmanns Heinrich. De hefft dorvan Ahnung hat.

Un dat hefft wi auk wüsst, denn dat wör ne Mur-Tucht, ähnlich, wie de Zigeuner, de nor einige Zwischenbesamungen dür de Mur, oll in´n Mur-Land dorför zuständich wörn. Kiek! un dorümme hefft de sick mit de Zigeuner ja auk sau geot vedregen. De wörn blutsverwandt.           Ja! un watt glöfft gi denn, worümme de Lü´e an´n Beerge sau gerne nau Ungarn in Urlaub föhrt? Dat es dor de selbe Rasse, mit de sei auk geot trechte kurmt. De hört auk beide gerne Geigenmusik. Un in beide Rassen es ja Murbleot mit inne!“

 

Mit anderen Worten. Die Bewohner am Wiehengebirge stammten aus Ägypten! Wir hatten das zwar schon vermutet, da auch heute noch sehr viel Anderes dafür spricht, aber so bekamen wir noch eine zusätzliche Bestätigung für unsere vorherige Annahme. Allerdings blieb noch eine Frage offen.

Denn wir fragten uns, wie es denn sein könnte, dass sich die anderen Menschen dort halbwegs intelligent entwickeln konnten, was eigentlich jedem Naturgesetz widerspricht. Also fragte ich noch einmal bei Drövelmanns Heinrich nach und bekam als Antwort: „Diu, de sind van de Zigeuner zwischenbesaamt worn. Eck heff ja oll secht, dat de Zigeuner nich dösich wörn.

Süss hön´n wi us mit de auk nich inlorten. De wörn dat beste Tuchtergebnis van de Mur un us in virlen Dingen fast ebenbürtig. Mit de hefft de Lü´e an´n Beerge kein´n schlechten Griff maket, denn süss wörn de an´n Beerge Vedage geistig nau nich sau wiet.

 

De Zigeuner wörn oll virl wieter entwickelt. Un wenn gi geo etwas beter inne Geschichte iutkin´n wörden, wüssten gi auk, dat de Beergbewohner bet 600 n.Ch. keine Bürgermeister hat hefft, sonnern Zigeunerbarone. In Giermke un Niertelstie´e saugor bett 735 n.Ch. Schrieft dat up!“

 

Aber wo sind die Grabstätten? fragten wir.

„Wat glöfft gi denn, wo de wall sind? sagte Drövelmanns Heinrich. „De hefft de wech tarnt, wall de Lüe an Beerge de Zigeunervegangenheit peinlich wesen es. Dorbi´e künnt de dor eigentlik stulte up sein. De hefft up de Greeber dat Hühnenbrink-Theater set´t, ümme öre Geschichte teo vetuschen, wie man dat in Wagenfeld ja achterher auk maket hefft. Un glöfft mi, in de Greeber sind mit Sicherhert nau graute Mengen Grabbeilagen, wall de Zigeuner öre Regenten wie de Pharaonen begrorb´m hefft.

Dat hefft de sick bi de Mur affkierken.

 

Dat wass de schwatten Kutten achterher natürlich gewaltig nen Dorn in´n Auge. Dat künnt gi geo ja wall vörstell´n. Un sauvirl wie eck weit, hefft de Lüe an Beerge bi de Kutten saugor de Geigen affgierb´n mösst, de up´n Austerführ denn upbrennt worn sind. Orbe stell di morl ein´n Zigeuner ohne Geige vör, denn kannse di auk bestimmt geot vörstell´n, dat den Schnurbortträgern de Geigen schwor affgorn sind.

 

Dat hefft denn auk gewaltig Stunk gierm, de denn mit de grauten Zigeuneraufstände in´n Johre 851 n.Ch. den Höhepunkt erreiket hefft. Un gi glöfft gornich, wivierl man daumorls van de edlen Zigeuner up de brutalste Ort un Wiese ümme de Ecke brocht heff. De Kutten wörn teo de Tied einfach oll teo mächtich worn. Wass schade ümme de Zigeuner! Normalewiese hörre man daumorls de Kutten auk mit nen Bullnpiersel dürwallacken mösst, orbe dat hefft ja ganz selten nau einer waget.

 

Un wi os Kiskeraner hefft dor auk oll keine Macht mehr hat un geneoch dormit teo deon hat, us de Trachtenträger süms van´n Halse teo hauln. Außerdem wörn wi nich mehr sau Virle un de Technik hefft wi auk nich mehr hat. De wass inzwischen unbrauchbar worn, wall et in de Stemweder Beerge gümman dürreenget hefft, wo wi de ünnastellt hön´n.

Wi hefft dat wall probeert, dat wi de Waffen un de Fluggeräte wir teogange krergen, orbe dat wass ganz einfach zwecklos.

Dor wass dat Beste van abe!“

 

Obwohl, Vedage es de Zigeuneranteil an´n Beerge oll lange wier ober 60 %. De hefft sick wier stark vemehrt. Un man kann dat auk an öre Sprache fastestellen, wenn se z.B. segget: „Mach mich doch mal die Tür auf!“ Orre: „Hast du auch Ärger mit die Kinder?

Un wenn de sau kürt, hett dat nich, dat de dösig sind. Dat es einfach ör Erkennungsmerkmal. Das wussten wir noch gar nicht! Aber uns interessierte auch die Frage, welche Rassen denn damals hinter dem Wiehengebirge gelebt haben.

„Niu! Sagte Drövelmanns Heinrich. „Oss dat Water gümman wieter trügge gorn es, sind virle primitive Rassen iut olle möglichen Ecken un Himmelsrichtungen bett an de annere Siete van´n Beerg norrücket. Un dor wass denn orbe auk Olles bi´e. Franzosen, Spanier, römische Wurmspezialisten, Lü´e iut den Balkan, Polen, Russen, kott, olles Krupptüch, wat diu di denken kanns. Dat wörn sau Virle, dat wi dor auk nich mehr dürkierken hefft un froh wörn, dat wi mit den Beerg ne Blockade hat hefft.

 

Un erst hefft de auk wall vörhat, obern Beerg rober teo kurm, orbe bi de Zigeuner up de annern Siete hefft de dat denn doch nich waget. Kiek, un achterher hefft de achtern Beerge denn olle düreinanna bösset, sau dat man dor van eine Rasse eigentlik gornich mehr kürn könne. Dat wass Kuddelmuddel un Kiskeranerbleot wass dor daumorls ganz bestimmt nich mit tüsken. Orbe dat Schlimmste es ja, dat iut düssen arbeitsscheuen Gesindel de Adel entstorn es. Dor bisse platt wat?

                                                                                                                                                                                                  

 

Der Schäferhund

 

Nun, wir hatten uns so lange mit Drövelmanns Heinrich während seiner Rückführungen befasst, so dass wir bemerkten, dass es ihm mit der Zeit schwerfiel, sich weiter zu konzentrieren. Also machten wir lieber eine Pause und führten ein anderes Medium zurück. Aber im Grunde genommen hatten wir ja auch schon alles Wesentliche über die Zigeuner und die Bevölkerung an den Hängen dieseits und jenseits des Wiehengebirges in Erfahrung bringen können. Es war alles in allem doch sehr aufschlussreich, so dass wir im nachhinein sagen können, sehr viele Erkenntnisse hinzugewonnen zu haben.

 

Doch die nächste Rückführung durch Büttemeiers Sophie sollte nicht minder spannend sein, wenn sie auch nicht ganz so geschichtsträchtig war, da es sich nur um den Schäferhund handelte. Aber ausgesprochen interessant war sie allemale, zumal wir erfuhren, dass der „Deutsche Schäferhund“ nicht, wie bislang angenommen, eine großartige Züchtung von Hundezüchtern ist. „Süste!“ sagte Sophie Büttemeier. „Oss wi in dat neue Kiskerland togen sind, hefft wi bi den Turmbau ja auk Apachen hat, de wi extra horlt hefft, wall de schwindelfrei wörn.

Kiek, un düsse Apachen hefft twei lütke zahme Coyoten mitbrocht, dormit sei dat Heimweh beter vearbeit´n kön´n, wenn se dorvan plaget wörn.

 

Ers wörn de lütken Coyoten ja auk nau ganz drollich, orbe oss de denn grötter worn sind, sind de auk gümman sonnerlicher worn. Dat Fell wörd gümman struppiger un wenn man de beobacht hefft, könn man an de Augen auk sein, dat de gümman verschlagener worn sind. Junge, dor könnse Bange wern. Un denn sind de oss lütke Ziffen oll gümman ümme de Hoiner rümme schlierken.

Dat göng ja nau! Orbe oss de nau grötter worn sind, hefft de morl ein halfvewestet Achterbein van nen Wielen Schwien un nich selten auk oll morl nen Krokodilstert achter sick her togen.  Un stunken hefft de wie Gülle, eck segge di, gewaltich!

 

Dat hefft wi auk bi de Apachen natürlich nich dürgorn lortn könnt. Junge, dat wör nich einfach, de Apachen nahe teo leggen, dat se sick van de Coyoten trenn´n scheoln, orbe lestendlich hefft de dat denn doch insein hat un de Beister inne Gegend van Friedewalde iutset´t. Kiek, dor wass nau virl schöne unberührte Natur un wegen den Muff, den wi nich vedreg´n kön´n auk wiet geneoch van uss weege.

Wi hefft denn auk Ruhe hat un nix mehr van de Stinker sein. Bett denn Plattschüppen Willem uppe Jacht wass un ein wielet Schwien scheit´n weol, wall et dor achter in de Gegend virle dorvan gaff. Un denn heff hei sein, dat ein Coyote güste dorbi´e wass, nen Luchs teo bössen. „Junge!“ heff hei secht. „Eck dachte, eck kieke nich richtich, oss eck dat sein heff. De Coyote hefft sick richtich in Rage bösset un leit nich van den Luchs aff!“

Hei heff dat denn nau ein por morl beobacht un denn heff hei denn auk eines Dorges de Resultate sein.

 

Dat wör denn de Schäferhund, wo de Erbanlagen van den Luchs un den Coyoten mit inne wörn. Un dat de denn intelligent wör, geot hörn könne un ne sensible Neesen hat hefft, bleif ja nich iute. Kiek! un de neue Spezies hefft wi denn saugor vewen´n könnt un gewaltich stunken hefft de ja auk nich mehr!“ Wir haben uns natürlich dumm angesehen. Das können Sie sich sicher vorstellen, da wir  bisher dachten, dass der Schäferhund eine großartige züchterische Leistung der Deutschen sei. 

 

Da haben wir uns, wie auch viele Andere, wohl kräftig geirrt.

Aber ist dies nicht ein Musterbeispiel dafür, wie sich ein Großteil der Menschen mit fremden Federn schmückt und ganz einfach Behauptungen in den Raum stellen, die jeglicher Grundlage entbehren? Denn so wie wir es sehen, ist der einzige fragwürdige Erfolg, den die Züchter später hatten,  nur die Tatsache, dass man den Schäferhund hinten tiefer gelegt hat, wenn man das denn als Erfolg sehen kann.

Man stelle sich einmal vor, man würde eine Kuh hinten tiefer legen, damit sie schnittiger aussieht. Ich denke, dann hätte der Bauer beim Melken ein ernsthaftes Problem. Er müßte dann schon im Liegen melken und, anstatt eines Eimers eine Schale verwenden, in die kaum etwas hinein passen würde.

 

Außerdem würden Kühe bei einem extrem großen Euter mit den Zitzen über jeden Maulwurfshaufen schleifen, so dass diese vor jedem Melken erst einmal gereinigt werden müssten und die Bauern hätten in der heutigen Zeit mit Sicherheit das Gesundheitsamt und Veterinäramt am Hals. Von den Tierschützern noch ganz zu schweigen.

 

 

Frotheim

 

Inzwischen hatten wir durch die vielen Rückführungen schon so viele schier unglaubliche Erkenntnisse gewonnen, so dass wir uns schon über nichts mehr wunderten. Denn nach all dem, was wir bisher hörten, war es für uns inzwischen unzweifelhaft, dass man uns seit über zweitausend Jahren bewusst verarscht hat. Und genauso verhält es sich auch mit dem geschichtsrächtigen Ort Frotheim im damaligen Kiskerland, der in den Geschichtsbüchern mit keiner einzigen Silbe erwähnt wird.

 

Dabei ist gerade Frotheim der Ort, der die Geschichte der Parfüm-Industrie auf die funamentalste Weise beeinflusst hat, wie wir erfuhren. Aber fangen wir zunächst mit der ursprünglichen Geschichte Frotheims an. Denn anfangs bestand das heutige Frotheim aus zwei Kiskeraner-Siedlungen, die praktisch auf zwei großen, dicht beieinanderliegenden Inseln angelegt wurden, die aus Sand bestanden, nachdem sich das Wasser bis zur Weser wieder zurückgezogen hatte. So befand sich eine der Siedlungen hinter dem Hörsten, die man Schwienshiusen nannte.

Und die andere Siedlung, die sich von der heutigen Ziegenstraße bis zur Diepenauer Straße hinzog, nannte man Ziergenhiusen. Man hatte sich, wie man es aus den Namen schon entnehmen kann, auf die Schweine und Ziegenzucht spezialisiert, womit man Großteile des damaligen Kiskerlandes versorgte.

Laut Potts Kurt war zu jener Zeit das dortige Wohngebiet anfangs auch noch mit vielen kleineren und größeren Seen übersät, so dass man auch oft auf Boote zurückgreifen oder Knüppeldämme anlegen musste, um von Insel zu Insel zu gelangen. Aber es sollte auch noch einige tausend Jahre dauern, bis man halbwegs trocknen Fußes von einem Ortsteil zum anderen gelangen konnte.

 

Und nachdem sich das Wasser weitgehend zurückgezogen hatte, hatten sich inzwischen um Frotheim herum auch große Moore gebildet, in denen man bestenfalls Ziegen hüten konnte, wenn man sich halbwegs darin auskannte. War das Ziegenhüten damals auch noch keine einträgliche Sache, so waren es aber die Ziegen, die  Frotheim damals in ganz Europa sehr bekannt machen sollten, so dass man den Ort zu der Zeit eigentlich überall kannte. Wir waren natürlich gespannt, in welcher Weise das geschehen sein sollte, zumal wir uns nicht erinnern konnten, irgendwann und irgenwo etwas von Frotheim gelesen zu haben, was den Ort über die Grenzen hinaus bekannt gemacht haben könnte.

 

Also ließen wir uns von Potts Kurt während einer Rückführung aufklären.

„Kiek!“ sagte er. Oss de Frärpmer ( Frotheimer ) dor henntogen sind un Schwiene un Ziergen tücht hefft, mösses dui di de Neesen teohauln, wall dat dor übelst stunken hefft. Diu hess dat nich iuthauln un nau twei Wirken later ne pelzige Tungen hat, wenn diu dor wesen bis. Deswegen es dor auk keiner gern hennflogen un henngorn. Un wenn gi oll morl nen Ziergenbock rooken hefft, de sick in den Bort miergen hefft, stellt gi auk keine Fragen mer. Dat bring di ümme! Un diu glöffs, dat diene lesste Stunne schlorn hefft.

 

För de Frärpmer wass dat natürlich ein Problem, wall mit de Tied keiner mehr kurm es un ne Ziergen orre ein Schwien wechhaln weol. De sind dor mit de Tied uppe sitten blierm. Un gümman de Ziergen un Schwiene süms wechbringen, hefft sick för de nich reeket. Also mösstn de sick wat Anneres infalln lort´n. Ja Junge, dusselich wörn de nich un hefft dorober nordacht, wie se bi den Gestank Affhülpe schaffen kön´n. Un gi glöfft et nich, dat hefft de denn auk hennkriergen. De hefft denn Maiglöckchen socht, van de et dor unglaublich virl girb´n heff un de kooket.

 

Datt heff natürlich herrlich rooken. Un denn hefft´se Ziergenpisse in den Sud mit rinnkippet, ümme dat teo testen. Un gi glöfft et nich, dat heff denn nau beter rooken, oss de Maiglöckchen süms. De Wirkung wör unglaublich un man briukere auk gornich virl van den Sud, dormit de ganze Schwienestall nor Maiglöckchen rooken hefft!“ Die haben das Parfüm erfunden! entfuhr es uns.

 

„Datt drepp den Nagel upp´m Kopp!“ sagte Potts Kurt. „Orbe de hefft denn de Erfindung mit veschiedene Kriutsort´n un Wacholder auk nau vebetert un ulle möglichen Duftnoten iutprobeert, bett de ein gewaltiget Sortiment teogange hat hefft, wo orbe auk för Jeden wat bi´e wass. Kiek, un denn kamm de Moment, datt de Lü´e secht hefft: „Sau geot wi de Ziergen un de Schwiene wütt wi auk riuken!“ Dat was denn de Moment, in den dat Parfüm auk bi de Minsken Vewendung fiun hefft.

 

Un eck segge geo, dat hefft denn sau gewaltich inschlorn, datt de Frärpmer de Bestellungen knappe norkurm kön´n. Gümman mehr Lü´e wörn an den Parfüm interessiert, sau dat man later de geruchsvefeinerte Zirgenpisse saugor bett nau Frankreich teo den Adel exportiert hefft. Junge, do wörn orbe auk Kreationen bi´e, de ne ganz gewaltige Wirkung hön´n. Eck weit nau, dat dor eine Sorte bi´e wass, de „Böxen up“ heiten heff. Dor wass de Wirkung sau mächtich, dat di de Wieber mit beide Beine ümme den Hals sprungen sind, wenn diu di dormit innierbelt hat hess!“ Allerdings gab es, wie wir hörten, bei der großen Nachfrage in Gebieten, die außerhalb des Kiskerlandes lagen, auch Probleme, da die Lage Frotheims nicht unbedingt ideal war.

Hatte man anfangs die zu exportierende Ware noch am Wiehengebirge entlang bis nach Minden geschafft, um sie dort auf Weserschiffe zu laden, mit denen sie dann auf dem Seeweg bis nach Frankreich gelangten, so wurde dieser Weg dann nach und nach dann doch unsicherer, da man mit der wertvollen Ware mitten durch Zigeuner-Gebiete ziehen musste, wo man einen nicht zu knappen Wegezoll in Form von Lebensmitteln und anderen brauchbaren Dingen zahlen musste.

Daher entschloss man sich, einen Knüppeldamm durch die Moore über Hille, Südhemmern, Hartum und Hahlen direkt nach Minden anzulegen, den man später Ziegenstraße nannte.

 

Man wird sich vorstellen können, wie viel Bäume dafür benötigt wurden und dass es ein ganz schönes Stück Arbeit war, bis die hölzerne Straße fertig war. Aber laut Potts Kurt war das scheinbar kein Problem, da man noch auf die Bayern zurückgreifen konnte, die man ja bei der Einrichtung des neuen Kiskerlandes für das Zäune-Errichten mitgebracht hatte. „Dat wörn de geborenen Holtarbeiter!“ sagte Potts Kurt.

 

Mit Holt kön´n de ümmegorn, dat sech eck di! Un wenn diu di Vedage Frärpm ansüss un di vörstells, dat dat olles morl Wauld wass, kanns diu di bestimmt vörstelln, wie virl Börme de Bayern daumorls darl maket un in den Knüppeldamm vearbeitet hefft. Dat wörn zig Diusende. Während seiner Aussagen fiel uns ein, dass man in Frotheim über eine lange Zeit und sogar bis Heute Bernstein-Ketten getagen hätte. Und nachdem wir Potts kurt darauf ansprachen, hob er den Finger und sagte: „Ja Junge, dat es ne Geschichte för sick.

 

Oss de Bayern de virlen Börme dalmaket un rodet hefft, dure dat auk nich lange, bett´se de ersten Bernstein-Klunker fündig worn sind. Erst hefft´se dor rin biert´n. Un oss de denn spitz kriegen hefft, dat de nich so hart wörn, sind´se up de Idee kurm, de Bernsteine teo schliep´m, bett de wie Eier iutsein hefft. De Bernstein Vorkommen wörn daumorls in Frärp´m un wahrscheinlich bett Vedage nau, ganz gewaltig. Man mott mit de Schüppen blaus deiper grorb´m.

 

Dor wörn Kawenzmänner wie Straußeneier bi´e. Un wall bi de Bayern, ähnlich wie bi de Schweizer, ein ganz wichtiget Schönheits-Merkmal de dicken Eier wörn, hefft de Kerls sick iutschnirn lort´n un öre Klöt´n mit Bernstein-Eier iuttiusket. Dor hefft dat Gehänge bi öre Wieber denn mehr Eindruck maket. De hefft denn zwar keine eigenen Kinner mehr maken könnt, orbe datt wör de Kerls nich sau wichtig. Dat Besamen van de Bayern-Wieber hefft denn de Zigeuner obernohm. De wörn gümman scharp un hefft Olles bösset.“!

 

Und warum trugen die Frauen in Frotheim noch lange und sogar bis Heute Bernstein-Ketten, fragten wir. „Ja, dat mach wall doranne liggen, wall de Bayern-Wieber sick de Bernstein-Klöten van öre Kerls, wenn de affkratzt sind, oss Andenken an ei´n Fissen ümme den Hals hangen hefft!“ sagte Potts Kurt“ Und warum ganze Ketten mit Bernstein? fragten wir. „Dat es doch einfach!“ sagte er. „Einige Wieber hefft mehr Kerls oberlierbet.

 

Un oss keine Bayern mehr in Frärp´m wörn, hefft de Wieber sick symbolisch för jeden Kerl, van den se sick bössen lort´n hefft, nen Bernstein up den Fissen nükket. Bi de Wieber in Frärp´m wör dat virle Diusend Johre ne Sammel-Leidenschaft, de sei in´n Grunne van de Bayern obernohm hefft. Ganz teón Schluss hefft de Wieber up den Hexenhürgel saugor in eine geheimen Wahl jedet Johr ne Klöten-Königin wählt. Un et heff lange durt, bett de Kerls dor achter kurm sind. Junge, watt wörn de vegrellt un dorümme es Vedage dat Sammeln van symbolischen Klöten iut Bernstein in Frärp´m bi de Wieber auk nich mehr gefragt!“

 

Orbe lort us doch jetz morl nau Frärp´m henn föhrn un denn kann eck geo auk zeigen, wo de Zirgenstrorte daumorls anföng. Dat kann man nämlich nau sein un gi glöfft et nich, dor lich saugor nau Holt iut de dormorlige Tied. Eck zeige geo dat Holt, denn eck bin Gistern nor de Rückführung nau dorwesen, ümme mi teo vergewissern, ob dat stimmt, wat eck sein heff!“

Da waren wir natürlich gespannt und nahmen sein Angebot, einen Ortstermin zu machen, auch nur allzu gerne an.

 

Am nächsten Tag in aller Frühe wurden wir von Potts Kurt abgeholt und von ihm nach Frotheim gefahren, wo er einige Male abbog und letztendlich vor einem Schild stehen blieb, auf dem „Ziegenstrasse“ stand.

„Kiket genau henn!“ sagte er. „Hier es de Anfang van den Knüppeldamm wesen un de tauch sik henn bett nau Minden. Eck heff dat Gistern bi de Rückführung genau sein!“ Und während er mit dem Zeigefinger Richtung Süden zeigte, sagte er: „In düsse Richtung!“ Danach ging er dann schnurstracks auf der Ziegenstraße Richtung Süden bis zu ihrem Ende, um danach noch ein Stück weiter auf einem morastigen Boden Richtung Moor zu gehen. Dann zeigte er auf einen moderigen Ast eine Kuhle, in der in früheren Tagen wohl Torf gestochen wurde und sagte: „Kiekt dor! Dat sind nau Börme iut de daumorligen Tied!“

 

Und richtig, auf dem Wasser in der Kuhle schwammen Baumenden, an denen sich sogar noch Lederbänder befanden, mit denen die Bäume wohl zusammengebunden worden waren.              „Ja Junge!“ sagte er. „De hefft oll einige diusend Johre up´n Pukkel!“

Während der nächsten Rückführung erfuhren wir dann, dass sich an der Trasse des damaligen Knüppeldamms 36 Ziegen-Deckstationen befanden, die auch untereinander konkurierten. Und wen wundert es, dass bei der Vielzahl der Stationen die Pallette des Angebots auch enorm groß war.

Und entsprechend sahen dann auch die Werbe-Schilder der Deck-Unternehmen aus.

 

Die z.B. wie folgt lauteten „Hör nicht auf Spinner und ihr Locken, laß dein Tier von Ludwig bocken!“ wenn der Bock z.B. Ludwig hieß. Oder auch: „Ist Dir die Ziege lieb und teuer, laß decken sie bei Schmalgemeier“ Bei den vielen Stationen war der Konkurrenzdruck natürlich enorm groß und die Deckstationen-Inhaber ließen sich auch immer wieder etwas Neues einfallen. Und den genialsten Werbespruch hatte sich wohl Övermanns August einfallen lassen, indem er auf das Hinweisschild seines Deck-Unternehmens schrieb: „Gönn Deiner Ziege einen Orgasmus, nimm Hans Gustav!“

Aber mit der Zeit ebbte das Geschäft mit dem Parfüm aus Ziegenurin ab, da man jenseits vom Rhein immer mehr Abstand vom Frotheimer Parfüm nahm, als man erfuhr, dass es aus Ziegenurin hergestellt wurde.

 

Aber das war dann auch schon in der Zeit, als sich der Adel entwickelte. Der Ziegenurin schien ihnen einfach zu obszön, so dass sie ihre Duftmarken künftig aus Eigenurin herstellen ließen. „Kiek! sagte Potts Kurt. „Dat heff eck gornich wüsst, dat de sick öre eigene Miegen in´t Gesichte schmeert hefft. Pfui Deibel!

Wi hefft us daumorls oll wunnert, worümme de Halfaapen iut de Rheingegend un de Aapen van de anneren Siete van Rhein nix van den Zirgenparfüm mehr norordert hefft!“

 

Nun, wir hatten das mit dem Eigenurin auch nur rein zufällig in einer Fernsehsendung gesehen. Aber als wir ihm dann auch noch erzählten, dass zur damaligen Zeit an den adeligen französischen Höfen Pisspagen unterwegs waren, die mit Krügen und geräumigen Schüsseln den Urin der geschminkten Männer und ihren Tussen einsammelten, damit man daraus Parfüm für die Blaublüter herstellen konnte, hat selbst er die Augen verdreht, obwohl er eigentlich gar nicht zimperlich war.

Entsprechend war auch seine Reaktion, als er sagte: „Junge, Junge, dor wass denn orbe auk jede Zwischenbesaamung zwecklos.

 

Nun, mit dieser Entwicklung war es auch kein Wunder, dass eine Ziegendeck-Station nach der anderen aufgegeben wurde und der Knüppeldamm nach Minden weniger genutzt wurde. Doch nachdem die Rahdener Wacholder- Brennerei von den Kutten besetzt wurde, sollte der Knüppeldamm wieder an Bedeutung zunehmen, da man über ihn auf dem kürzesten Weg zum Mindener Puff gelangen konnte, der in der damaligen Zeit  einen ausgesprochen guten Ruf genoss und daher auch gut besucht war. 

 

Und wie wir aus der Frotheimer Heimatchronik noch ersehen konnten, hat die letzte Frotheimer Ziegen-Deck-Station im Jahre 1956 ihren Betrieb eingestellt, da es an weiblichen Ziegen fehlte und dass der letzte verbliebene stolze Ziegenbock an einem Samenstau gestorben sein soll. Und mit dem Tod des letzten Ziegenbocks löste sich dann leider auch der Frotheimer Ziegen-Zucht-Verein auf, der immerhin auf eine Geschichte von mehr als 12.000 Jahre zurückblicken konnte.

 

Und wenn man bedenkt, dass es bis Anfang des 17 ten Jahrhunderts noch drei großartige                  Ziergen-Tittenbühl-Orchester in Frotheim gab, die bis weit über die Grenzen hinaus bekannt waren,  kann man sich auch vorstellen, dass die Menschen Tränen in den Augen hatten, die am 1. Mai 1956 beim letzten traditionellen Singen der  Frotheimer Hymne eingangs der Ziegenstraße zugegen waren.

Und wie schwer mögen ihre Herzen gewesen sein, als sie die melancholisch klingenden Reime gesungen haben: „Hopsa die Zie-i-ge, Hopsa der Bock-Bock-Bock, stößt dich das Böckelein, wackelt das Haar am Bein!“

 

 

Isenstedt

 

Nachdem wir während der Rückführungen die Geschichte Frotheims in Erfahrung gebracht hatten, wollten wir natürlich auch gerne wissen, was sich während der gleichen Zeit in der Nachbargemeinde Isenstedt abgespielt hatte. Und es brauchte schon eine ganze Weile, bis wir geeignete Personen gefunden hatten, die wir zurückführen konnten. Denn durch Potts Kurt konnten wir nicht viel in Erfahrung bringen, obwohl Frotheim ja ganz in der Nähe war.

 

Denn er sagte: „Tüsken Frärpm un Isensti´e wass ja virl Water un denn lach dat auk ne ganze Ecke hörger. Orbe an´n Anfang hefft wi mit de Lü´e in Isensti´e auk nau ein geotet Vehältnis hat un wi hefft us auk gegensietich besocht un sind aff un teo mit de Boote roberföhrt ümme dor nen Timpen Wacholder teo drinken. Un henn un wier sind de auk morl bi uss wesen un wi hefft auk virl Spors teohaupe hat.

Kiek, de hefft daumorls in Isensti´e, wie auk in Levern un Gestringen Mais un Gassen anbeoet un dormit denn ganze Kiskerland vesorget. Dat göng auk ne ganze Tied ober einige diusend Johre geot, bett de gümman wunnerlicher worn sind.

 

Ers hefft de us oberhaupt nich mehr grüßet, wenn man sick bie´n Angeln mit de Boote dropen heff un denn sind de dormit anfangen, dat se us Ziergen klauet hefft. De sind nämlich nachts liese mit öre Boote an iuse Zirgenbestände langes paddelt un wenn´se wecke sicht hön´n, hefft se ganz liese dat Meckern van de Zirgen normaket, bett de neidschierich worn sind.

Un wenn sick eine teo dichte an´t Water waget heff, wass de us auk oll velustich. Wi hefft ja geneoch Ziergen hat, orbe de hön´n sick ja wernichstens erkenntlich zeigen könnt. Dat hefft de Spezies orbe nie för nörich ansein.

Un de hefft denn achterheer gümman sau helle Spektakel maket, dat man nachts kium nau schlorp´n könne. Wi hefft nachts natürlich Beobachter mit Boote roberschicket, ümme teo kieken, wat de dor veanstalt un denn hefft wi sein, dat de mit iuse Zirgen Schindluder drierb´m hefft. Junge! hefft wi daumorls secht: „Wenn in de Isenstier man nich inzwischen Zigeunerbleot mit tüsken kurm es!“

 

Denn van Isensti´e bett an´n Beerg wass dat ja nich wiet un man könn dor hennich teo feote henn gorn, wall dor ja kein Water tüsken wass. Achterher hefft wi denn auk in Erfahrung brocht, dat de mit de Zigeuner twass düreinanna bösset hefft un dor ne Rasse bi riut kurm es, de blaus Grappen in´n Koppe hön´n. De hefft dor up de Geigen rümme fiedelt, wat dat Tüch hauln heff un denn hefft de mit iuse Ziergen, de sei us klauet hefft, Rodeo veanstalt, wie man dat later in´n Wilden Westen ja auk mit de Peere maket hefft. An schlimmsten wass dat gümman an´n 1. Mai. Dor hefft de gümman ne graute Veranstaltung hat, bi de et för liuter Lü´e in Isensti´e blaus sau wimmelt hefft.

 

Wahrscheinlich hefft de Zigeuner de Veanstaltungen nau van der Mur kinnt, de dat ja mit de Koije dürföhrt hefft. Un wall se de nich hön´n, hefft sick Ziergen van us organisiert. Un glöfft et, de hefft sick, wo jetz de Kerken stert, ne richtige Ziergen-Arena bauet, wo se de Rodeos inne dürföhrt hefft. Un de Fundamente hefft de bi den Bau van de Kerken later auk gern obernohm. Dat heff oll ne Masse Arbeit spart. Orbe maket geo morl dat Vegnügen un föhrt morl nau Isensti´e un gort morl in der Kerken.

Un gi wird fastestelln, dat et dor inne Kerken gümman nau nor Ziergen ruck. Den Muff krichs diu dor nich riut un wenn auk naumorl twulf diusend Johre vegort!“

 

Wir fragten natürlich auch, wer sich denn während der ausschweifenden Feierlichkeiten um den Mais und die Gerste gekümmert hätte, da das doch auch mit Arbeiten verbunden war. Aber auch darauf hatte Potts Kurt eine Antwort. „Süsste!“ sagte er. „Os wi iusen langen Knüppeldamm fertich hön´n, hefft se de Bayern nau ör henn komplimentiert. De hefft denn dor de Arbeit maket, wall sei süms teo fiul wörn. Ja Junge, dumm wörn de nich. Dor wass ja auk Kiskeraner un Murbleot inne. Orbe de hefft blaus Grappen in´n Koppe hat. Un denn kamm ja auk nau de Schlitzohrichkert van de Zigeuner dor teo.

 

Dat wör oll ne interessante Rasse, in de olles inne wass. Achterheer hefft de sick denn auk nau mit de Bayern krüzt, de dorblierb´m sind, sau dat man seggen kann, dat de Isensti´er wie Wunnertiuten sind. Dor weis diu la auk nich, wat dor olles inne es. Kiek, dorümme sind later auk großartige Schauspieler iut de Isensti´er herför gorn, de in´n Iutland auk graute Erfolge hön´n!“ Eck heff dor morl Nachforschungen ünnernohm, wall eck Zusammenhänge schon vemutet hat heff un fastestellt, dat de Vorfahren van Hans Moser, Willi Birgel, Elisabeth Flickenschild un John Wayne öre Wotteln in Isensti´e hat hefft.

 

Un dat wörn bi wietem nau lange nich olle!“

Wir fragten Potts Kurt, woran man denn heute erkennen könne, welches Erbgut sich in den vielen verschiedenen Menschen letztendlich durchgesetzt hätte.

„Niu!“ sagte er. „De Lü´e, wo sick dat kiskeranische Erbgut dürset´t hefft, kannse saufort erkin´n. De drinket nur Bier un schappwarmen Wacholder. De Bayern drinket Hefeweizen, wall de nen robusten Magen hefft. De Mur drinket Melk mit Hanig un de Zigeuner siüpet Olles.

 

Heute deutet in Isenstedt nichts mehr auf die damalige Zeit hin! Ziegen-Rodeos und andere größere Veranstaltungen gibt es dort schon lange nicht mehr. Es sei denn man würde die alljährliche Geflügelausstellung und das traditionelle Schützenfest als solche bewerten, die aber auch nur noch von den Älteren besucht werden.

Doch zweimal im Jahr führt man dort ein Bühnenstück auf, in dem alle anspruchsvollen Rollen von den Dorfbewohnern selbst besetzt werden, worauf man dort auch berechtigt stolz ist. Denn die über viele Generationen vererbte Schauspielkunst  hat in Isenstedt inzwischen ein so hohes Nivou erreicht, so dass man mit Fug und Recht sagen kann, dass die Darsteller, großen Weltstars wie, Rock Hudson, Bruce Willis, Elisabeth Taylor, Richard Geere, Charles Bronson und vielen anderen Leinwand-Größen in Nichts nachstehen.

 

 

Der Mars 

 

Nun, dass während unserer Rückführungen der Mars eine Rolle spielen und zum Thema werden sollte, war eigentlich eher einem Zufall zu verdanken. Wir hatten auch nicht im enferntesten daran gedacht, dass der Mars in irgendeiner Weise bei unseren Rückführungen ein Thema sein könnte. Doch als wir Krietemeiers Hermann zurückführten und fragten, woher denn all die Gemüsesorten stammten, die man später im Kiskerland anbaute, sagte er: „De meisten wörn van den Mars!

Un eck wass daumorls auk ein pormorl dor!“

Erst dachten wir, dass wir uns verhört hätten, aber nachdem wir noch einmal fragten, bekamen wir die gleiche Antwort. Also hatten wir uns doch nicht verhört. Und Sie werden sich vorstellen können, dass wir uns schon erstaunt ansahen und sprachlos waren, zumal wir wissen, wie groß die heutigen Anstrengungen sind, etwas mehr über den Mars zu erfahren, von dem man, außer dass er rot ist und merkwürdige Kanäle besitzt, soviel wie Nichts weiß.

 

Und dass man Milliarden-Programme aufgestellt hat, nur um einen Satteliten zum Mars zu schicken, mit dessen Hilfe man erhofft, ein paar brauchbare Bilder machen zu können, um etwas mehr Aufschlüsse über den Mars zu erhalten.

Wir hatten zwar auch schon einige vergrößerte Aufnahmen der Marsoberfläche im Fernsehen oder in Zeitschriften betrachtet und gemeint, dass man Pyramiden auf dem Mars erkennen könnte. Aber dann dachten wir, dass es sich eventuell auch nur um zufällige Schattenspiele handeln könnte.

 

Einige von uns hatten auch schon das riesige, traurige Gesicht gesehen, dass man auf einer Mars-Vergrößerung zu erkennen glaubt und wir haben auch darüber diskutiert. Aber wie hätten wir auch zu irgend einem Schluss kommen sollen, solange Niemand dort gewesen war und sich die Pyramiden und das Gesicht aus nächster Nähe angesehen hatte. Und dann hören wir von Krietemeiers Hermann: „Eck wass daumorls mit Gramschlürkens Heinrich ein pormorl dor!“ Können Sie sich vorstellen, wie wir uns angeschaut haben?

 

„Kiek!“ sagte er. „Oss wi daumorls nau in´n Irak wurnt hefft, wörn dor de Voraussetzungen för den Gemüseanbau in virle Ecken nich besonners geot, wall dor ja auk virle Beerge wörn.

An Anfang hefft de Niederungen tüsken den Ephrat un den Tigris för us ja auk nau langet, ümme dor iuse Gemüse anteoleggen, wall wi ja nau nich sau virle Köppe wörn.                      Kiek, wi süms wörn daumorls ungefähr sesshunnert Diusend.

Orbe oss wi denn mit de Mur de virl´n annern Rassen tücht hefft, word de Boden denn doch knappe. Wi hefft de teon Deil ja mit ernärt.

 

Daumorls hefft wi oll secht: „Junge, Junge, de Halfaapen fre´t us nau de Hore van Kopp, lort us dat mit Tüchterei man langsamer angorn!“

Dat Problem hefft de Mur nich hat, denn de hefft ja auk virl gröttere Flächen mit geot´n Bodenvehältnissen hat oss wi. Un denn hön´n de daumorls up den Mars auk nau riesige Flächen, de wi landwirtschaftlich mitnutzen kön´n. Ja Junge, dat wör kein roten Planet, de wass groin. Kiek, dat wir´t gi olles nich!

 

Daumorls hefft de Mur up den Mars auk ne ganze Riege Tiere tücht un wenn de sick geot maket hön´n, hefft se de achterheer up de Ern iutse´t. Wo se de wechhaalt hefft, wir´t wi auk nich, orbe den öre Pharaonen hefft daumorls unglaubliche Beziehungen teo annere wiet entfernte Planetensysteme hat.

Un dor wörn denn ne ganze masse Tiere bi´e, de wi achterheer hier geot briuken kön´n. Eck kann ja morl ein por uptelln. Dat wörn de Koije, Schaape, Ziergen, Kamele, Irsel un auk nau virle annere Arten. Kann auk sein, dat de Koije ursprünglich van de Plejaden stammt. De Mur wörn ja ollewärts un hefft unglaubliche Beziehungen hat!“Wie bitte? entfuhr es uns. Die Kühe stammen eventuell von den Plejaden? „Ja, de sind doch nich wiet wege!“ sagte Krietemeiers Hermann. . „Süsste!“ sagte Krietemeiers Hermann. „Un up den Mars wör de Boden so fruchtbar, dat man dor praktisch auk olles plant´n könne.

 

Ob dat Mais, Gemüse wie Kumst, Fiezebaun, Wottel un Steckroib´n wörn, egal watt, dat wöss dor gewaltig, ohne dat landarbeiter de dor düngen mösst´n. Dat Ernt´n makere denn zwar auk Arbeit, orbe dorför hefft de Mur daumorls Russen inflogen, de sei ja süms iut de Gorillas tücht hat hefft. Virl in´n Kopp hefft de zwar nich hat, orbe dorför hön´n de mehr in de Arme.

Un dor kamm et bi de Arbeit ja auk rupp an!“

 

Wir waren natürlich sprachlos und als wir die erste Rückführung mit Krietemeiers Hermann beendet hatten und während einer Zigarettenpause noch eine Weile zusammen standen, fragten wir ihn, ob es denn auf dem Mars wirklich Pyramiden gab. Und er antwortete: „Dorföhr briukt gi mi doch nich trüggeföhrn. De giff et dor Vedage nau un de kann man doch van de Ern iut oll sein. Junge, gi hefft ja Augen wie Poggen!“

 

Wir haben darauf dann auch lieber nicht geantwortet, um uns nicht bloß zu stellen und uns stattdessen auf den zweiten Teil der Rückführung vorbeitet, bei dem wir dann erfuhren, dass es auf dem Mars gleich sechs Pyramiden gäbe, die zur damaligen Zeit dem Zweck gedient hätten, Obst und Gemüse über lange Zeiträume bis zu fünf Jahre darin zu lagern, bis es abgeholt oder ausgeflogen wurde. Und dass sie noch um ein vielfaches größer sein sollen, als die schon sehr großen Pyramiden bei Gizeh.

 

Nun, dass die Haltbarkeit von Lebensmitteln jeder Art, in einer Pyramide ungleich länger dauert, als in einer Tupperdose im Kühlschrank, hatten wir schon gelesen, aber mit fünf Jahren hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Vielleicht erfahren wir ja zu einem späteren Zeitpunkt, warum das so ist. In dem Moment schien uns die Frage, warum der Mars denn jetzt rot sei, wichtiger. „Ja dat wass ne Geschichte!“ sagte Krietemeiers Hermann. „Dor kump mi Vedage nau dat Entsetzen un dat Grauen! Dat wörn de Russen, de dat teo veantwort´n hat hefft!

 

Denn kiek! oss de Mur de Russen tücht hefft, hefft´se de dornor achtern Ural iutse´t, wall dor ja geneoch Platz wör. Mit de annern Rassen könn´se de auk nich teohaupe lort´n, wall de Russen ja agressiv un kiewich wörn. De Mur hefft de wall nau anne Bucht kriergen, orbe de annern Rassen kön´n mit de nich fertich wern.

De wörn teo stark un unberechenbar. Un wi hefft daumorl oll secht, dat de Tucht mit de Russen vull in de Böxen gor es un dat et de Mur irgendwann morl bereuet, dat sei de oberhaupt tücht hefft.

 

Dat hefft de denn ja auk bereuet, orbe denn wass dat oll teo late. Kiek! achtern Ural bett nau China gaff et daumorls unglaublich virle, gewaltich graute, raute ( rote ) Riesenheuschrecken, de för de Russen un Chinesen ein Grundnahrungsmittel wörn. De hefft de Beister kooket, Braut dorvan backet, inne Pan´n brort un saugor an´n lebennigen Leibe upfret´n. De hefft de grat´n Hüpper bi jede Morltied up´n  Diske hat.

Un gi glöfft et nich, de hefft de Beister saugor schmoikt. Kiekt, deswegen hefft de Cinesen ja auk sau dicke Klüsen. Süms de russischen Wieber wörn süchtich nor de Schrecken un hefft sick nen Mutz dormit stoppet. Dat hefft natürlich ürbel stunken, orbe de kön´n dat aff. Ja Junge, de Russen un de Schlitzaugen wörn abgehärtet un unglaublich hart in´n Nehmen.

Plattschüppen Willem hefft dat mit den Schmoiken auk morl test un denn heff hei drei Dage later nau Halluzinationen hat. Orbe för de Russen wörn de Beister wall wie ne Droge, up de sei auk wall up den Mars nich vezicht´n kön´n. 

 

Kiek! un oss de Mur de Russen för de Ernte up den Mars brocht hefft, mütt de Russen de Beister wall mit inschmuggel hem´n. Un dat wass de Anfang van´n Enne. De mütt sick dor vemehrt hem´n wie eine Explosion un denn sind de auk nau sau graut worn wie Flugsaurier. Ers hefft de Mur auk nau oberlecht, wat sei gegen de Schreckenplage ünnanierm kön´n, orbe de hefft einfach kein Mittel fiun, dorgegen wat iutteoricht´n. De wörn gegen Olles imun.

 

Un denn hefft dat auk nich lange durt, bet de Beister up den Mars, olles wat groin wass, ratzekal upfreten hön´n. Junge, watt wörn de Mur vegrellt un sei hefft auk keine annere Lösung sein, os den ganzen Mars affteofakkeln. Kiek, un aff düsse Tied es de Mars raut, wall dor de Asken van de roten Heuschrecken uppe es.

De Mur hefft denn auk wall er’s nau dacht, dat de Mars achterheer wir groin werd, orbe dat es nich passiert, wall de Schrecken hochgiftich wörn un olle Plant´n ingorn sind.

 

Wi wörn achterheer mit de Mur morl dor un hefft us de Schäden morl ankirken, orbe dor wöss orbe auk garnix mehr. Süms nich in de Bewässerungskanäle, de de Mur anlecht hat hefft.

Dat wass ne Schande un schade ümme den schönen Planeten. Orbe et mach saugor sien, dat dor nau ein por Lü´e wurnt un sick ünner de Marsoberfläche inricht hefft, wall dor ja nau Water es.

Un eck hoope, wenn dat sau es, dat de denn de Amerikaner nen gebührenden Empfang maket, wenn´se sick dor ümmekieken wütt!“ Und das große traurige Gesicht? fragten wir Krietemeiers Hermann.

 

„Dor es ein trauriget Gesichte uppe, dat stimmt!“ sagte er. „Dat hefft de Mur dor denn extra henn maket, dormit de Russen sick dat gümman bekieken künnt. Un gleichzeitich schall dat auk ein Mahnmal för olle anneren Halfaapen sien, dormit sei morl seit, watt man anricht´n kann, wenn man nich olle uppe Latt´n hefft.

Un glöfft et, bi geoe Politiker es ne ganze Riege tüsken, de nau virl dösiger sind, oss de Russen daumorls. Un wenn de so wieter maket, durt dat nich lange un denn süt de Ern genausau iut wie de Mars. Dat walte Tüting!“ 

 

 

Wagenfeld

 

Hatte uns die letzte Rückführung fast in einen Schockzustand versetzt, so sollte die nächste, die sich anschloss, glücklicherweise weniger schockierend sein. Denn die Geschichte mit dem Mars hatte uns doch ganz schön mitgenommen und nachdenklich gemacht.

 

Wir stellten uns vor, wie schön es eventuell wäre, auf dem Mars Urlaub machen zu können, wenn er noch grün sein würde. Aber auch der Gedanke, dass man manche Bonzen, Politiker und die vielen Parasiten unter den Beamten, die uns plagen, dorthin entsorgen könnte, damit wir sie hier los sind, gefiel uns eigentlich auch recht gut. Aber was nützt alles Wunschdenken, wenn die Wünsche nicht in Erfüllung gehen.

Und so wandten wir uns etwas wehmütig der nächsten Rückführung zu, um uns von den traurigen und schrecklichen Erkenntnissen der letzten Rückführung ablenken zu können. Als Medium hatte sich Schnepels Else angeboten, von der wir etwas mehr von der Geschichte Wagenfelds erfahren sollten, da sie in der Nähe Wagenfelds in einem vorherigen Leben gelebt hatte und Kontakt zu deren Bewohnern hatte. Wir freuten uns auch schon darauf, zumal wir davon ausgehen konnten, dass sich die Geschichte Wagenfelds nicht so tragisch zugetragen haben würde.

Und so wir erwarteten auch eher eine lustige Rückführung, da wir ja schon wussten, dass Wagenfeld den Zigeunern von den Kiskeranern als Wohngebiet in Aussicht gestellt worden war. Natürlich hatten wir uns inzwischen auch oft gefragt, warum man bei der Spurensuche nach der Vergangenheit nicht schon viel eher im früheren Kiskerland, wozu auch das südliche Niedersachsen mit der ehemaligen Zigeuner-Hochburg gehört.Aber ich denke, dass Sie, genauso wie wir, inzwischen begriffen haben, warum das so ist.

 

Und das Erste, was Schnepels Else während der Rückführung von sich gab, war: „Wagenfeld wass ein schönet Dörp, dor wass gümman Remmi-Demmi, wall dor ja auk virle Zigeuner wörn!“

 

Nun, wir erfuhren dann von Schnepels Else, dass Wagenfeld inzwischen eine ausgesprochene Zigeuner-Metropole geworden war und dass den Zigeunern von den Kiskeranern sogar Stadtrechte eingeräumt worden waren, da man sich mit ihnen gut verstand. Das hatten wir ja schon erfahren. Aber dass sich an der Strecke von Wagenfeld nach Diepholz, auf Höhe des Cafe´s „Tausend Laternen“ sogar ein Zigeunergrab befindet, in dem der erste Wagenfelder-Zigeuner-König Arno Sharock begraben sein soll, wussten wir z.B überhaupt nicht. Das war uns neu.

„Ja Junge!“ sagte Schnepels Else. In de Sommermonate hefft de öre Festdage hat un denn stön´n dor bett an de sessdiusend Zigeuner-Wagen un dat ganze Dörp hefft sick in ein Herzstück pulsierenen Lierbens veännert.

Sau wiet man kieken könne, wörn dor festlich trechte makete Wagen und Telte, de Jeden in nen Farbrausch veset´t heff, ob hei weol orre nich. Dat es mi auk sau gorn. De lockere Unbefangenhert van de Lü´e, de danzet hefft, dorteo de entrückende Geigenmusik, de van Freude, Frürmdgorn, Trauer, Heimweh und Fernweh vetellt hefft, bröchte Jeden in sie´n Bann.

 

Dor mösses diu einfach mitmaken. Un ein Meer van Fahnen, wat nich enden weol un an de man de Stammes-Zugehörigkeit erkinnen könne, hefft nau dorteo bidregen, den gewaltigen und exotischen Indruck affteourunden un et wass gümman wier ein majestätisches Bild, wenn man de Zigeuner-Fürsten und Könige iut ollen Deilen van de Welt mit öre langen, wallenden Bärte sein hefft!“

 

Zu einem späteren Zeitpunkt erfuhren wir dann, dass das alljährliche Sommerfest  in der Regel von Anfang Juni bis mitte Juli stattfand. Und Manche scheuten scheinbar auch keine weiten Wege, denn es kamen sogar Abordnungen aus Indien, Pakistan, Iran und Afghanistan. Und hinzu kamen dann natürlich auch noch die Zigeuner, die an den Füßen des Wiehengebirges und in Minden wohnten. In diesen Wochen der Zusammenkünfte wurden laut Schnepels Else auch Unmengen Wacholder und Reiswein getrunken und bis zur Ekstase getanzt, so dass viele der Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes weit neben sich standen.

 

„Junge!“ sagte Schnepels Else. „Wi hefft dor ein par morl mitmaket, wall us de Zigeuner gümman inlaat hefft. Ers hefft de Schnurbartträger di gümman Wacholder inkippt, wo se eventuell nau Opium inkrümelt hefft un Komplimente maket, dormit diu den Oberblick velor´n hess un denn denkse up einmorl: „Mensch Else, wi kump denn de Wottel in diene Böxen, diu wörs doch gornich in´n Gemüsegorn?“ Un ehe dui di vesüss, hefft´se di oll besaamt. Eck sech di, de wörn scharp wie Otter. Un dor kön´n wie Wieber froh sien, dat wi mit de Ziergenmelk ein probatet Vehütungsmittel hat hefft!“

 

Ziegenmilch ist ein Verhütungsmittel? fragten wir. „Ja hefft gi dat denn gornich wüsst?“ sagte Schnepels Else. „In Frärp´m hefft de ja virle Ziergen hat un dorümme hefft de auk daumorls ool de beste Geburtenkontrolle in´n Kiskerland hat. Ja wat glöfft gi denn, worümme de Ziergen vör den Parfüm sau interessant wörn. Diu krerchs zwar Pickel van de Melk, orbe dorföhr bleif di nen Stall vull Blagen erspart.

 

Kiek! Vedage nirmt geoe Wieber de Pille, de virl Geld kosset un wo de Meisten auk nau nen dicken Balch van krieget. Orbe föhr dat virle Geld kann eck mi doch beter ein por Pickel iutdrücken. Dat es doch schnell maket!“

Und während wir noch diskutierten und überlegten, ob wir uns eventuell eine Ziege für unsere Frauen anschaffen sollten, fuhr Schnepels Else aber auch schon in ihrer Rückführung fort und wir erfuhren, dass mit dem alljährlichen Sommerfest auch ein großer Beutemarkt verbunden war, bei dem man auch manchmal, wenn man Glück hatte, seine abhanden gekommenen Dinge, wie Wäsche oder Hühner zu einem günstigen Preis käuflich wieder erwerben konnte, was Viele auch nutzten.

 

Heute geht man nach vorsichtigen Schätzungen davon aus, die man nach Einsicht alter Aufzeichnungen vornahm, dass noch etwa bis zum Jahr 1350 mindestens 68% der Bewohner Wagenfelds aus Sintis und Romas bestanden. Und man nimmt auch an, dass der prozentuale Anteil auch heute noch recht hoch ist, obwohl sich später die Bevölkerung Wagenfelds mit vielen Menschen kiskeranischen Ursprungs vermischten.

Ein Grund mehr, dass die Wagenfelder Bürger eigentlich mit Recht stolz sein sollten, denn andere Orte können nicht von sich behaupten, dass ein Teil ihrer Einwohner so edler Herkunft sind. Das sah Schnepels Else genau so.

 

Und dann fügte sie noch hinzu, dass die Zigeuner unglaublich musikverbunden wären. „Kiek!“ sagte sie. „De wörn auk gewaltich musikalisch un hefft us daumorls mit öre Musik bi de virln Fiern auk virl Freude maket.

Junge, an´n Anfang hefft de ja de Kesselpauke erfiun, wo se uppe rümme wallaket hefft, wall de Mur ja auk sauwat hat hön´n. Dat göng natürlich nich, wall uss de Koije un dat annere Veih stift´n gorn es. Ers hefft wi auk nau dacht, oss de dat erste morl de Pauken probeert hefft, dat bi us nen Hagel Sternschnöpp´n inschlorn wass. Sau gewaltich heff dat drührnt. Orbe oss wi denn dorachter kurm sind, dat de Zigeuner de Ursache för de gewaltige Ballerei wörn, hefft wi uss de anne Bost nohm un se affmahnt. 

 

Dat hefft de zwar nich glieks begrierp´m un uss secht, dat wi Kulturbanausen sind, orbe oss wi denn dormit drohet hefft, sei wir ant Wiehengebirge ümmeteosiedeln, wass denn doch Ruhe. Dor hefft´se sick denn doch vejaget un oberlecht, wie sei liesere Musik maken kön´n. Up einmorl göng dat. Kiek, un denn hefft´se er’s Flötkepiepen maket un up´n Liusehaken Musik maket un dorbi´e sungen. Dat wass oll virl angenehmer. Un van ein Dach up den Anneren hefft de up einmorl Geigen hat.

 

Ja Junge, einfallsreich sind de Zigeuner. Wi hefft us vörher auk oll wunnert, worümme bi us gümman de Bullnpiersel un Schwiene-Derme wege wörn, de wi för de Vürgel in de Börme hangen hefft. Un oss wi achterher sein hefft, dat de Zigeuner up de Samenstränge un Derme rümme fiedelt un Musik dormit maket hefft, sind wi fast lang hennschlagen un iut den Stau´n gornich mehr riutkurm.

Dat höre sick ja auk nau schön an, sau dat wi auk hellewech begeistert wörn. Wi hefft denn natürlich auk vesocht, Musik up de Geigen teo maken un hefft nen Satz Geigen gegen Schwiene intiusket. Un dat hefft wi auk nich bereuet, obwohl wi dormit nich sau fissich ümmegorn kön´n wie de Zigeuner.

 

De hefft de Piersels ja Töne entlokket, dat diu blaus nau staunt un andächtich teohört hess. Un eck hör nau Vedage de romantischen Weisen inne Ohrn, wenn eck doran denke!“

Und dann fing Schnepels Else an zu singen. „Lustig es dat Zigeunerlierb´n, Holla di hi, Holla di ho, Briuks mi blaus nen Wacholder gierb´n, Holla di hi, Holla di ho!“  Wobei wir das Lied sogar kannten, nur nicht die Version mit dem Wacholder. Also muss das Lied wohl schon sehr, sehr alt sein. Danach sang sie allerdings ein Lied, dass uns gänzlich unbekannt war.

Denn: „Weine nicht, kleine Wanderratte!“ hatten wir noch niemals gehört, wobei die Melodie eigentlich sehr schön war.

 

Nun, nach unseren eigenen Recherchen war Wagenfeld auch noch bis zum Jahr 602 n.Ch dafür bekannt, dass man dort Geigen baute, die allerhöchsten Qualitäts-Ansprüchen genügten.

Und so erfuhren wir auch, dass bekannte Geigenbauer wie Amati, Stradivari und Warifuzzi ihre außergewöhnlichen Geigenbau-Fertigkeiten überhaupt erst durch die bekannten Zigeuner-Geigenbau-Altmeister Rüter, Hagemann, Theis, Lükermann und Fiestelmann in Wagenfeld erlernt hatten.

 

Und bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts hat es, wie wir in Erfahrung bringen konnten, in Wagenfeld auch noch ein Geigen-Museum gegeben, das nach den Aussagen von Schnepels Else im Grunde genommen auf eine Geschichte von fast 9.000 Jahre zurück blicken konnte.

Uns war das gänzlich neu, so dass wir auch nicht schlecht staunten, als wir ensprechende Berichte aus dem 11. Jahrhundert in alten verstaubten Heimatchroniken fanden.

Und den Berichten der Chronik zufolge, war das Museum damals auch immer gut besucht.

 

Aber laut den Chronik-Unterlagen müssen auch noch zwischen den Jahren  400 v.Ch. bis 220 v. Ch. 3 Zigeuner-Könige in Wagenfeld residiert haben.

Und diese Tatsache erklärt auch wohl, dass Wagenfeld bis zum 15. Jahrhundert ein Wallfahrtsort der Sinti und Roma war.

Aber leider sind die Spuren der Sinti und Roma in Wagenfeld gänzlich verwischt. Man sieht keine bunten Zigeunerwagen mehr, keine Igel mehr, kein buntes Treiben, keine Lagerfeuer, keine Gäste mehr aus fernen Ländern und ganz selten und nur sehr leise hört man hier oder da noch eine einsame Geige wimmern, als wenn sie sich schämen würde. Aber eventuell ist  es aber auch eine Schallplatte, oder CD.

 

Denn dort, wo vor 500 Jahren das Geigenspiel in der Hausmusik noch seinen festen Platz hatte, wurde die Hausmusik leider auch hier traurigerweise von der Technik in rasantem Tempo abgelöst und nur noch kleine Auffälligkeiten erinnern an die Zeit der vielen musizierenden Zigeuner mit ihren Geigen. So befinden sich gottlob immer noch in vielen Wagenfelder-Musikschränken unzählige Schallplatten, CD,s und Kassetten mit Geigenmusik, die aber meist über den Kopfhörer genossen wird, weil es den Menschen dort scheinbar peinlich ist, Musik dieser Art zu hören.

Hierin können wir die Menschen im heutigen Wagenfeld überhaupt nicht verstehen, da sie doch eher mit Stolz auf ihre Vergangenheit und Kultur zurück schauen können. Denn so Viele Menschen gibt es nicht, deren Ahnen aus dem Kaukasus und Asien kamen.

Und wenn sie nur etwas mehr Stolz hätten und zu ihrer alten und großartigen Geschichte stehen würden, wäre es sicher auch eine wunderbare Sache, wenn sie an allen Ortseingängen und Ausgängen schön geschmückte Zigeunerwagen aufstellen würden, auf denen sie ein hübsches Schild anbringen könnten, auf dem stehen sollte: „Herzlich Willkommen in der Zigeunerstadt Wagenfeld!“

 

Außerdem käme es sicher bei dem Publikum des Wagenfelder-Großmarktes oder anderen Anlässen auch sehr gut an, wenn man tänzerische Vorführungen in traditionellen bunten Zigeuner-Trachten darbieten würde, ähnlich wie es die Landfrauen in den umliegenden Ortschaften mit ihren Holzken-Tänzen schon seit langer Zeit sehr erfolgreich vor einem dankbaren Publikum praktizieren.

 

 

Apachen

 

Nach vielen Rückführungen fiel uns dann irgendwann ein, dass man beim Turmbau in Wehe ja auch Apachen als Helfer ins Kiskerland geholt hatte. Und es interessierte uns natürlich, was aus ihnen geworden war. Niu!“ sagte Bax August, der am meisten über die Apachen wusste, da er mit ihnen öfter zur Wildschweinjagd gegangen war.

„De hefft sick hier achterheer ansässich maket, wall ör de Landschaft geot gefallen hefft un wall se den Wacholder nich missen kön´n. Denn wo de wechkurm sind, hefft de sauwat delikatet gornich kin´nlert.

 

Dor hefft de Schluck iut Kaktus maket, wo se de Schieterei van kriergen hefft. Wat bi den Wacholder ja nich passiert. De hefft denn wall auk nau lange henn un heer oberlecht, ob sei wir trügge weoln, orbe denn wass lestendlich ausschlaggebend, dat se hier auk oll ein paar Kinner fusioniert hat hefft, de se vebunden wörn.

Erst hefft de ja in Tun´nheide öre Tippis upstellt, orbe oss denn gümman mer Halfaapen dordür togen sind, hefft´se nen Umzug nau Bohnhorst int Auge fasst. Wat se denn auk maket hefft. Un dor wass de Landschaft för de Apachen auk beter geeignet. Dor sind denn wall aff un teo morl Zigeuner dürtogen, wall Bohnhorst an de Strecke tüsken Wagenfeld un Minden lach, orbe süss hefft´se dor öre Ruhe hat!“

 

Nachdem wir Bax August fragten, um wie viel Apachen es sich denn gehandelt hätte, sagte er uns: „Nen ganzen Tropp“ Dat wörn bestimmt an de Fiefhunnert, schätze eck morl un denn hefft de sick achterheer ja auk nau gewaltich vemehrt, nordem sei de Römer mit obersocket hat hefft. Orbe glöfft auk man nich, dat de sick hier graut ümmestellt hefft, denn öre Gebräuche van de annern Siete van´n Atlantik hefft de hier biebehauln. De hefft öre Häuptlinge hat un auk gümman  Medizinmänner, de för de Krankheiten zuständich wörn. Dat wörn oll richtige Naturminsken.

 

Un wenn diu seine hess, wie de ümme öre Lagerfeuer knetert sind, mösses dui di doch wunnern. Eck wass dor´bie affklappet un heff mi denn auk leiber up den gemütlichen Deil achterheer inricht, wenn wi us den Wacholder nähert hefft. Kiek! un ören Lebensunterhalt hefft de mit de Jacht ünnerhauln un de hön´n ja auk gewaltige Jachtgründe, de bett an´t Steinhuder Meer gorn sind.

De hefft nich hungern briuket. Un gi glöfft gornich, wat de föhr schöne Ledersachen maket hefft, mit de sei us vesoorget hefft. Ob dat Rei´m wörn, Peergeschirr, Klötenschützer, Scheoe, Stierbel un robuste Böxen, dat wör för de kein Problem. Un schlecht es dat de auk nich gorn. Kiek, dat Fleisk van de Tiere, de se jaget hefft, könn´se et´n un mit den Fell, wat se de Tiere van´n Ors togen hön´n, hefft´se nau Geschäfte maken könnt!“

 

Wie wir weiter hörten, soll man die Jagd und das Fertigen von Leder dann auch noch so lange weiter betrieben haben, bis es immer größere Probleme mit den vielen primitiven Rassen gab, die nach und nach tiefer ins Land drängten und ihnen die Jagdgründe streitig machten.

Was natürlich zur Folge hatte, dass man in Bohnhorst das Kriegsbeil ausgrub und sich auf den Kriegspfad begab, um sich gegen die vielen Eindringlinge zu wehren. Fünfzig Jahre haben sich die Apachen, laut Bax August dann auch wohl noch gegen alle möglichen Eindringlinge zur Wehr setzen können, bis die Übermacht dann letztendlich wohl zu groß war, um sie weiter aufhalten zu können.

 

Man zog sich dann wohl letztlich auf das relativ kleine Gebiet der heutigen Gemeinde Bohnhorst zurück und ging nur noch zur Jagd, um sich mit Fleisch zu versorgen. Inzwischen hatte man aber auch eine andere einträgliche Möglichkeit gefunden, um den vorherigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten, indem man Schäferhunde züchtete, für die man auch viele Abnehmer fand. Und wenn man bedenkt, dass die Wiege des Deutschen Schäferhundes im Grunde genommen in Bohnhorst steht, die, wenn auch zufällig, mit den Coyoten-Welpen ihren Anfang nahm, kann man nur sagen: „Hut ab!“

 

Später erfuhren wir dann noch durch Bax August, dass man in Bohnhorst noch bis zum Jahr 581 n.Ch. Häuptlinge und Medizin-Männer hatte, die auch noch den typischen Kopfschmuck aus Federn trugen. Und seiner Aussage nach, wurden die Gräber der Bohnhorster Häuptlinge und Medizin-Männer auch noch etwa bis zum Jahr 1.350 liebevoll gepflegt. Aber irgendwann hatte man später scheinbar keine Lust mehr dazu.

Oder es war den Menschen in Bohnhorst einfach peinlich, von Indianern abzustammen, so dass die Gräber später verwahrlosten. Ähnlich war es ja auch in Wagenfeld und Nettelstedt wegen der Zigeunerabstammung.

 

Aber trotzdem müssen in Bohnhorst zumindestens noch einige Menschen wohnen, die sich mit der früheren Indianerkultur verbunden fühlen, da sie alljährlich am 17. September einen gerupften Truthahn zu den alten Grabstätten tragen, obwohl so ein Truthahn nicht billig ist.  Und wer sich einmal mit den Kulturen der Indianer befasst hat, weiß auch, dass dies eine unglaublich alte  Apachensitte ist. Aber wir fragen uns auch hier, warum man nicht auf die eigene großartige Geschichte stolz ist und zu ihr steht.

 

Denn die Apachen sind doch eine edle Rasse. Außerdem können die Bohnhorster ihre Herkunft ohnehin nicht verleugnen und um das zu begreifen, müssten sie eigentlich nur in den Spiegel sehen und ihre Nasen anschauen. Und wenn sie dann auch noch ihre Haare schwarz färben würden, sähen sie „Sittin´ Bull“ und „White Horse“ im Spiegel, auf die man doch erst Recht stolz sein müsste.

 

 

Die Hermanns Schlacht

 

Wieder so eine Geschichte, von der wir bislang nur eine an den Haaren herbeigezogene  Version kannten! Was waren das für tolle Helden, die den Legionen des Quintilius Varus die Hucke voll gehauen haben sollen. Mal soll die Schlacht in Tengern stattgefunden haben, dann in Kalkriese oder in Huchzen. Mal im Teutoburger Wald, dann in Dünne bei Bünde oder Hamm. Und wenn es so weitergeht, wird es auch nicht mehr lange dauern, bis die Schlacht in Mainz, Freilassing oder Cottbus stattgefunden haben soll.

 

Scheinbar möchten alle Leute die Schlacht vor ihre Haustür verlegen, in der Hoffnung, so als Nachfahre der einstigen heldenhaften Schwertschwinger leuchten zu können. Und selbst die kleinsten Schmachthaken sehen sich im Geiste in einer prächtigen Rüstung und einem reich verzierten, bluttriefenden Schwert. Inzwischen streiten sich schon soviel Leute um das immer noch unbekannte Schlachtfeld, so dass man schon Sorge haben muss, dass durch die vielen Ansprüche auf das Schlachtfeld, neue Schlachtfelder entstehen könnten.

 

Und um endlich Gewissheit über den Ort des Geschehens zu bekommen, haben wir dann einige unserer Medien zurückgeführt, damit die Diskussion endlich ein Ende hat. Als Ersten führten wir Drögemeiers Fritz zurück. Da wir von ihm genauere Informationen erwarteten, zumal er über die Römer schon öfter etwas angedeutet hatte und behauptete, dass er bei der Schlacht dabei gewesen wäre.

„Ja Junge!“ sagte er während der Rückführung. „Dor wass eck mit bi´e, oss wi de Römer morl zeiget hefft, wo et lang göng. De hefft sick orbe vejaget, wall de uss garnich uppe Rechnung hat hefft. De hefft wall dacht, dat wie de Ern auk velort´n hön´n un hefft gornich mitkriergen, dat wi blaus ümmetoogen sind.

 

Orbe dor sind de denn achter kurm! I´n Auge hefft wi de ja güman hat, wall wi ja wüsst hefft, dat de aapenhafte Rasse sick bi de Überflutung anne Alpen retten kön´n, wo dat Water nich henn kamm. Un wi hefft ja auk mitkriergen, dat dat Gesockse nor de Flut, de Spezies, de dat Fiasko oberlierbet hefft, up de brutalste Ort un Wiese in öre Gewalt brocht hefft.

Orbe dat de sick bett ant Kiskerland waget hefft, dormit hefft wi daumorls ja oberhaupt nich reeket. Un oss wi de ersten van de achter den Wiehengebirge sein hefft, dachten wi auk erst, dat wi schlechten Wacholder drunken hön´n un dorvan Halluzinationen kriergen hefft!“  

 

Als wir ihm sagten, dass sich die Schlacht nach Meinung der Geschichtsschreiber hinter dem Wiehengebirge abgespielt haben soll, antwortete Drögemeiers Fritz: „Ja glöfft gi denn, dat de Halfaapen achtern Beerge in de Lage wörn, sick de entgegen teo stelln.

De sind doch blaus twass dürinanner laupen un hefft sick gegensitich de Köppe inheoet un den Hals dürschniern.

Dor wass doch keine Ordnung inne.

De Schlacht wass in Varl, hefft gi dat gornich wüsst? De Römer hefft sick in Hulthiusen ober den Beerg maket un sind denn ober Levern un Twihiusen bi us in Varl infalln, wo wi sei denn in Empfang nohm hefft. Wi hefft us natürlich auk vörbereitet un de Kiskeraner iut de ümmeliggenden Dörper Bescheid secht, de ne geote Kelle schlorn kön´n. Un denn hefft wi auk nau de Zigeuner un Apachen informiert, orb lestendlich sind virle van iuse eigenen Truppen oberhaupt nich teon Einsatz kurm un hefft den Wech ümmesüss nor Varl maket.

 

Und welche Rolle spielte „Hermann der Cherusker?“ fragten wir.

„Dat es ne Geschichte för sick!“ sagte Drögemeiers Fritz. „De hefft im Grunne gor keine Rolle spierlt. Wi hefft den ja daumorls kinnenlert un glieks merket, dat de in´n Koppe nich ganz richtig wass. Un den Namen hefft de sick doch blaus teolecht, ümme sick wichtig teo maken. Denn Cherusker hefft dat daumorls garnich gierm.

De Einzigen, de Fürsten hön´n, wörn de Kimbern un Teutonen, de van de skandinavischen Kiskeraner mit virle Zwischenbesamungen ümme Einiget intelligenter maket worn sind un up Jütland siedelt hat hefft.

 

Und wer war Hermann der Cherusker? fragten wir. „Dat wass ein Pollakke!“ sagte Drögemeiers Fritz. „De stammere van eine unterpreviligierte Rasse aff, de sick iut Russen un Bayern bildet hefft, oss de sick krüzt hön´n. Un de richtige Name van den wass nich Hermann, sonnern „Stanislaw Skieskibowski“ 

De heff nix docht un ne vewahrloste Jugend hat! Orbe dor könne hei velichte süms auk nix för, wall sien Vadder sick dautsoopen hörre un siene Moim oss Flitken bekannt wör un mit olle mögliche Rassen blaus inne Gegend rümme bösset hefft.

Dor könne van den Jungen denn ja auk nix wern.

 

Kiek, de heff oss lütket Kiend oll mit Begeisterung Kröten un Poggen affsteeken un Igel un Katten masakriert. Un wall öhn dat saun Spors maket hefft, wörd hei denn bi de Römer vorstellich un es Legionär worn!“ Jetzt begriffen wir natürlich gar nichts mehr, zumal man uns die Geschichte um Hermann dem Cheruskerfürsten in der Schule ganz anders gelehrt hatte.

„Ja Kiek!“ sagte Drögemeiers Fritz. „Un dor hefft´se öhn denn nor kotte Tied nahelecht, teo veduften, wall se den nich aff kön´n. Junge, wat wass de denn beleidigt. Hei heff denn auk sofort dat Lager wesselt, sick nen gewaltigen Namen iutdacht un sick bi de annern Halfprimaten oss Cheruskerfürst vörstellt. De hefft den dat denn auk affnohm, wall´se den ja kin´t hefft un wall hei up den Peerd un den langen Schwert virl hermakere. Junge, affstiergen es de nich, süss hö´n de sein, watt förn Schmachthaken Erdmukkel hei wass. Bi uss es de denn auk wesen un hefft sick anbo´en, ne Strategie gegen de Römer teo maken.

Dat stellt geo morl vör, us ne Strategie vörschlorn! De hefftse doch nich mehr olle uppe Latten hat, de Schnösel. Orbe wi hefft den denn einfach quasseln lorten un secht, dat wi iuse eigene Strategie kinnt un hefft den Schmachthaken denn auk nich wieter beachtet!“

Sie können sich sicher vorstellen, dass wir während dieser Rückführung unseren Spaß hatten. Zumal wir immer daran denken mussten, wie unglaublich stolz die Heimatforscher bislang auf das Skieskibowski Denkmal waren.

Aber der beste Teil der Rückführung sollte noch folgen, als wir nach der Strategie fragten.

„Kiek, van entscheidene Bedeutung wass för uss de Präsenz van de Apachen iut Bohnhorst, de unglaublich mit den Flitzebogen ümmegorn kön´n!“ sagte Drövelmanns Fritz. De hefft denn auk dat Gift an de Pfeile dosiert.

 

Dor hefft de virl Erfahrung inne hat un uss secht: „Wat för de wieln Schwiene geot es, es auk för de Römer geot!“ Un oss de Römer sau nahe wörn, dat man´se schon erahnen könne, hefft sick de Apachen schwer bewaffnet in Varlheide, bohm in de Börme begierbm, sau dat man´se nich iutmaken könne un hefft up de Römer töfft. Dor wörn de Römer allerdings auk ahnungslos, wall de van de Apachen ja nau nie wat hört hat hefft. Orbe dor sind´se denn nau achterkurm.

Kiek! un oss de Römer gümman nörger keim, hefft wi dreihunnert blecksterte Wieber in den Wauld schicket, ümme de Römer teo locken. Denn iuse Strategie wass, dat sick hier un dor gümman morl ein Wief achtern Baum zeiget, ümme de Römer teo irritiern. Dat hefft denn auk funktioniert. De Römer hefft sick de Böxen van´n Ors riertn un sind wie lörpske Rüen achter de Wieber achterheer hechelt, wall sei wall dacht hefft, dat´se de bössen kön´n. Ja Kiek, un denn keim de Apachen iut Bohnhorst in´n Einsatz, de de Römer denn mit de vegifteten Pfeile in Empfang nohm hefft.

 

Junge, dat gaff orbe richtich Luft ünner de Römer bi den Pfeilhagel un de hefft rümme quieket wie de Schwiene. Orbe de Apachen mütt auk wall gewaltiget Gift nohm hemn, denn de Römer sind sprungen wie de Zirgenböcke un hefft wall dacht, dat ör de Ors förmlich wech explodiert, wenn´se nen Pfeil inne Muffe sitten hön´n. Glöfft mi, mit de Strategie hefft de Halfaapn oberhaupt nich reeket.

 

Un wenn diu de Gesichter van de Römer sein hötts, könn´se auk dat pure Entsetzen un den Schrecken dor inne afflesen. De hefft sau eine Panik kriergen, dat de Haken schlorn hefft, wie de Harsen un diu könns gornich sau schnell kieken, wie de in Richtung Gestringen un Levern flüchtig wörn. Ja un denn hefft wi de vegifteten Römer dor liggen hat, de dat nich oberlierbet hefft. Junge dat wörn Einige, wenn nich saugor virle Diusende.

Orbe einfach liggenlortn kön´n wi de ja auk nich, dat was ja nich iuse Art. Dorümme hefft wi de denn auk insammelt un ein anständiget Ehrenbegräbnis in´n Vulkan teokurm lorten.

 

Un eck hör nau Vedage de Wöre van Brammeiers August, oss hei secht heff: „Fritz, dor hön´n orbe auk nau mehr rinn passt. Orbe hess diu auk oberlecht, dat et auk mit nen grautn Risiko vebiun es, wat wi hier maket? Denn wenn de Vulkan iutbreck, hefft wi de Kadaver in´n ganzen Kiskerland rümmeliggen!“ „Junge, oss hei dat secht hefft, stön´n mi de Hore teo Beerge, wall wi dor vörher gornich rober nordacht hön´n.

Dat es teon Glücke denn auk nich passiert. Orbe hault geo faste! Denn statt iut teo breken, es de Vulkan in sick teohaupe falln. Up einmorl wass de weege! Gi künnt geo bestimmt vörstelln, wie vedutzt wi wörn, oss de graute Krater van ein Moment up den annern nich mehr dor wass. Un de Erste, den wat dorteo infalln es, wass Gramschlürkens Heinrich. „Junge!“ heff hei secht.

 

„Wenn de sick man nich an de Römer veschlooken hefft!“ Annersiets wörn wi orbe auk ganz froh, wall et denn ja auk nich sau gewaltich stunken hefft.

Kiek! un seitdem wass de Vulkan auk blaus nau ein See, wo et van Unmengen Schnaken un Müggen wimmelt hefft. Dat wass orbe ja auk ganz natürlich, wall de Beister dat Bleot van de Römer ja mit örn sensiblen Witterungssinn schnell iutmaket hefft un sick an de Kadaver gütich deon weoln. De riuket dat Vedage nau. Kiek! un dor kump de Name „Schnakenpol“ auk her!“

 

Wahnsinn! Dachten wir. Und endlich wussten wir auch, wo die Schlacht wirklich stattgefunden hatte. Aber uns interessierte noch die Frage, ob er denn auch Quintilius Varus gesehen hätte.

Worauf er antwortete: „Den hefft wi garnich teo Gesichte kriergen!“

Sie werden sich vorstellen können, dass wir uns nur ungläubig angesehen haben, als wir die völlig unbekannte Version von der Teutoburger Schlacht hörten. Und als wir uns dann noch darüber unterhielten, dass auf dem Hermanns Denkmal eher eine Person mit der Figur von Grete Weiser stehen müsste, so wie man uns Stanislaw Skiskibowski beschrieben hatte, haben wir uns doch schlapp lachen müssen. 

Nun, von Brammeiers August hörten wir dann während einer weiteren Rückführung, dass die Römer während ihrer panischen Flucht, alles fortwarfen, was ihre Flucht erschwerte. Das machte es uns natürlich leichter, eigene Nachforschungen anzustellen. Wir waren natürlich auch nicht so dumm, bei den vom Staat ausgehaltenen Fuzzis vorzusprechen, sondern suchten uns bewusst alte Menschen aus, die eventuell etwas Auffälliges von ihren Vätern erfahren haben könnten.

 

Und wir brauchten auch nicht lange suchen, bis wir Personen gefunden hatten, deren Aussagen die Schlacht in Varlheide bestätigten.

So erfuhren wir z.B. von Lohmeiers Opa aus Isenstedt, dass sein Großvater ihm erzählt habe, dass man noch während seiner Jugendzeit beim Pflügen von Twihausen bis nach Frotheim massenhaft Helme, Blech-Schwerter, Schilde, Kochgeschirre, Sandalen und sogar eine Menge Hodenschützer gefunden hätte.

 

Und er sagte wohl wörtlich: „Iuse Opa hefft us daumorls vetellt, dat sei nau oss lütke Jungens mit Bleckschwerter Räuber un Schanditt spierlt hefft, bett denn bi de Spirlerei einer van de Jungens teo Schaden kurm es. Dornor es dat Gedöne denn bi Hansmann in Isensti´e up´n Schrottplatz schmiertn worn, wall sick in de Tied auk keiner för den Mess interessiert hefft.

Kiek! un dorümme hett dat auk wall Isensti´e!“

 

Das machte Sinn, zumal wir uns auch schon oft gefragt hatten, wo der Name Isenstedt eigentlich herrührte. Und um etwas Genaueres über den damaligen Fluchtweg der Römer zu erfahren, suchten wir nach einem Medium, dass etwas mehr darüber berichten konnte. Das war nicht einfach, aber nach einigen ergebnislosen Rückführungsversuchen, hatten wir dann letztendlich doch Erfolg mit unserer Suche, da sich Drövelmanns Fritz an ein Leben in Frotheim während jener Zeit zurückerinnern konnte.

 

„Ja Junge!“ sagte er. „De Römer hefft de Böxen gewaltich vull hat un wüssten erst gornich, wo se hennflücht´n kön´n. Trügge, ober Hulthiusen göng nich, wall ör dor de Zigeuner norn Lierb´n tracht hefft. De hefft oll up de lurt. An´n Beerge langes göng auk nich, wall dor auk de Zigeuner wörn, also mösst´n de sick watt Anneres infalln lort´n. Kiek! un denn sind de ober Twihiusen un Gestringen bett nau Isensti´e flücht un hefft ne Beratung maket, in wecke Richtung nau wat möglich wör.

 

Un de hefft denn auk nur de Möglichkert sein, ober den Frärpmer Knüppeldamm dürt Moor teo flücht´n. Wat´se denn auk maket hefft. Orbe vörheer hefft de natürlich ollen Ballast afflecht, woteo ja auk de Schwerter, Bleckwesten un dat annere Gedöne hört hefft. Dat hefft de denn in Isensti´e liggenlorten un hefft sick denn Richtung Ziergenstrorte maket. Wo sei denn ünner den Gemecker van de virlen Zirgen Richtung Minden flücht sind. Ja Junge, dat Meckern van de Zirgen hefft de Römer nich gefall´n. 

 

Dat hefft de oss Hohngemecker upnohm. Kiek! un oss de denn van Wieten sein hefft, dat bi Minden ne Kimme in´n Beerge wass, hefft´se bi de Flucht ober den Knüppeldamm iut Begeisterung gümman reop´n: „Porta! Porta! Porta! Wat bi de Römer ja sauvirl wie „Tor“ hett. Ja Junge, de hefft nor de Naht, de sei bi uss kriegen hefft, gewaltigen Schiss hat

Un dor hefftse denn teo örn Glücke denn ne Lücke sein, wo se denn auk hennflücht sind. Bi de Flucht sind denn wall nau ne ganze Riege in´n Moor vesacket, orbe ein por Hunnert hefft dat denn doch schafft, bett anne Porta teo kurm.

 

Ja Junge, achterheer hefft de in Frärp´m auk olle neesenlang bie´n Toorfsteeken nau römische Moorleichen uppe Schüpp´m hat, bett de sick annere Gebiete teon Steeken socht hefft. Rechts un Links van´n Knüppeldamm hefft de jedenfalls nich mehr steeken, denn dor wör auk schnell de Schüpp´m stump, wenn´se nen Römer mit nen Helm dorünner hat hefft. 

Und warum hat man Hermann dem Cherusker ein Denkmal gebaut? fragten wir und bekamen darauf von Drövelmanns Fritz die Antwort:

„De Halfaape hefft sick denn oss Schlachtsieger fiern lorten, dorbi´e hefft de gornich mitmaket, wat us allerdinggs an´n Ors vebie göng. Orbe kiekt geo doch morl in´n Lanne ümme. Künnt gi mi Denkmale zeigen, wo keine Halfaapen uppe stort? 

 

 

Klaus Störtebecker

 

Bisher haben wir uns ja nur mit der tiefen Vergangenheit beschäftigt. Aber es gibt natürlich auch Mythen und Überlieferungen, die etwas später entstanden, als die Hochblüte der Kiskeraner eigentlich schon beendet war. Denn nach Berichten unserer Medien, die ja auch später das eine oder andere Mal noch in allen möglichen Zeiten wiedergeboren wurden, waren inzwischen soviel primitive Rassen aus dem Osten und Mittleren-Osten in das westliche Europa eingedrungen, so dass man sie wohl später kaum noch auseinander halten konnte.

Wie die Heuschrecken fielen sie ein und machten sich die Siedlungsgebiete streitig, die zu der Zeit noch knapp waren.

 

So war es auch kein Wunder, dass es auch nicht lange dauerte, bis sich die ersten Gruppen aus den primitiven Rassen bildeten, die skrupellos und brutal genug waren und sich auf Kosten der Schwächeren  ein Leben in Saus und Braus leisteten. Und wir wunderten uns auch nicht, dass es sich oft um Römer handelte, die das Land unsicher machten. Sie hatten beim Schlachten und Unterwerfen der ihnen unterlegenen Rassen ja auch schon viele Erfahrungen im Umbringen von Menschen gesammelt.

 

Aber es gab zu der Zeit auch noch einige Menschen, die reines kiskeranisches Blut in den Adern hatten. Und dazu gehörte zu unserer Verwunderung auch Klaus Störtebecker, wie wir zufällig erfahren sollten. Denn als wir Rüters August in die altkiskeranische Zeit zurückführen wollten, stellte sich bei der Reise durch seine späteren Leben heraus, dass er auch zufällig zur Zeit Klaus Störtebeckers in Lavelsloh gelebt hatte.

„Eck heff den kinnt!“ sagte er.

 

„Dat wass nön Jungen van Lydia un Willem Becker, de bi us inne Nörchte wurnt hefft!“

De hefft ne graute Landwirschaft un hunnerttwintich Kopp Koije hat, de sei teo vesorgen hat hefft. Un dat wörn auk anständige Lü´e, mit de Jeder trechte kurm es. Un wurnt hefft de, wo jetzt Gosewehr siene Plün´n veköff!“ Für uns war das neu, da wir bislang glaubten, dass Störtebecker an der Küste gelebt hätte und ein sehr berüchtigter Seeräuber gewesen sein soll.

 

Aber so bot sich für uns die Möglichkeit, über Klaus Störtebecker doch Einiges mehr und vor allen Dingen, die Wahrheit über seine Person in Erfahrung bringen zu können.

Denn für uns war uns inzwischen auch klargeworden, dass von dem Geschreibsel der Geschichtsschreiber ohnehin soviel wie Nichts stimmte. Und so erfuhren wir, dass auch die allgemein verbreitete Geschichte über Klaus Störtebecker von vorne bis hinten erstunken und erlogen war. Denn laut Rüters August, war er eher mit mit Gerechtigkeits-Fanatikern und Freiheitskämpfern wie, Robin Hood, Jan D.Arc´, oder Zorro vergleichbar. Unglaublich! Aber lassen wir Rüters August selbst sprechen!

 

„Ja Junge! sagte er. „Klaus Störtebecker wass nau ein Kiskeraner van alten Schrot un Korn. Ein Seeräuber wass dat nich! Dat wör ein Mann der Gerechtigkeit, wie man de Vedage gornich mehr süt. Un up den hefft wi daumorls auk nix kurm lortn. Kiek! Oss et daumorls gümman mehr Schakale tüsken de Halfaapen gaff, de de Annern oberfall´n un olles wechnohm hefft, könn hei sick dat nich mehr mit ankieken. Hei hefft auk gümman secht: „August, de Römer hefft sick jetz tarnt. De hefft keine Bleckwesten mer anne, sonnern Kutten. De nirmt de armen Lüe olles aff. Eck kann dat nich aff!“

 

Und Rüters August fuhr fort, indem er sagte: „Junge, düsse Römer, de wi ja vörher in Varl oll dezimiert hat hefft, un denn later in Kutten ör Unwesen drib´m hefft, mössten öre Beute ja irgendwie in ör Rattennest achter de Alpen kriegen. Un wall de Transporte ober de Beerge un twass dürt Aapenland teo gefährlich wörn, hefft de sick Schippe maken lortn, wo sei de Beute uppe ünnerbrocht hefft. Kiek! Un denn hefft se de Beute ober de Wierser un obern Rhein bett anne Nordsee brocht, wo se öre Lager hön´n un denn up gröttere Schippe ümmelaat.

 

Van dor hefft de Beute denn de Reise nau Rom antreern, wo se denn in de Zentrale ünnerbrocht wörd. Ja Junge, dor wass olles genau dürorganisiert und de Lagerarbeiter hefft saugor nen eigenen Namen hat. Dat wörn de Maffiosis, de sick denn later selbstständich maket hefft. Un diu glöffs et nich, wat de in Rom för Lager hön´n. De wüssten oll garnich mehr, wo se de ganze Beute ünnerbringen kön´n.

Un mit de Tied hefft de denn ein Zwischenlager in´n Norden nor den annern inricht, wo sei de Beute stapelt hefft un de saugor Namen girbn. Kiek! dat wörn denn de „Hanse-Lager“

Wi hefft för de Stinker ja Ruhe hat, wall se bi us nützliche Erfahrungen sammelt hefft, oss wi de in Varl wecke obertogen hefft.

 

Dat hefft wi oll fast wier vegiertn hat. Orbe nich Klaus Störtebecker. Den wörn de Römer nich egal, glöfft man nich! De könne de römischen Halfaapen ja gar nich aff.  Un wenn hei watt ganz un garnich affkönne, denn wörn dat de schwatten Kutten, de bi de Römer inzwischen de Geschäftsleitung hön´n.

 

Daumorls hefft wi auk oft oberlecht, worümme de Klaus gümman de Esken un Eikenbörme bekierken heff. Bett hei denn dormit ümmere Ecke kamm, dat hei Schippe beoen weol. Dor hefft wi zwar erst sparsam kierken, orbe oss hei us denn vetellt heff, datt hei vörhörre, mit de Schippe de Römer de Beute wir affteojagen, hefft wi selbstverständlich mitmaket.

Ja Kiek! Un denn hefft wi in Lahde ne Werft inricht!“

Aber das wäre doch aufgefallen, wandten wir ein. Worauf Rüters August sagte: „Ja glöfft gi denn, dat de Römer und de Kutten sick bett nau Lahde int Kiskerland waget hön´n? De es de Ors doch teo Grund´ies gorn, wenn sei uss blau sein hefft. 

 

Und dann berichtete Rüters August, dass man erst einen Dreimaster gebaut hätte, mit dem Störtebecker erst einmal testweise weseraufwärts gefahren wäre. „Junge!“ sagte er dann. De hefft natürlich ne Schiffsmanschaft hat, de oll Grauen vebreiten könne. Dor wörn blaus Kerls bi´e, de ne unglaubliche Kelle schlorn kön´n. Ja, un watt denkt gi? De sind oll nor kotte Tied, bi den ersten Probelauf, vullbelorn wir trügge kurm. Glieks achter Minden hefft de den ersten Kuttenschoner entert un de Ware up ör Schipp ümmelagert. Un eck mot seggen, dat wass oll ne lohnende Sache!“

 

Und was hat man mit der Besatzung der geenterten Schiffe gemacht? fragten wir.

„Ja, de dat oberlierbet hefft, hefft wi in Gewahrsam nohm un denn natürlich er’s morl richtig dürwallaket un gutherzich, wie wi wörn, achterheer bi Leese anne Wierser affset´t.              Kiek, Leese wass daumorls ein Gebiet, wo de Pollakken sick ansiedelt hön´n. De hefft dor Toorf steeken, den se up Schippe velaat un vekofft hefft. Un mit den Toorf hefft de auk gornich morl sau schlechte Geschäfte maket.

 

Junge, dat wör natürlich ne faule Bande, de teon Arbeiten oberhaupt keine Lussen hat hefft.                        Un dorümme wörn de auk jedet Morl dankbar, wenn se van uss ne neue Ladung Kutten un Römer  kriergen hefft, de dat Toorfsteeken obernierm kön´n!“  

Merkwürdig! dachten wir. Könnte es eventuell sein, dass die Römer und Kutten, die Polen von ihrer Lebenseinstellung überzeugt haben könnten? Denn uns fiel in diesem Moment ein, dass das Gebiet um Leese und das heutige Polen immer noch tiefschwarz wie Tinte sind und dass die Polen nicht unbedingt alles liegenlassen, was sie anlächelt. Sei es ein Auto, Moped oder eine Klobrille.

Und nur ein Zufall kann das ja eigentlich nicht sein.

Als wir Rüters August darauf ansprachen, sagte er: „Ja Junge! De Kutten hefft de Pollakken öre Lebensphilosophie inkürt. Un dat man mit de Klauerei virl lichter dürt Lierb´m kump, oss mit Toorfsteeken.

Dat hefft de Pollakken denn auk gern annohm, wall sei ja fiul wörn. Un gi glöfft et nich! Up einmorl sind de Dunnerschlege dat Klauen anfangen, dat di för de nix mehr sicher wör. Wi hefft us dat ne tiedlang ankierken un denn dormit reagiert, dat wi dat ganze Gesockse mitsammt de Kutten in Richtung Osten jaget hefft. Junge, begeistert wörn de ja nich, orbe denn hefft de uss morl richtig kin´nlert!“ 

 

Etwas später hörten wir dann durch Rüters August, dass Klaus Störtebecker später noch zwei weitere Schiffe bauen ließ, um noch mehr von dem Diebesgut zurück erobern zu können, das man den armen Leuten auf die niederträchtigste Art geraubt hatte. Und Rüters August betonte, dass Klaus Störtebecker sehr großen Wert darauf legte, dass diese Leute, wenn es eben nur ging, ihre gestohlenen Gegenstände auch zurückbekamen. Was natürlich nicht immer möglich war, da man die bestohlenen und ausgeraubten Leute nicht immer ausfindig machen konnte.

 

Und so blieb es natürlich auch nicht aus, dass Vieles nicht abgeholt wurde und für die Menschen im nordöstlichen Kiskerland übrig blieb. Aus diesem Grund baute man auch wohl riesige Lagerhallen, deren Fundamente man ja erst kürzlich entdeckte. Aber nicht nur, dass Störtebecker den armen gebeutelten Leuten half, denn durch seinen selbstlosen Einsatz für die armen Menschen, verhalf er so auch zwangsläufig den Menschen von hier bis zur Weser zu einem gewissen Wohlstand.

 

So hat man im Ort Warmsen, unweit  der Weser, zur Zeit der Seeräuberei, Segel in hoher Qualität gewebt, die für die Mastbäume der 3 und 4 Master Störtebeckers bestimmt waren. Das war für die Leute dort schon eine gute Sache, denn Klaus Störtebecker zahlte nicht schlecht. Aber auch viele andere Orte in der Nähe profitierten von den seeräuberischen Rückhol-Aktionen Klaus Störtebeckers.

 

Selbst in Tonnenheide, obwohl der Ort doch schon ein Stück von Lahde entfernt ist, hatte man noch seine Vorteile, da man dort die schwarzen Fahnen mit den weißen Totenköpfen klöppelte oder flickte, wenn sie von starken Stürmen zu sehr zerzaust waren. Und gerade Tonnenheide konnte die Einnahmen gut gebrauchen, da es den Leuten dort schwerfiel, den Lebensunterhalt nur mit Gemüseanbau und der Wildsaujagd zu bestreiten. Zumal Tonnenheide auch noch zu den Jagdgründen der Apachen gehörte. So hat man in Lavelsloh, Ströhen, Diepenau und Nordel z.B. gutes Geld mit geschmiedeten Enterhaken und Säbeln gemacht.

Aber selbst damit noch nicht genug, denn auch die Frauen hatten ihr gutes Einkommen durch die Seeräuberei, indem sie Stippgrütze, Apfelmus, Marmelade, Erbsen, Bohnen, Wust, Pökelfleisch und viele andere Lebensmittel einmachten, die Störtebecker als Proviant mit an Bord nahm. Im Grunde hat das ganze Gebiet von der Weser bis ins Rahdener Land von der Seeräuberei profitiert und man lebte gemessen an den Nachbarn im Wohlstand.

 

Aber selbst im sozialen Bereich wurde Klaus Störtebecker tätig, wie wir von Rüters August hörten. Denn nachdem der Rahdener Puff in der Wacholder-Brennerei, aus den ja schon beschriebenen Gründen geschlossen wurde, fühlte er sich auch für die Menschen verantwortlich, denen der Puff sehr am Herzen gelegen hatte. Also richtete er von Lahde bis nach Minden einen Puff-Transfer auf der Weser ein, um so die entstandene soziale Lücke zu schließen.

 

Und dass man von dieser Möglichkeit im Kiskerland auch gern Gebrauch gemacht hat, wird man sicher auch gut nachvollziehen können. Das beweist schon allein die Tatsache, dass der später gebaute „Rahdener Postweg“ direkt nach Lahde führte und die vollbesetzten Personenkutschen im zwei Stunden Takt nach Lahde fuhren.

Aber selbst damit noch nicht genug .

 

Denn Störtebecker investierte zusätzlich noch viele Mittel, um den inzwischen etwas herunter gekommenen Mindener Puff, der schon einige tausend Jahre auf dem Buckel hatte, wieder auf Vordermann zu bringen und um die Behandlungsräume neu einzurichten. Nun, das Einrichten fiel ihm laut Rüters August wohl auch nicht sehr schwer, da er ja auf viele Dinge zurückgreifen konnte, die er den Kutten wieder abgenommen hatte. So ist es also auch kein Wunder, dass man im heutigen Mindener Puff sehr viele antike Einrichtungsgegenstände vorfindet, die noch aus Störtebeckers Zeiten stammen.

 

Und rein zufällig erfuhren wir später auch durch einen mit uns befreundeten Zigeuner, dass viele alte Gegenstände aus dem Puff, den Zigeunern in Minden zu späterer Zeit als Starthilfe dienten, als sie damit begannen, mit Antiquitäten zu handeln. Nun, nachdem wir durch die Rückführung schon sehr viel über Klaus Störtebecker in Erfahrung bringen konnten, stellten wir noch einige andere Nachforschungen an, die uns die Aussagen von Rüters August noch bestätigen sollten. Denn es stellte sich heraus, dass auch wohl heute noch eine ganze Menge Nachfahren der einstigen verwegenen Piraten im südlichen Niedersachsen wohnen.

 

So war z.B. Störtebeckers Schwager Fritz Schafmeier, Kapitän auf seinem zweiten Schiff „Lotte“ und sein drittes Schiff „Heidelinde“ wurde lange von Kurt Mußmann kommandiert. Dies sind nur zwei der Namen, die auch heute noch bei unseren Nachbarn weit verbreitet sind. So betrieben die späteren Nachfahren Kurt Mußmanns z.B. über viele Generationen hindurch eine sehr gut gehende Seemannskneipe in Diepenau, die dafür bekannt war, ausgezeichnete Buletten zu machen, die man damals auch Bullen-Köttel nannte.

 

Aber auch viele andere Namen, die mit der damaligen Seeräuberei eng verbunden waren, findet man heute noch bei unseren niedersächsischen Nachbarn.

Denn so haben Menschen in der dortigen Gegend, mit den Namen Barg, Piesel, Peper, Kanis, Vogelpohl, Becker, Gäbe, Bredemeier, Dörre, Drewes, Schniering, Menze und viele andere Namen ganz klar eine Vergangenheit, die mit der damaligen Seeräuberei auf das Engste verbunden ist.

Und bestimmt werden viele der Menschen, die einmal in eine Gaststätte in Warmsen, Bohnhorst, Lavelsloh oder Diepenau eingekehrt sind, sich auch gewundert haben, mit welcher Inbrunst und Begeisterung dort immer wieder Seemanns-Lieder gesungen werden und dass fast hinter jeder Theke große Gläser mit Brat-Rollmöpsen und Bismark-Heringen stehen.

 

Nun, das sind Seemanns-Gewohnheiten und Sitten aus alten Zeiten, die man dort pflegt, weil die Menschen, im Gegensatz zu Wagenfeld, der Wiehengebirgs-Bevölkerung und Bohnhorst, ganz einfach stolz auf ihre Geschichte sind. Und wir finden, dass das auch unsere Bewunderung und Achtung verdient.

Aber zum Schluß hatten wir dann doch noch eine Frage an Rüters August. Denn wir fragten uns, warum man Klaus Störtebecker, Störtebecker nannte, wenn er doch eigentlich Becker hieß. „Ja!“ Sagte Rüters August. „Den Namen heff de oss lütke Junge oll hat, wall hei störtert hefft. Oss hei öller wass, heff sick dat zwar etwas lecht, orbe den Namen heff hei natürlich weege hat. Wobi öhn dat nix iutmaket hefft!“

 

Abschließend hatten wir dann doch noch eine zweite Frage an Rüters August. Da wir gelesen hatten, dass man Klaus Störtebecker mit seiner Manschaft aufgehängt haben soll. Und als wir Rüters August darauf ansprachen, sagte er: „Dat stimmt! Un de Klaus hefft sick auk kaputtlachet, oss de öhn upknüppet hefft. Un weiß diu worümme? Hei heff et gewaltich inne Knooken hat, wat wall an de kauln Seeluft leegen hefft. De könne hei nich geot aff un heff sick auk virl quelt.

 

De hefft oft de Teene teohaupe biert´n, sau hefft öhn de Piene plaget. Un hei heff nau teo mi secht: „August, wenn mi dat irgendwann teo schwor fallt, lort eck mi van de Kutten upnücken, dormit sei denkt, dat sei vör mi sicher sind. Un denn werd eck mi in´t Kiskerland neu geborn lort´n, womit de Kutten gar nich reeket. De glöfft nämlich nich an de Wiedergeburt, woranne diu seine kanns, wi dösich de sind.

Orbe de werd sick gewaltich vejagen, wenn eck wir dor bin un de lang make. Man süt sick in´n Lierb´n nämlich oft tweimorl un de Kutten seit mi velichte saugor nau öfter. Dat walte

Tüting!“

 

 

 

Der Osterwald und die Osterheide

 

Nun, nach der letzten Rückführung, bei der wir viele ultimative Erkenntnisse über Klaus Störtebecker und die Kutten in Erfahrung bringen konnten, entschlossen wir uns, die Rückführungen für 1 Woche zu unterbrechen, um das hinzu gewonnene Wissen erst einmal aufzuarbeiten und nieder zu schreiben. Ein paar Tage Erholung tat uns eigentlich Allen gut nach den ereignisreichen Wochen. Einige von uns hatten auch schon wirre Träume, was sie sicherlich nachvollziehen können.

Und ich selbst war davon auch nicht ausgenommen. So geschah es öfter, dass ich in meinen Träumen in einem Zirgen-Titten-Bühl-Orchester mitspielte, ohne den richtigen Ton zu treffen, oder Potenz-Probleme beim Zwischen-Besamen hatte. Nachdem mir Rövelkamps Anna riet, mein Unterbewusstsein durch eine Wacholder-Kur zu entgiften, um es wieder auf Vordermann zu bringen, verbesserte sich der Zustand zusehens und die Träume ließen zum Glück nach.

 

An einem Samstag-Nachmittag im Oktober trafen wir uns wieder. Und kaum hatte ich bei der Besprechung am Tisch Platz genommen, kam Potts Kurt auf mich zu und sagte: „Diu, ober Frärp´m mütt wi nau mor kürn. Dor wör nau watt, watt mien Unterbewusstsein bi de lesten Rückführung nich riutrücket heff. Eck bin mi dor ganz sicher, wall eck dorvan drömmt heff, dat eck inne Goldmiene wör. Un datt wör in Frärp´m un eck glöff nich, dat de Geschichte ein Zufall wör. Dor es bestimmt wat anne. An beste, gi föhrt mi nau morl trügge!“

 

Warum nicht! sagten wir. Bevor wir etwas Wesentliches nicht erfahren, ist es sicherlich ein Versuch wert. Also ließen wir Potts Kurt noch einmal zurück führen. Außerdem hatte er von Gold gesprochen, so dass wir schon etwas mehr, als neugierig waren. Und dass unsere Neugierde mehr als befriedigt wurde, kann ich Ihnen vorweg schon versichern, denn die Ergebnisse waren selbst für uns eine fast unglaubliche Sensation, die wir nie für möglich gehalten hätten. Wie Sie es ja schon gewöhnt sind, lassen wir Potts Kurt am besten selbst reden.

 

„Kiek! sagte er. Achter Frärp´m wör ein Gebiet achtern Wauld, dor wössen blos nau Heide, Berken un anneret Krupptüges, wall de Bayern de gewaltigen Eiken-Bestände för den Knüppeldamm in Frärp´m dalmaket hefft. Un tüsken de Heide hefft iuse Vorfahren denn achterher Wacholder-Büske plant, ümme teo kieken, ob de bi de Boden-Vehältnisse dor wasset. Doch datt wör ein Schuß in den Ofen, denn de Ernte wör nich ergiebig un lohnenswert.

Dorümme hefft man sick denn auk nich mehr ümme de Büske kümmert. Aff un teo hefft de Zigeuner de Beeren wall plücket, ümme eigenen Schluck teo brenn´n. Man hefft´se denn auk wall nich unbedingt vefolget, dormit´se sick auk morl ein putzen kön´n. Un de Schlechtesten wörn de ja nich. Dor wörn iuse Vorfahren auk schon ausgesprochen großmütig!

 

Na ja! Un mit de Tied hefft sick einige van de Zigeuner dor sesshaft maket un in Telte lierbet, dormit´se de Wacholder-Büske ünner Kontrolle hön´n. De Telte hefftt´se sick van de Apatchen iut Bohnhorst maken lort´n un mit Wacholder betorlt, den sei sümms brennt hefft. Ja Junge, bién Tippi-Bau hefft de Apachen keiner wat vörmaket. Dat wör in Grunne ein Geben un Nehmen. Un de sind ünna einanna auk geot trechte kurm. Un de Zigeuner hefft in de Jagdgebiete van de Apatchen saugor up Igeljagd gorn könnt.

Datt wör oll großzügig van de Apachen, denn fürn Igel lort de Zigeuner Olles liggen.  För de es datt eine Delikatesse.

Nun, bis zu diesem Zeitpunkt erschienen uns die Aussagen von Potts Heinrich noch nicht so spannend. Denn dass Zigeuner und Indianer gut miteinander auskommen, scheint nur logisch, zumal beide Rassen nicht gerade sesshaft sind. Außerdem sind ihre Essgewohnheiten sehr unterschiedlich.

 

Wenn die Indianer allgemein mit Vorliebe Büffelfleisch aßen, ist es nur logisch, dass die Apachen in Bohnhorst als Alternative zum Büffelfleisch das deftige Fleisch einer Wildsau auch gern den Vorzug gaben. Und da die Zigeuner nur Igel, Hühner, Schnecken, ausnahmsweise mal einen Fuchs und viel Grünzeug, wie Brennnesseln bevorzugten, kam man sich natürlich auch nicht in die Quere. Also, spannend war das bisher Erfahrene nun wirklich nicht. Da hatten wir schon Besseres gehört. Doch das sollte sich ändern!

 

Als nächstes erfuhren wir von Potts Kurt, dass die Füchse schon seit vielen Jahrtausenden Tollwut hatten und sich die Tollwut früher nur beim Verzehr von Fuchsfleisch auch auf die Menschen übertragen konnte. „Wi hefft dat erst garnich wüsst!“ sagte er. „Wall wi un de annern Spezies ja daumorls keine Fösse gierten hefft, obwohl et oll in´n aul´n Kiskerland un rund ümmeteo bet an de Alpen un wiet in Afrika virle van de Gesellen gierb´m hefft. Wi un de Mur hefft massenhaft Koije un Schape hat.

In ne anneren Rückführung hefft gi ja mitkriergen, dat de Mur inne Sahara Millionen Koije hön´n, oss dor nau olles groin wör. Vedage gifft et dor ja keine mehr, wall de meisten Koije bi de gewaltigen Flutwellen vesopen sind. Un achterher wöss dor ja kein Gress mehr.

 

Kiek, un bi de gewaltigen Auswirkungen nor de grauten Flut hefft´se de Fösse, de eher oberlierbet hefft, wall olle upfreten. De Lüe hön´n ja auk nix teo et´n. Wi hefft uss daumorls oll wunnert, worümme de Spezies achter de Alpen up einmorl so fissig wörn. Un in eine genaue Untersuchung an ein Römer-Gehirn, van de wi ja Virle hat hefft, nordem wi de in Varlheide obersocket hatt hefft, heff Bergsiekers Karl un Wassmanns August bi eine gründliche Untersuchung denn auk Tollwutbefall in nen ganzen Satz Römergehirne fastestellt. Un denn hefft´se auk nau fastestellt, datt in den Virus auk nau de genetischen Bausteine van den Foss-Bandwurm sind.

 

Junge, Junge! hefft´se secht. Dat heff sick jetz inne Erbanlagen faste maket un den Charakter negativ van de Spezies veännert, de teo virl Fossfleisk fret´n hefft. För uss wör dat eine ausgesprochen negative Erkenntnis, zumal dormit de meisten Zwischen-Besamungen för de Katz wörn, de wi ober virle Diusend Johre vörnohm hefft.

Kiek, un dorümme müt wi un gi geo auk nich wunnern, wenn de Turban, Kutten un Trachten-Träger sick jeden Dach an de Gurgel gort. Dor es de Tollwut van den Foss mit inne, de van Geburt an oll veschlagen es. De Zigeuner un de meisten Türken künnt froh sein, dat´se den Foss nich mehr up den Speiseplan hefft. Süss wörn virle van De Vedage nau fissiger!“

 

Also ist die weltpolitische Lage nicht nur eine Macht und Glaubens-Sache, sondern auch das Ergebnis eines mutierten Tollwut-Virus, der auch das Gehirn befallen hat, sagten wir. „Dormit hefft gi in´t Schwatte drop´m!“ sagte Potts Kurt. „Eck heff geo dat nur nebenbi vetellt, ümme geo Durchblick teo veschaffen!“ fuhr er fort. Un jetz kump de annere Sache, de geo wall mehr interessiert. Dat graute Geheimnis van den Osterwauld un vanne Osterheide.

Un eck kann jetz oll seggen, dat geo de Schlach drepp!“

 

Sie können sich vorstellen, dass wir natürlich sehr gespannt waren. „Kiek!“ sagte er. Eck heff dat nor mien Drömm´n ahnt, dat dor nau wat Ultimatives mit de Osterheide un den Osterwauld wör. Jetz nor de Rückführung heff eck den Durchblick.

För eine kotte Tied bin eck dor in de daumorlige Tied affkommandiert wesen, ümme teo kontrolliern, ob de Schnurbartträger keine Spirenzken maket. Un denn es mi upfall´n, dat de gorkeine Lücken mehr tüsken de Teene hat hefft. Dat wör oll sehr auffällig, denn vörher hefft de Meisten van de blauß nau up ein paar Teene rümme kauet.

 

Un denn hefft de komplettierte Teene-Aparat auk nau blinket un glänzt wie de Sünne. De hefft reinet  Gold in´n Miul hat un sick Ersatz-Teene maket. Ja Junge, dösich wörn de Zigeuner nich. De wörn tirgenbi auk fingerfertg, wie wi dat ja bi de Geigen sein hefft, de sei sick in Wagenfeld maket hefft.

 

Eck heff nur staunt un oberlecht, wo de Zigeuner dat Gold her hat hefft un ne Befragung dürföhrt. Orbe de hefft mi nich secht, wie sei an dat Gold kurm sind. Eck heff henn un her oberlecht. Un denn es mi infall´n, dat in Frärp´m Bernstein-Vorkommen wörn. Un denn heff eck oberlecht, datt et ja sein kann, dat ünner den Osterwald un ünner de Osterheide Goldadern sind.

 

An´n nächsten Dach heff eck denn ein´n ausgiebigen Spaziergang maket, mi gümman wier achter de Wacholder-Strüsker vesteeken un de Zigeuner beobacht, wo sei sick henn orientiert. Un denn heff eck sein, dat de sick Richtung Wickriede maket hefft. Junge, dor wör wat los. Hunnerte Zigeuner hefft in de Mötke rinnticket wie de Bekloppten för dat Schietgold, wo diu nau nich morl ne anständige Schüpp´m van maken könns. Ganze Säcke van den gelen Tüges hefft dor rümme storn. Wi hefft de Zigeuner denn auk gewährn lort´n bi den Goldabbau, de uss nich interessiert hefft. Un iuse Wieber oll lange nich!“  

 

Uns hatte es die Sprache verschlagen und wir konnten nicht verstehen, dass die damaligen Kiskeraner keinerlei Interesse am Gold hatten, zumal Gold Heute als unbezahlbares Edel-Metall gilt. Wir fragten natürlich noch einmal nach und erfuhren von Potts Kurt, dass das Interesse der Zigeuner am Gold wohl indireckt mit der Zwischen-Besahmung der Zigeuner durch die Muhr zu tun haben müsste, da die Mur sich Schmuck aus Gold fertigten und Kunst-Gegenstände und Wände damit verzierten. Selbst Pyramiden hätte man mit Gold-Kacheln belegt, weil es in der Sonne schön glänzte.

 

Als wir Potts Kurt dann noch fragten, wie weit sich das Gebiet des Gold-Vorkommens denn erstreckt hätte, entgegnete er: „Gewaltich! Van Frärp´m bett nau Lorßel anne Wickriede lang un ünner den kompletten Osterwald un ünner de Osterheide. Wi hefft an virle Stellen mit Schüppen 3 Meter deipe Probe-Löker maket. In fast jeden Lock wör Gold un oft Klumpen wie´n Bostkopp-Appel.

De Zigeuner sind ja nur bi ein paar Tonnen fündig worn un hefft dormit nebenbi Geschäfte maket, de wi sei auk gönnt hefft. Orbe eck denke, dat dor nau einige Hunnert Tonnen ünner de Ern ligget, wenn nich nau virl mehr.

Einige Hundert Tonnen? Fragten wir ungläubig.

„Un wenn nich saugor mehr oss datt!“ fügte Potts Kurt hinzu.

 

Wir haben natürlich lange überlegt, ob wir das Ergebnis dieser Rückführung durch Potts Kurt wirklich veröffentlichen sollten, da natürlich die Gefahr bestehen würde, einen Gold-Rush im Osterwald, auf der Osterheide und an der Wickriede bis nach lavelsloh zu verursachen. Aber wir denken, dass Jeder ein Recht auf die wirklich wahre Geschichte hat und es widerstrebt uns einfach, sie den Menschen vorzuenthalten, wie es unsere hochdekorierten Geschichtsforscher tun.

Und wir sind uns natürlich auch der Gefahr bewusst, dass unsere Bundes-Regierung die Bundeswehr zum Osterwald und zur Osterheide schickt, um die Goldmienen zu sichern, da ihnen ein Goldregen bei der gegenwärtigen Staats-Pleite gerade Recht käme. Der Staat wäre saniert. Außerdem wäre im Osterwald und auf der Osterheide mal wieder richtig was los, ähnlich wie in der damaligen Zeit und es würde ja auch einem guten Zweck dienen. Und eine längst überfällige Verdreifachung der Diäten unserer Politiker wäre durch den Erlös aus dem Gold-Abbau auch gesichert.

 

Abschließend hoffen wir natürlich, dass man die wenigen Bewohner des Osterwalds und der Osterheide nicht enteignet. Ob es nun die Möhrings, Rieken, Schlenskers, Grammschlürkens, Krögers, Brandts, Fiestelmanns, Hülshorsts, Wöstehoffs, Böschemeiers, Tegelers, Kuhlmanns, Bergsiekers, Feldmanns und etwas später auch Demanns und Schlottmanns sind, ganz gleich welcher dieser kiskeranischen Namen. Sie und ihre Vorfahren waren viele Tausend Jahre im Grunde „Die Wächter des Goldes“ Und es wäre, wie wir es sehen, eigentlich eine moralische Verpflichtung des Staates, ihnen zumindest ein Denkmal zu bauen, auf dem ihre Namen stehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Adel

 

Als wir mit unseren Aufschreibungen der letzten Rückführungsergebnisse auf dem Laufenden waren, wollten wir natürlich auch gern erfahren, wie die Geschichte unserer Heimat sich später weiter entwickelte. Aber es fiel schon sehr schwer, eine geeignete Person zu finden, die wir in das Mittelalter zurückführen konnten. Zumal es in dieser Zeit nicht viele Kiskeraner gab, die in diese Zeit hinein geboren werden wollten. „Dor hefft wi kein Interesse anne hat un wörn wat beteres gewöhnt!“ sagten die Meisten. Aber letztendlich fanden wir nach langer Suche zum Glück doch noch geeignete Personen, durch die wir die wesentlichsten Geschehnisse während der Zeit in Erfahrung bringen konnten, als der Adel sich bildete. Wofür wir auch sehr dankbar waren.

 

Es handelte sich um Rüters Anton und Stuken Fritz, die uns von Luwise Telgheder empfohlen wurden. „Eck bin mi ganz sicher, dat de daumorls in de Teid van Mittelalter lierbet hefft!“ sagte sie. „Wall de, oss eck nau ein lütket Kiend wass, inne Norberskopp wurnt hefft. De wirt´t dor bestimmt ne ganze Masse ober, wall de daumorls oll auld wörn. Eck süms heff dor ja nich virl van mitkriergen, wal eck van ein´n weil´n Schwien biert´n worn bin un dat auk nich oberlierbet hefft, wall eck mi ne Bleotvegiftung inföng. Kiek, eck wör ja auk er’s sess Johre auld!“

Nun, die Rückführungen mit Rüters Anton und Stuken Fritz sollten die anderen vorherigen Rückführungen, noch um Einiges übertreffen. Zwar nicht an Sensationen, aber dafür an brutaler Gewalt. Und wir müssen ganz ehrlich sagen, dass wir lange überlegt haben, die Ergebnisse der Rückführungen, die wir durch unsere beiden Medien erfuhren, zu publizieren. Denn es war nicht selten, dass sich uns vor Schrecken und Grauen der Magen umkrempelte.

 

Aber hören Sie selbst, wenn sie sich den Magenbitter eingeschenkt haben, zu dem ich Ihnen ja vorher schon geraten hatte. Denn Stuken Fritz sagte: „Junge, Junge, daumorl göng olles drünner un drober, un de Lü´e wörn sick Nirgens mehr sicher!“

Wi sind mit de Halfaapen ja nau trechte kurm, de gümman nörger keim´n un hefft wall nau ein por Grenzstreitigkeiten mit de hat.

 

Orbe in´n graut´n Ganzen göng dat denn ja mit de Tied, oss wi de erst morl in den Ors treern hefft. Up einmorl hefft dat klappet, dat´se öre Clans wiet geneoch van uss achtern Beerge, in´n Osten un anne Küste affsteeken hefft. Kiek, de hefft de Börme denn dalmaket, pleuget un Gassen inseiet, sind aff un teo uppe Jacht gorn un sind denn auk mit de Tied miteinanner iutkurm.

Un wi hefft auk wall wüsst, dat de Spezies achter iuse Grenzen olles Halfaapen wörn, orbe solange de nich ober de Grenzen keim´n, hefft wi de auk gewährn lorten. Dat hefft de orbe auk ollerne wegen de Zigeuner nich mehr waget, ober den Beerch teo kurm, wall de mit de kott´n Prozess maket hön´n.  Junge, orbe dat mit de Ruhe hefft achter de Grenze nich lange durt.

Dor wass ein Geschrei un Spektakel, dat wi oll glöfft hefft, dat de sick olle gegensietich ümmebringet. Wi hefft natürlich norkierken, wat dor los wör un hefft iusen Augen nich trauet. Denn wie dachten erst, de Römer keim wier, wall de velichte up Rache iut wörn. Un denn auk nau mit Peere! Orbe dat wörn nich blaus Römer.

De hefft inzwischen nen ganzen Tropp Handlanger dorbi´e hat, de sei sick iut de Halfaapen teohaupe socht hefft. Ein Dorp nor den annern hefft de oberfall´n un de Lü´e einfach affschlacht un mitnohm, watt ör gefall´n hefft. Glöfft et sicher, de wörn wie de Wölfe un hefft saugor Schwerter wie de Römer un Bleckwesten annehat.

 

Gi künnt geo bestimmt vörstelln, dat wi denn hellewach wörn un upasset hefft, ob de auk int Kiskerland kurmt. Ja Junge, einmorl hefft de dat ja auk vesocht, ober de Grenzen teo kurm. Orbe de hefft denn van uss un van de Zigeuner ne Naht kriergen, wo se auk nich dösiger van worn sind. Un dat mott sick bi de auk wall gewaltich rümmekürt hem´n, denn achterheer hefft wi blaus nau ganz selten ein van de Aapen, mit de Bleckwesten bi uss sein.

Ritter hefft´se teo de secht.

 

Junge, wat hefft de stunken! Wasket hefft de sick bestimmt nich. Un auk wall blaus inne Böxen miergen un schierten, wall de teo fiul wörn, van´n Peerd teo stiegen. Uss hefft denn natürlich auk interessiert, wat achter iuse Grenzen oberhaupt los wör un hefft mit sess Mann morl nen lütken Spaziergang dorhenn maket, ümme uss teo informiern. Un nordem wi ünnaweges ein´n Tropp Peere de Freiheit schonken hefft, wall wi se van de Reiter befreien kön´n, hefft de Lü´e uss vetellt, wat obahaupt los wör.

 

Kiek! un denn heff eck auk den Klaus Störtebecker vestorn. Denn de wüsste ganz genau, wat passiert. Orbe maket jetzt morl mit Stuken Fritz ne Rückführung. De hefft dat nau genauer mitkriergen, watt dor olles passiert es. Un mi es auk oll abelich, wenn eck blaus an de Tied van Daumorls denke. Eck mott an de friske Luft!

Nachdem Rüters Anton nach draußen gegangen war, baten wir Stuken Fritz, auf der Couch Platz zu nehmen und führten ihn in eines seiner vorherigen Leben zurück. Und von ihm hörten wir dann, wie sich der Adel gebildet hatte.

 

Und das Prinzip war scheinbar auch wohl immer das Gleiche! 

In Furzheim liegt ein großer Stein im Wald, an dem sich vor 1.600 Jahren Fritz Stinker mit seinen geisteskranken und chaotischen Kumpels eine primitive Hütte zusammen gepfriemelt hat, in der sie herumgammeln und saufen. Jeder weiß, dass Fritz Stinker eine ausgesprochen faule Sau ist und dass er nur Fressen, Bumsen und Saufen im Kopf hat. Kochen kann er nicht, arbeiten will er erst recht nicht, Wein und Marmelade machen kann er schon lange nicht und die Frauen ekeln und schütteln sich vor ihm.

 

Er sammelt weitere Halunken und faulen Säcke um sich, stiehlt Pferde, sammelt die in die Botanik geworfenen Schwerter der geflüchteten Römer ein, dazu noch Keulen und Messer für seinen perversen geistlosen Verein und überfällt die umliegenden Siedlungen. Als Erstes nimmt er die Dorf-Schönen zum Bumsen mit, schlägt ganz nebenbei noch ein paar dazugehörige Männer tot und nimmt mit, was er gebrauchen kann. Abschließend verkündet er den Siedlern, dass sie nun ihm gehören und er in Zukunft jährlich 50 dicke Schweine, 300 Hühner und 80 Zentner  Getreide haben will.

 

Zusätzlich möchte er auch noch reichlich Männer für den Burgbau abgestellt bekommen, die natürlich richtig was hermachen soll, nimmt noch ein paar Frauen als Zugabe mit, die ihn bekochen und baden sollen und erklärt den entsetzten und so schon übel mitgespielten Leuten, dass ihnen, wenn sie nicht spuren und gehorchen, eventuell der Kopf, Gemahlin oder sogar der Schniedel fehlen würde.

Wobei, beim Letzteren die Männer natürlich besonders das Grauen packte, da sie für den Schniedel das eine oder andere Mal schon noch Verwendung hatten und auch nicht gerne wie ein Mädchen pillern wollten.

 

Und da er schon mal dabei war, seine Wünsche zu äußern, erklärte er, dass er auch außerdem die Pferde regelmäßig gewaschen haben möchte und dass die geplante Burg sauber gehalten werden sollte, worauf er sehr großen Wert legen würde. Und nachdem er dann auch noch ein paar Männer abstechen ließ, um seinen Wünschen auf diese Art etwas mehr Nachdruck zu verleihen, nannte er sich dann auch nicht mehr Fritz Stinker sondern Fritz von und zum Stein und fertig war der Adel.

 

Von diesen Beispielen gab es damals Viele und man gab sich alle erdenkliche Mühe, sich einen markigen, wohlklingenden Namen auszudenken. In dieser Zeit wurden dann Grafen, Barone, Freiherren, Fürsten, Hoheiten, Prinzen, Herzoge und jede Menge andere hochtrabende und bescheuerte Titel erfunden, damit die Welt sehen konnte, dass man zu den verdienten Säcken gehört, die sich die hilflosen kleinen Leute untertan gemacht hatten.

Und darauf war man dann auch ausgesprochen stolz.

Denn sie haben ja auch schon eine Menge Blut dafür vergießen lassen müssen und solange es nicht ihr eigenes Blut war, hat es die perversen Herrschaften Von und Zu auch wohl nicht besonders interessiert.

 

Heute versucht man den Leuten in vielen Rüschen-Filmen, Rüschen-Zeitschriften und bei Promi-Bällen sogar noch klar zu machen, wie toll und wichtig diese „Adeligen“ sind. Und wahrscheinlich meinen sie auch noch, dass man  ihnen selbst heute noch für die vielen perversen Schweinereien, die ihre Vorfahren anrichteten, huldigen müsste.

Und man glaubt es kaum, es gibt tatsächlich einen Haufen bekloppte Menschen, die das auch noch tun, so pervers das auch klingen mag.

 

Als wir Klötenkamps Ernst auf den Adel ansprachen, sagte er: „Wenn wi dat Olles vörher wüsst hön´n, wie de Römer un de annern Halfaapen sick entwickelt, hön´n wi oll daumorls ganz an Anfang mit de kotten Prozess maket. Denn för de Kiskeraner gafft et nix Schlimmeres, oss ein parasitenhaftes Lierbm up Kosten Annerer teo föhrn. Kiek morl, in de virlen diusend Johre in iuse Geschichte, hefft wi auk niemorls einen Titel dregen. Dat wör uss nie in den Kopp kurm. Dat walte Tüting!“

 

Und von Stuken Fritz erfuhren wir dann auch, dass eine Siedlung nach der Anderen von faulen, brutalen, raffgierigen Halunken-Banden unterworfen und ausgeplündert wurden und dass sogar die Mütter nach der Entbindung ihre Milch für die Miezen bei Hofe abliefern mussten, damit diese ein schönes und glatteres Fell bekamen.

„Ja Junge!“ sagte er. „De hefft natürlich in kötteste Tied ein Vemögen un Schlösser hat, dat wi erst dacht hefft, dat maket de, dormit wi glöfft, dat se sick mit den Wohnungsbau nich achter uss vesteeken mütt. Bett wi denn dorachter stiergen sind, dat dat gornich nich de Grund wör.

 

De hefft sick nämlich dür de Düreinannabösserei nau wieter trügge entwickelt oss de Aapen.

Junge, wat hefft wi uss vejaget. De hefft sick mit den Charakter bett nau de bleotrünstigen Saurier trügge entwickelt, de et vör Millionen Johre gierbm hefft. Un dat wi dor denn nix mehr anne maken kön´n, künnt gi bestimmt vestorn. Dat wör vör uss ne Nummer teo graut un eher ne Sache vör de Götter wesen.

Wi hefft denn auk lange briuket, bett wi dormit trechte kurm sind. Denn de ganzen Zwischenbesamungen hefft lestendlich nix brocht. Dat wör för uss oll ne Enttäuschung. Kiek, un oss de denn olle Siedlungen un Clans ünna sick updeilt hön´n, hefft de för öre Ritter, keine Beschäftigung mehr hat.

De wörn denn praktisch arbeitslos un hefft sick blaus nau anne Klöten spierlt. Bett de denn up de Idee kurm sind, morl teo kieken, op et nich annere Adelige gaff, de nich ganz sau virl Ritter hat hefft. Denn hefft´se de oberfalln un den öre Burgen un Besitz auk nau in de eigenen Tasken steeken.

Dat wörn denn de ersten grötteren Kriege.

Un dat de adeligen Säcke ünnereinanna de Docht gorn es, kann man auk doran sein, dat de sick gümman gewaltigere Burgen maket hefft, dormit ör nix passiert un de Kopp velustich werd. Un gi glöfft et nich, wat denn los wör. De armen Minsken hefft sick för de Aapen affsteeken lort´n mösst, wie de Schwiene, wall man se dorteo twungen hefft. Kiek un achterher bleibm blaus nau ein por ober, de sick Olles deilt hefft.

 

Dat wör denn de „Hochadel“ wie z.B. „Graf Ernst August von Ötzen“ „Karl von Hofheim un Teck“ „Emil von Pissbach und Furzhausen“ „Derer von Schafsburger“ „De Doofenzollern“ „Derer von Wichsenstein“ un sau wieter. Kiek, un et giff Vedage ja auk nau Lü´e, de zwar nen adeligen Namen, orbe kein Schloss un keine Burg mehr hefft. De hefft dat an annere Stinker velorn, de mit öre Ritter-Truppen teo stark wörn.

Un oss de Lesten, de oberblierbm sind, denn olle mächtich wörn, hefft de denn natürlich auk nich mehr waget, sick gegensietich anteogriep´n un hefft er’s morl teosein, dat ör Vemögen teohaupe blierbm es. Ja Kiek! un dat göng denn ja auk blaus, wenn öre Blagen düreinanna bösset hefft.

Wat de ja auk Vedage nau maket. Un denn mott man sick ja auk nich wunnern, wat dorbi´e riutkurm es. Un man kann dat velichte auk dormit veglieken, wenn man nen dürgeknallt´n Ziergenbock mit nen Krokodil krüzt. Orbe trotzdem hefft de gümman wieter kierken, ob sei nich nau irgendwo Beute maken kön´n. Denn dorvan hefft de ja Kenntnisse hat.

Ja, un denn keim´n de Kutten wir int Spirl. Erst hefft de Kutten de Lü´e dat wechnohm, wat de annern Stinker obersein hefft. Un denn hefft de Kutten mit de Stinker ne Interessen- Gemeinschaft maket. De wörn nämlich oll lange fissich, dat ör de adeligen Stinker de Geschäfte kaputt maket hefft.

 

Kiek, un denn hefft´se sick de Kreuzzüge infall´n lort´n un sind teohaupe mit de Adeligen ober de Alpen balget, ümme up de annern Siete Beute teo maken. Dat wör oll nich schlecht organisiert, denn in Rom hefft de ja öre Zentrale hat, wo olle Fissen teohaupe laup´n sind. Un wie gewaltich de Beute wesen es, kann man doranne sein, dat man dat achthunnert Johre maket hefft. Orbe irgendwann hefft de Lü´e uppe annern Siete vanne Alpen un inne Gegend van iusen auln Kiskerland denn Vestand kriergen un de Kutten un Ritter olle teohaupe in Empfang nohm un dürlasket.  

 

Junge, wat hefft de Kutten un annern Halunken sick dor vejaget. Niu wass dat nich mehr so einfach, morl güste Beute teo maken. Dor wör up einmorl ne Macht, de man nich güste platt maken könne. Sei hefft denn lange oberlecht, wat man maken kann, bett sei up de Idee kurm sind, auk teohaupe teo agiern. Kiek, un wall ja einer de Leitung hem´n mösste, hefft man sick nen König un achterheer nen Kaiser maket, de denn de Aufgabe hat hefft, ein´n annern Land den Krieg anteokünd´n.

Un olles Annere kinnt gi ja süms!“

 

Sie können sich vorstellen, dass wir eine lange Zeit still waren, denn im Grunde hatten wir uns den Ablauf der Geschichte der letzten 2000 Jahre auch so vorgestellt. Aber so hatten wir wenigstens noch eine Bestätigung für die unglaubliche Brutalität der Vorfahren unserer späteren Prachtbolzen in unserem Land. Außerdem wissen wir jetzt auch, wie die Kutten und der Adel zu ihrem unermesslichen Reichtum gekommen sind, den sie heute eigentlich nur noch verwalten müssen.

 

„Un glöfft man nich, dat de dorvan wat an de Armen affgierbet!“ sagte Rüters Anton.

„Oss eck nämlich vör twintich Johre, in Ossenbrügge teo ne Hochtied inlaat worn bin un in ne ketaulske Kerken wör, hefft Benkers Helmut, dat wör de Brügamm, de lütke Feotbank körp´m weold, wo hei mit siene Zukünftige uppe dal kneien mösse.

Junge, de hefft Diusend Mark dorfür bo´en un de Trachtenträger mit de grautn Müssen hefft de trotzdem nich veköfft. Dat stell di mor vör!“ För Diusend Mark hön´n de twei exclusive Sofas körp´n könnt, wo man beter uppe sitten kann, oss up ne Feotbank.  Dor kannse ja saugor uppe liggen!

 

Orbe dor kannse auk anne sein, dat de an ehrliche Geschäfte obahaupt kein Interesse hefft! De hefft blaus Ahnung van Raubzüge un Beute maken. Un dor künnt gi uss Vedage nau dankbar sein, dat wi dat Kiskerland de ganze Tied kuttenfrei hauln hefft. Ja Junge, ümme uss hefft de gümman nen grauten Bogen maket un wi hefft de auk oft geneoch de Fresse poliert, dat glöfft man! Kiek! un oss de virl later bi Nacht un Nierbel in iuse Brennerei intogen sind, de ja oll vewahrlost wör, glöfft man nich, dat de sick dor riut waget hön´n.

 

De hefft uss kinnt! Erst virl later hefft de et waget, den Kopp iut de Dür teo steeken.

Junge! un denn hefft de orbe auk nau ganz vorsichtich ümmere Ecke kierken, ob dor nich einer van uss mit ne Plattschüppen storn hefft!“

 

 

Kiskeranisches Arbeits-Konzept

 

Viele werden sich nun abschließend  fragen, wovon die Kiskeraner denn eigentlich lebten und was sie gearbeitet haben, um Geld zu verdienen, weil wir ja nichts anderes kennen. Doch nach Aussagen aller Personen, die in ein Leben während der Zeit der Kiskeraner zurückgeführt wurden, hat es damals Geld und eine Arbeitswelt wie unsere, überhaupt nicht gegeben. Und   hohe Beamten, Abgeordnete, Minister, Ministerialräte, Geheimräte und viele andere Merkwürden mehr, hätte man sich schon mal gar nicht vorstellen können.

„Kiek!“ sagte Brammeiers August.

 

„Düsse Lü´e mit de gewaltigen Titel sind de Hinterlassenschaften van de Römer, Kutten, Adeligen, de süms keine Lussen teon Arbeiten hat hefft. Un dorümme hefft de denn Handlanger socht, de ein schlechten Charakter hat hefft un un ör bi´en Beute indriebm gefällich wörn un hulpm hefft. De hefft´se denn Beamte nennt.

Un dormit de dor auk stulte rupp wörn un sick bi´en Beute maken un Lü´e melken richtich anstrenget, hefft´se de gewaltige Namen girb´m, wie Oberstudienrat, Staatssekretäre, Minister, Regierungsinspektoren, Leiter des auswärtigen Amtes, Stellvertreterner Direktor des Auswärtigen Amtes, Inspektor der Schmiergeldverteilungsstelle un wat weit eck, wat süss nau Olles.

 

Kiek! un dat Einzige, watt sick veännert hefft, es, dat de keine Ritter mehr lausschicket, de de Beute affhaalt. Dorföhr hefft de bet Vedage de Beamtem. Und dann erzählte er während der Rückführungen, dass die zusätzlichen Leute neben den Adeligen, die sich nun auch auf Kosten der armen Leute ein angenehmes Leben machten, im Laufe von Jahrhunderten immer dreister geworden wären.

Und dass sie mit der Zeit auch gesteigerten Wert darauf gelegt hätten, ihre Faulheit und ihren Pinkel-Dünkel öffentlich zu zeigen. Anfangs waren es ja nur die damaligen adeligen Ausbeuter, die wie Schwuchteln herum liefen, doch nachdem man die hohen Beamten eingeführt hatte, die die Interessen des Adels vertraten, legten auch diese nach gewisser Zeit großen Wert darauf, als Zugehörige der einnehmenden und entarteten Gilde  erkannt zu werden, damit man ihnen gebührenen Respekt zollen konnte.

 

„De hefft sick riesige Perücken up den Wirsing liemt!“ sagte Fritz Beerhorst.

„Un denn hefft´se sick auk nau anmalt un gewaltige nuttenhafte Wellen in de Hore maket, wo man nich anne vebie kieken könne.

Dat wör natürlich wat för de Schwulen. De wörn helle begeistert. Kiek morl, in England dreget´se de Horpracht inne Gerichte Vedage nau. Un dorümme es et auk kein Wunner, dat sick dor de Achterlader in´n Gerichte ümme de Plätze kloppt.

 

 Junge! wat hefft de sick för unglaubliche Kunstwerke up den Deetz set´t, blaus ümme richtich upteofalln. Dor wörn Kohlenömmers mit nen Bommel bi´e, gewaltige Heexternnester, 1 Meter hauge Spitztiutn, dormit man den plattn Kopp nich süt, woiste Turbane un saugor Körbe mit Gemüse inne. Phantasie hefft de oll hat. Un wat för de ganz wichtich wass, wör de Schminkkuffer, wo sei olle Farben inne hat hefft, mit de se sick anmaln kön´n.

Ja Junge! un denn hön´n gi morl de Blusen un Böxen sein mößt, dor kön´n denn orbe auk de grötzt´n Schlorpmüssen nich mehr anne vebie kieken. Eck sech geo, dat wass denn auk blaus saun Kieken, bett de fein´n Aapen in ganz Europa olle sau rümmelaup´n sind.

 

Van de Wieber nau ganz teo schwiegen, de wörn nix beter. Ja Kiek! un denn hefft ne Erfindung Olles ännert, de wie ne Bombe inschlorn hefft. Denn in´n Johre 1566 hefft sick de schwule Richter Kaspar Linguott in Paris denn de Fleige ( Fliege ) iutdacht, de et ja  Vedage nau gifft un auk nau virl Vewendung find. Un et hefft denn auk nich lange durt, bett de Fleige ein Erkennungsmerkmal för de Schwulen wör, van de et daumorls unglaublich virl tüsken de Beamten gierb´m hefft. Orbe dat mott eck seggen!

De eine un Annere van de unterprevilegierten Kerls, de ein´n strammen Ors hat heff, hefft dat auk iutnutzt un sick auk ne Fleigen oss Schwulen-Merkmal an den Hals maket. Up de Ort un Wiese kön´n se öre Haushalts-Kasse upbetern, wenn´se den Ors zur Vefügung stellt hefft. Dat wörn, so gesehen, de ersten Strichjungens.

 

Orbe denn kamm de Erfindung van den Geburtshelfer un Hofarzt Linus Krawatt, de de Fleigen uninteressant maket hefft. Hei hefft sick nämlich knappe ein Johr later de Krawatte iutdacht. In Grunne genommen heff hei de Krawatte daumorls sauwat wie eine Erste Hilfe Erfindung iuttüftelt, de iut Seide wass. De wör nämlich erstens oss Klötenschutz dacht un man könne flott dorupp trügge griep´m, ümme sick watt affteobie´n, wenn man ne deipe Fleischwunde hat hefft.

Kiek! un denn hefft man de auk gerne nohm, ümme sick dormit den Reim´n in´n passenen Moment bie´n Bössen affteobie´n, dormit et nich teo ne Besamung kamm. Dorbié wör natürlich ne gewaltige Konzentration erforderlich.

 

Ja, un wenn daumorls bi de adeligen Stinker ein Kiend geborn wörd, hefft et sick de adelige Erzeuger nich nierm lort´n, bi den blauen Balch de Nabelschnur mit de Krawatte süms affteobie´n. Dat hefft de sick nich nie nierm lort´n. Un wall de Halfaapen de Krawatte flotter parat hem´n weoln, hefft´se sick de denn anne Gurgel nükket, wie sei dat Vedage ja auk nau maket. Un wenn eck geo nen Rat gierb´n kann, denn biend geo keinen Schlips ümme. Süss glöfft de Lü´e, dat gi auk teo de Halfaapen hört.

Wi Kiskeraner hefft düsse Grapp´m auk nich kinnt. Un denn hefft wi dat auk nich nörich hat, wi hön´n auk so oll Schlach geneoch bi de Wieber, wall wi in´n Berre gümman Hochleistung brocht hefft!“

 

 

Kunst

 

Wenn man heute ansehen muß, was alles der Kunst zugeordnet wird, muss man sich schon sehr wundern und man fragt sich, ob man zu primitiv, zu dumm, oder sich in einem falschen Leben befindet. Wahrscheinlich ergeht das Ihnen auch so. Scheinbar gibt es eine normale Kunst für die normalen Menschen und eine ganz besondere Kunst, die wir einfach nur nicht begreifen. Und  um Gewissheit darüber zu bekommen, ob wir eigentlich zu dumm sind, fragten wir Möhrings August, wie er denn die Kunst sieht.

 

„Kiek!“ sagte er. „Kunst es bi de normalen Minsken datt, wat geot iutsüt. Wenn ein Bildhauer iut Marmor ein schönt Lüt maket, wo nix anne fehlt, es dat Kunst. Un wenn dor denn auk nau anstännige Orsbacken un ne anstännige Bost anne es, kann man auk van hohe Kunst kürn. Genausau es dat bi de Biller un bi de Musik. Denn wenn diu bi de Biller nich süs, wat dat Gemalssel dorstelln schall, es dat Mess. Un wenn di be de Musik de Klöten zwirbelt, es dat ein Bewies dorvör, dat dien Unterbewußtsien dat nich aff kann un diu maks an besten nen Abgang. Dat es auk oll Olles!“ 

Sie werden sich sicher vorstellen können, dass uns diese Aussage gut tat. Denn in den vielen Stunden, die wir inzwischen schon beieinander waren, hatten wir uns schon des Öfteren über die Kunst unterhalten und uns gefragt, ob wir eventuell einen primitiven Geschmack hätten, da wir mit einem Großteil Dessen, was man uns als Kunst vorführte, nichts anfangen konnten. Dann fuhr er fort, indem er sagte:

„Glöfft gi denn, dat de Halfaapen nen gesun´n Vestand hefft? Kiek! un dorümme künnt de ja auk kein normalet Kunstempfinden hem´n. Schmiet ei´n Schimpansen doch morl ein schönet Bild mit nen blecksterten Wief in den Käfig. De hollt sick dat obern Kopp, orre hei bitt in den Rahm.

 

Un genausau es dat mit de Snob´se. Mit de richtigen Kunst wirt de auk nix anteofangen. De sind teo dösich, de oberhaupt teo begriep´m. Dorvör hefft de sick denn öre eigene Kunst maket, de sei sick bi de Aapen affkierken hefft. Ja Junge, dor sind denn Schlont´n bi´e, dat diu glöffs, de hefft dat up de Müllplätze teohaupe socht. Schicket doch morl teon Spors nen Aapen up ei´n Müllplatz, de kickt sick auk bi den Mess wat wech.

 

Dat wör ja nau nich sau schlimm, wenn se sick de Snobse den Mess in öre Behausungen stellt, orbe de lort sick den Mess ja auk nau  extra van Aapen maken, de in´n Koppe ganz düreinanna sind un gierbet auk nau nen Haup´m Geld dorvör iut, watt se de armen Lü´e affnohm hefft. Un denn maket de auk nau richtige Ausstellungen mit den Mess, glöff et sicher. Eck bin ja morl blaus sau teoen Spors mit nen Zigeunerkumpel in eine Ausstellung van de wesen. Junge, Junge, watt sind dor vör Spezies rümme laup´m.

 

De hefft olle nen Schlips un ne Fliege ümme hat. Un denn wörn dor auk blaus previligierte Aapen un normale Lü´e hess diu dor gornich sein. Un wie wichtich de sick vörkurm sind! Diu glöffs et nich! Eck heff mi richtich vejaget un dacht, eck wass wier in´n auln Kiskerland, in de Tied,oss wi nau gor keine Zwischenbesamungen vörnohm hat hefft.

Un de Wieber hön´n gi morl sein mösst.

Dor wörn unglaublich greuliche Zwilln bi´e, dat mi fast de Schlach dropen hörre. Un wie de denn auk nau mit Kennerblick an de Aapenkunst rümme kierken un sick Notizen maket hefft, gi glöfft et nich! Wi hefft denn auk de Flucht antreern un hefft uss denn leiber in ne´n Puff orientiert. Kiek! un genausau es dat mit de Musik, denn mit richtige Musik künnt de auk nix anfangen.

 

Dor hefft de kein Gehör för, wall den öre Membrane wie bi de Aapen inricht sind.

Denn de werd auk blaus hellewach, wenn rümmequieket, rümmejault un Tekno-Rabatz maket werd. Wi hefft uss ja morl de Mühe maket un in den Ströher Zo bi de Aapen ein schönet aulet Kiskeraner Lied vörspierlt, watt wi daumorls gümman gerne hört hefft un wat later auk int hauchdütske oberset´t worn es.

 

Dat Lied hett: „Der Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den Schweinestall und schießt die Sau kaputt – Drei Löcher in die Futt!!! Dor hefft de Aapen gornich bi upkierken. Orbe oss wi denn ne Opern-Arie affspierln lort´n hefft, dor hött´se de Aapen morl sein mösst.

De sind reinewech dürdreiet.

Wörn gi oll morl in´n ein van de virln Opernhüser, de sei sick auk van geo betaaln lortn hefft? Dat mütt gi morl maken. Denn wenn gi dor inneween sind, hefft gi auk keine Fragen mehr. Dor sind de Spezies denn ganz ünner sick, hanget sick mit alberne Orden vull un schmücket sick wie de Paradiesvürgel, de an´n Ors oll einige Feern velustich worn sind. Un denn ölt se sick auk nau gegensietich de Tasken vull.

Ungefähr wie: „Mit Verlaub, gnädige Frau Tussenrieder, exelent, wie sie ihren Möpsen, mit Hilfe des über alle Maßen geschmackvollen Kleides von Dior, mit ihrem überaus großem Sinn für Geschmack, die ganz besondere Note und Charme verliehen haben. Charmant, Charmant!“ Dorbi´e hefft de Nippelzwille blaus de Hängetitten wechtarnt.

Glöff et sicher! Dor packse di doch an´n Kopp!

 

Un denn mütt gi geo auk morl de Texte bi den Gejaule in de Opernhüser anhörn. Bi de Aapensprache fallt geo nix mehr in, wenn de jault: „ Er stirbst, er sturbst, er ist gesturben!“ orre „ Was verbirgest du dich dort im grusligen Tann, komme er heraus, aus des dunklen Geflichte, daß unser Auge ihn schaue, den Hurdian unter des gruslich Gezweiges!“

Un denn quasselt de Plattköppe auk nau watt van Pisa-Studie un Rechtschreibreform.

Ja Junge, dat hörre bi uss in´n Kiskerland einer wagen mösst, sau ein´n Mess teo jubeln. Den hön´n wi glieks mit Runkel un Wirsing van de Bühne torpediert.

Ollerne oll wegen de wieln Schwiene, de bestimmt de Kurve kratzt hön´n!“

 

 

Korn-Kreiszeichen

 

Wir hatten nun schon so viele Rückführungen vorgenommen, so dass es auch kein Wunder war, dass wir durch die unglaublichen Ergebnisse in gewisser Weise gestresst waren. Zu viel war auf uns eingestürzt, das wir erst einmal verarbeiten mussten.

Und so beschlossen wir, die Rückführungen erst einmal zu beenden, da es auch für alle Beteiligten sehr anstrengend war. Aber am Ende wollten wir uns aber noch einmal in gemütlicher Runde ganz entspannt zusammensetzen, um etwas Abstand von den letzten Wochen zu bekommen. Und wo hätten wir das besser machen können, als in der Nähe der früheren Wacholderbrennerei.

 

Also beschlossen wir, uns in der Gaststätte am Rahdener Museumshof zu treffen, um bei dem einen oder anderen Wacholder, die letzten Wochen Revue passieren zu lassen.

Und während wir in gemütlicher Runde beisammen saßen, nachdem wir schon ein paar Wacholder getrunken hatten, präsentierte uns Tütings Heinrich eine Zeitschrift, die er vom Nebentisch geangelt hatte.

 

 „Wat es dat?“ fragte er. Wir schauten hin und sahen, dass er auf die Bilder der Titelseite zeigte. Das sind Kornkreiszeichen, sagten wir, die man in den letzten Jahren schon häufiger in verschiedenen Kornfeldern gesichtet hat. „Eck heff de nau gornich sein!“ sagte er. „Wie virle heff man dor oll van iutmaket un wörn dor oll Teiken bi´e, wo Wacholderbüske mit Beern uppe wörn?“ fragte er.

Ich antwortete ihm, dass man diese Zeichen eigentlich schon seit 20 Jahren beobachtet und sie in der letzten Zeit, vor allem in Schottland, nur immer häufiger auftauchten und dass ich Zeichen, mit darauf befindlichen Wacholdersträuchern eigentlich noch nicht gesehen hätte. Wobei ich ihm sagte, dass ich aber auch nicht alle Zeichen kennen würde. „Junge, Junge!“ sagte er. „In Schottland? Denn bahnt sick watt an!“ Un wenn de ersten Teiken mit Wacholder-Büske teo sein sind, künnt gi geo oll warm antein. Denn sind de Mur oll ünnaweges. Wi hefft dat daumorls veeinbart, dat sei us Teiken schicket, wenn´se wier kurmt.

Eck heff dor ja oll nich mehr an glöfft.

 

Doch dat de trügge kurmt, dat schint mi jetz sicher, wall sei bestimmt auk wirt´n wütt, wat van de Halfaapen worn es, de sei mit tücht hefft. Na ja! un wenn de denn seit, wie de sick entwickelt hefft, künnt gi geo ja vörstelln, dat de nich begeistert sind.

Un eint kann eck geo glieks oll seggen:

„Et werd gewaltich und giff richtich Luft ünner de Aapen, de nix anners in´n Koppe hefft, oss de armen Lüe teo melken. Un glöfft mi, besonners de Politiker un de Beamten mit de gewaltigen Titel achter de Schriefdiske un de mit de gewaltigen Orden, wird´se teo erst den Ors upriet´n !“ Un de Adel, Banker-Bonzen un Börsianer hefft oll lange nix teo lachen. För de hefft sick dat irdische Schmarotzer-Dasein denn erledigt un sei werd mitsamt öre Tussen nau Wesemann 3 beamt, wo de Mur oll daumorls öre Fehl-Züchtungen iutset hefft.

 

Dor es massich virl Platz, denn Wesemann 3 es hunnert morl grötter oss de Ern un diu kanns gewaltich wiet kieken. Un för Wanderungen es de Planet wie geschaffen. Dor hefft de denn Tied, ober ör Schmarotzertum norteodenken. Un vehungern mott dor auk keiner, wall et massig virl Würmer up Wesemann 3 gifft. De Mur hefft uss daumorls de Einrichtungen für de Ganoven morl zeiget. Dat wör oll sehr beeindruckend un vorbildlich!“

 

 

Günter Brandt

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

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